• 16.11.2009

Die Unistreiks sind das einzige Ventil einer Generation, die in ihrem Unterbewusstsein spürt, dass sie vergessen wird.

Schluss mit lustig

KOMMENTARvon Gordon Repinski

  • 18.11.2009 09:35 Uhr

    von hessebub:

    Hier kann man live miterleben, wie ein Land sich selbst demontiert. Es ist schon lange eine Platitüde, dass Bildung deutschlands einziger Rohstoff ist. Selbst aus nacktem neoliberalen Interessedenken heraus müsste man rigoros einen breiteren Zugang zu guter (!) schulischer und universitärer Ausbildung ermöglichen, von der Notwendigkeit dessen für das Überleben der Demokratie und der Frage sozialer Gerechtigkeit mal ganz abgesehen. Aber die Eliten in diesem Lande berücksichtigen nur noch ihr unmittelbares, kurzfristiges Eigeninteresse und in langer Sicht bedeutet das wirtschaftlichen Niedergang und politisch-soziale Destabilisierung. Wir können von Glück sagen, dass die Neonazis ein Haufen unfähiger Luschen sind, sonst stünden die in zehn Jahren bundesweit bei 15% Stimmmeanteil.

  • 17.11.2009 14:55 Uhr

    von anke:

    Klar doch: Die Studenten brauchen nichts dringender als eine Lobby, wenn sie nicht der Futurophobie der Bundesregierung zum Opfer fallen und alsbald komplett vergessen werden wollen. Als wäre die (von den Medien herbeigebetete) "Lobby mehr" tatsächlich Teil der Lösung!

  • 17.11.2009 10:23 Uhr

    von holle:

    Nach langjähriger Erfahrung in der Hochschulpolitik muss ich leider leider auch damit rechnen, dass das Thema sofort wieder vergessen sein wird, wenn es nicht mehr dramatisch genug ist, um es auf die Titelseite zu bringen, wenn das überhaupt mal geschieht.
    Selbst in die Tagesschau schaffen es die Studierenden und ihre Vertreter nur für ein paar Sekündchen. Wen interessiert es schon, wenn ein paar, "sowieso völlig überkandidelte" Studierende auf die Straßen gehen? Da geht es nicht um das Haushaltsgeld der einzelnen Bürger, es ist auch keiner gestorben, die Atomlobby mischt nicht mit und auch kein Brad Pitt. Langweilig für den deutschen Bundesbürger. Und da liegt meiner Meinung nach der Hund begraben. Studentische Proteste (ob groß oder klein) werden erst dann zum Tragen kommen, wenn auch die Oma von nebenan sich dafür interessiert, dass Studierende vernünftig ihre Arbeit machen können.
    Vielleicht würde die KMK dann auf wirklich interessante Positionspapiere diverser Fachschaften-Konferenzen und ähnliche "Bitten", an der Gestaltung der Hochschullandschaft konstruktiv mitarbeiten zu dürfen, wenigstens einmal antworten. Dabei darf nicht in den Hintergrund rücken, dass es den Studierenden eben NICHT darum geht, sich selbst eine Legitimation für das Dasein des ewigen Studenten zu schaffen.

  • 16.11.2009 18:16 Uhr

    von Sandra:

    Dem Kommentar kann ich nur beipflichten.
    Vom Bildungsgipfel und Bildungsreformen überstülpt, hat sich in der Bildungslanschaft bezüglich ihrer Ziele doch tatsächlich nix getan. Immer noch hat Deutschland hinsichtlich der Chancengleichheit eines der schlechtesten Schulsysteme im OECD Vergleich, ebenso einen im Vergleich immer noch niedrigen Prozentsatz an Studenten und trotz Erhöhungen immer noch sehr niedrige Anteile für Bildungsausgaben. Super Aussichten, wenn man bedenkt das Bildung eine sogenannte "Platzierungsfunktion" in dr Gesellschaft hat.
    Ja, aber komischer Weise bleibt Bildung immer nur eine Randnotiz der deutschen Politik und wenn überhaupt, spielt sie nur dann ne Rolle, wenn wieder irgendeine Bildungskatastrophe durch die Medien huscht.
    Wie Wowereit doch gestern schön formulierte " der Bildungsgipfel ist nix anderes als ein Maulwurfshügel gewesen". Wie war, wie war...

  • 16.11.2009 17:26 Uhr

    von R.A.:

    > Zahllose Hörsäle sind besetzt, ...
    Eben nicht.
    Nur eine Handvoll Hörsäle sind besetzt, "zahllos" sind anders aus.
    Und wenn an einer Uni mit mehreren zehntausend Studenten einige hundert bei den Aktionen mitmachen, können die Initiatoren froh sein.

    Die aktuelle Protestwelle ist die mickrigste seit Jahren. Und da schon die größeren Vorgängerproteste erfolglos verhallt sind, wird hier nicht mehr zu erwarten sein.

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