Kommentar von MALTE KREUTZFELDT
Die Schweiz hat ganze Arbeit geleistet: Im Steuerabkommen mit Deutschland, über das in den letzten Monaten verhandelt wurde, hat die Steueroase praktisch alle ihre Ziele erreicht. Gegen eine einmalige, vergleichsweise niedrige Nachzahlung verzichtet Deutschland für alle Zeiten darauf, Steuerflüchtlinge und ihre Helfer in den Banken strafrechtlich zu belangen. In Zukunft werden nun zwar auch Kapitaleinkünfte in der Schweiz besteuert - aber die Konteninhaber dürfen weiterhin anonym bleiben.
Die deutschen Behörden haben dadurch keine Möglichkeit, die Angaben der Schweizer Banken zu überprüfen. Außerdem steht zu befürchten, dass künftig auch andere Staaten auf ähnliche Ausnahmeregeln drängen werden.
Als Rechtfertigung für die Sonderbehandlung der Schweiz und die nachträgliche Belohnung von Steuerflucht verweist die Bundesregierung auf angeblich fehlende Alternativen - getreu dem Motto "Lieber ein bisschen Geld mit Amnestie als gar keins ohne". Doch dieses Argument trägt nicht mehr. Zum einen ist der Druck auf Steuerflüchtlinge enorm gestiegen, seit CDs mit ihren Daten aufgetaucht sind und die Furcht vor Enttarnung viele zur Selbstanzeige treibt.

Malte Kreutzfeldt ist Leiter des taz-Ressorts Wirtschaft und Umwelt. Foto: taz
Zum anderen haben die USA bewiesen, dass die Schweiz durchaus zur Aufgabe des Bankgeheimnisses gedrängt werden kann - etwa, indem Ermittlungen gegen die Bank oder ihre Mitarbeiter wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angedroht werden. Diese Möglichkeit würde Deutschland mit dem Abkommen endgültig aus der Hand geben.
Die gute Nachricht ist, dass die Opposition das Abkommen im Bundesrat noch stoppen kann. Doch weil manche SPD-Landesfinanzminister lieber die kurzfristigen Einnahmen mitnehmen wollen, als auf eine langfristig gerechte Steuerpolitik zu setzen, wird noch einige Überzeugungsarbeit nötig sein. Es geht um viel: Wenn die SPD am Ende zustimmen würde, wäre ihre steuerpolitische Glaubwürdigkeit dahin.
Die Klage der EU-Kommission heißt nicht, dass sich die deutsche Regierung artig einreihen sollte in die Reihe der Jasager. Die Chance für neue Verhandlungen ist gegeben. von Ruth Reichstein
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
12.08.2011 12:20 | R.ind
Da macht sich jetzt aber ein Tross von Limousinen aus Frankfurt und der Schweiz auf den Weg nach HH zum Scholzomaten. Wer d ...
12.08.2011 10:22 | Hasso
Steuerhinterzieher 20-Jahre in den Knast und enteignen!Schärfere Gesetze erlassen und sich nicht von dieser Brut verarschen ...
12.08.2011 09:59 | noname
Man kann nur hoffen, dass die SPD sich auf ihre Grundsätze besinnt.