• 17.03.2009

Wie stark sind Jugendliche in rechten Gruppen organisiert? Die Ergebnisse einer Studie aus Hannover widerspricht den Zahlen vom Verfassungsschutz. Eine Klärung ist notwendig.

Fragwürdiges Zahlenspiel

KOMMENTARvon Eberhard Seidel

  • 19.03.2009 12:35 Uhr

    von Thomas:

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich finde es zutiefst schockierend, daß sich die rechte Szene leider mit großem Erfolg um junge Menschen bemühen kann, unsere demokratischen Parteien aber die Zusammenhänge nicht erkennen können oder erkennen wollen.
    Das allerletzte, was wir hierzulande gebrauchen können ist Zulauf zu rechtsextremen Strukturen zu dulden.
    Ist dies vielleicht kausal zusammenhängig mit der Grundstimmung, die sich z.B. in einer Aussage im Grundsatzprogramm auf S. 41 einer demokratischen Partei "Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden" äußert?

    Hier ein paar weiterführende Links in der Hoffnung, daß hier sachlich und systematisch Ursachenforschung betrieben wird und die Thematik von Grund auf gegensteuernd behandelt wird :

    http://derstandard.at/?url=/?id=1237227448760

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Neue-Studie-Rechte-sammeln-junge-M%E4nner-ein/488561.html



  • 18.03.2009 21:03 Uhr

    von Max Erdinger:

    Pfeiffer ist ein willfähriger Büttel der politisch-korrekten Femokratie und liefert seine Studien wunschgemäß und passend zum Zeitgeist. Mehr über Pfeiffer hier:
    http://femokratieblog.wgvdl.com/killerspiele-experte-christian-pfeiffer/03-2009/

    Wer finanziert Pfeiffers KFN? - Antwort hier:
    http://www.wgvdl.com/forum/forum_entry.php?id=56923

    Schönen Gruß auch - Max Erdinger

  • 18.03.2009 17:19 Uhr

    von Helga:

    @Taz

    Darf ich fragen, welche Anzahl 15-jähriger Deutscher ihr der Berechnung zugrundegelegt habt und aus welcher Quelle diese Zahl stammt?

  • 18.03.2009 16:37 Uhr

    von Nasowas:

    Dank an die Taz für diesen kritischen wie notwendigen Beitrag. Pfeiffers Zahlenwerk ist unbedingt genauer zu beleuchten.

    Ich habe die Vermutung, dass die in D. lange Zeit gültige Erkenntnis, Ausländerfeindlichkeit sei v.a. vorwiegend in Regionen stark vorhanden, in denen wenig Ausländer leben, inzwischen so nicht mehr zutrifft. Schüler machen in Problemschulen wie -vierteln negative Erfahrungen mit Gewalttaten, die v.a. auch von Einwandererkindern ausgeht. Der Anteil junger Einwanderer mit türkischer oder arab. Herkunft an der Zahl der Intensivtäter ist laut der Berliner Kommission Gewaltprävention überproportional hoch (ca. 70%). Sind deutsche Schüler in der Minderheit, werden sie nicht selten selbst diskriminiert, wie eben andere Minderheiten auch. Aus der pfeifferschen Studie geht auch hervor, dass kritische Haltung gegenüber Migranten, die eben auch auf solchen Erfahrungen beruhen können, bereits als ausländerfeindlich eingestuft werden. Dieser Zusammenhang zwischen Alltagserfahrungen und Einstellung wurde in der Studie aber anscheinend nicht untersucht. Dies kann also zu einer Verdrehung bestimmter Tatsachen führen.

    Darüberhinaus: Antisemitismus ist v.a. unter arabischen Schülern und türkischen Jugendlichen sehr stark vertreten. Haben sie einen deutschen Pass, steigt gleich der Wert für die Gesamtheit der deutschen Schüler und alle denken an ein typisch deutsches Problem.

    In meinem Bekanntenkreis sind viele Studenten und junge Akademiker. Von ihnen haben die meisten eine kritische Einstellung zu Einwanderern aus arab. Ländern oder der Türkei. Dies beruht allerdings nicht auf einer grundsätzlichen Ausländerfeindlichkeit. Es besteht auch keine generelle Ablehnung. Aber bei jenen, die in Bezirken wie Neukölln oder Wedding groß geworden sind, nimmt die Kritik zu. Das sollte zu denken geben.

  • 18.03.2009 16:17 Uhr

    von Krause:

    Ich bin nicht links und bin auch nicht grün, ziehe aber vor der Taz - immer mal wieder - meinen Hut. Während der Rest der Presse gedankenlos die Studie abpinselt, wird hier mal nachgedacht. Glückwunsch!

  • 18.03.2009 10:15 Uhr

    von Luftikus:

    Pfeiffer ist leider ein Medienstar, aber ich würde in ihm eher das medientaugliche Äquivalent zu einem Forentroll sehen. Leider besser finanziert und eloquenter als die meisten, aber trotzdem ein Troll, der sich Themen sucht, die Aufmerksamkeit bringen und dabei auch auf fragwürdige Methoden setzt, wenn das Thema von sich aus nicht genug hergibt. Zur Erinnerung sei auf den Fall des laut Pfeiffers Gutachten von Neonazis ertränkten Buben namens Joseph verwiesen. Später stellte sich heraus, dass es ein Unfall war und kein rechtsradikaler Hintergrund bestand.
    Leider nehmen die meisten Medien das von Pfeiffer vorgelegte Material unkritisch auf, weil es gute Schlagzeilen liefert. Wenn so eine medienwirksame Behauptung dann in wissenschaftlich genauer Arbeit entkräftet oder relativiert wurde, interessiert sich kaum noch jemand dafür. Ist halt nicht so spektakulär.
    Die Ergebnisse von Pfeiffer zu hinterfragen, ist also gar keine so schlechte Idee.

  • 18.03.2009 09:43 Uhr

    von Mirko:

    Eine wichtige dritte Möglichkeit hat der Autor anscheinend übersehen: Unterschiedliche Kriterien.
    Was macht denn einen echten "Neonazi" aus? Ausländerfeindlichkeit? Homophobie? Judenhass? Ein "Führer"? Verfassungs-/Demokratiefeindlichkeit?

    Nimmt man nur Ausländerfeindlichkeit, also auch rein verbale Aggression ohne Organisation, dürften die 31- bis 34.000 Leute locker in jeder Landshauptstadt zusammen kommen, eher sogar in einzelnen Stadtteilen. Wobei sich der Schwerpunkt verschoben hat - gegen "Neger" und Asiaten haben scheinbar nur noch die Hardcore-Nazis etwas, dafür richtet sich der Hass gegen Immigranten aus islamischen oder osteuropäischen Ländern. Oft sogar von den Immigranten selbst - Serben gegen Kroaten, Israelis gegen Palästinenzer, scheinbar alle (inkl. Türken) gegen Türken.

    Dagegen steht bei den Zahlen vom Innenministerium eine wichtige Einschränkung gleich dabei: organisiert! Wieviele 15jährige sind denn schon bei Jugendorganisationen von NPD & Co?

  • 17.03.2009 19:54 Uhr

    von Schierz, Sascha:

    Im Kontext eben solcher Zahlenspiele sprach der britische und nun in New York lehrende Kriminologe Jock Young von einer sogenannten "Voodoo Criminology", die zwar das statistische Handwerk beherrscht, aber nur wenig zur Sache im Sinne alltäglicher Handlungszusammenhänge, Gefühle oder populärer Kulturen beitragen kann. Was bringt sie uns also?

  • 17.03.2009 19:23 Uhr

    von IM Schleicher:

    Hier ist die Studie:

    http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fb107.pdf

    Die Rechtsextremismusfeststellung ist eine pure politisch motivierte Behauptung. Wer 15-Jährigen Fragen stellt wie:

    "Die in D lebendes ausländer sollten sich besser anpassen" -57% zustimmung

    und das als rechtsextremismus wertet hat nicht mehr alle tassen im schrank. weitere fragen:

    "ausländern politische betätigung untersagen" -78% ablehnung
    "juden haben zuviel einfluss" -88% ablehnung
    "die in D lebendes ausl sind keine bereicherung für die kultur" -54% zustimmung

    Weiter hinten im Text steht dann, auf seite 127:

    "je häufiger jugentliche...ihre freizeit..mit gewaltverherlichenden medien...verbingen..desdo warscheinlicher eine....rechtsextreme oder fremdenfeindliche einstellung." (Copy&Paste funzt leider net, deshalb nur stichworte)

    PC-Spielen fürdert also eine rechte einstellung, ich denke das sagt schon alles über die seriösität der studie

  • 17.03.2009 19:23 Uhr

    von IM Schleicher:

    Hier ist die Studie:

    http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fb107.pdf

    Die Rechtsextremismusfeststellung ist eine pure politisch motivierte Behauptung. Wer 15-Jährigen Fragen stellt wie:

    "Die in D lebendes ausländer sollten sich besser anpassen" -57% zustimmung

    und das als rechtsextremismus wertet hat nicht mehr alle tassen im schrank. weitere fragen:

    "ausländern politische betätigung untersagen" -78% ablehnung
    "juden haben zuviel einfluss" -88% ablehnung
    "die in D lebendes ausl sind keine bereicherung für die kultur" -54% zustimmung

    Weiter hinten im Text steht dann, auf seite 127:

    "je häufiger jugentliche...ihre freizeit..mit gewaltverherlichenden medien...verbingen..desdo warscheinlicher eine....rechtsextreme oder fremdenfeindliche einstellung." (Copy&Paste funzt leider net, deshalb nur stichworte)

    PC-Spielen fürdert also eine rechte einstellung, ich denke das sagt schon alles über die seriösität der studie

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