• 02.09.2010

Die Regierung handelt nicht einfach nur kurzsichtig: Sie verfolgt gezielt eine Agenda der Umverteilung von unten nach oben, eine Zweiklassenpolitik.

Die asoziale Regierung

KOMMENTARvon Eva Völpel

  • 03.09.2010 19:14 Uhr

    von theodor sabiote gruen:

    Bravo, ich finde das Wort 'asozial' trifft den Nagel auf den Kopf. Es sollte viel häufiger verwendet werden, um ein Verhalten zu beschreiben, das schädlich für ein soziales Gefüge (Gesellschaft) ist, also antisozial. Ist doch passend gut gekleidete Bonzen/Politiker mal Assis zu nennen, wenn sie sich antisozial Verhalten.

    Siehe dazu auch mal wieder die Wiederpedia:

    „Der Begriff asozial ist als Gegenbegriff zu „sozial“ gebildet, wird jedoch oft im Sinne von „antisozial“ (= gemeinschaftsschädigend) verwendet. Beides sind Kunstworte, aus griech. „a-“ (deutsch „un-“) bzw. „anti-“ (deutsch „gegen-“) plus lat. „socialis“ (für „gemeinschaftlich“). „Asozial“ bezeichnet an sich ein von der geforderten oder anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Individualverhalten: Ein Individuum vollzieht seine persönlichen Handlungen ohne die geltenden gesellschaftlichen Normen und die Interessen anderer Menschen zu berücksichtigen. Der Begriff „asozial“ wird aber auch häufig auf Gruppen bezogen, die in ihren Verhaltensweisen von den geforderten gesellschaftlichen Normen (z. T. bewusst) abweichen. Im Nationalsozialismus und in der DDR haben die Machthaber den Begriff „asozial“ zum Rechtsbegriff gemacht und daraus die Verfolgung von unangepassten sozialen Gruppen juristisch abgeleitet. Zur Zeit des Nationalsozialismus konnten Menschen aufgrund ihnen vorgeworfener Asozialität in Konzentrationslagern interniert werden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Asozialit%C3%A4t#Begriff

    Viellicht kann ich in ein paar Jahren ja den Wikipedia-Eintrag ergänzen:

    Im frühen 21. Jahrtausend wurde dann das Wort erneut benutzt, um gemeinschaftsschädigendes Verhalten zu betonen.

  • 03.09.2010 15:30 Uhr

    von Lenny:

    Wenn wir schon von dem schwachen Gedächtnis reden, dann sollte nicht vergessen werden, dass die heutige Regierung nur das weiterführt, was die SPD und die GRÜNEN geschaffen haben!

  • 03.09.2010 10:35 Uhr

    von Amos:

    Schlechte Demokratie schafft Diktatur. Die Diktatur kommt nicht von Irgendwo. Geht Sarrazin zu den Rechten wie Lafontaine zu den Linken, dann haben wir schon einen Fortschritt. Denn diesen Selbstbereicherungs-Taktikern, geht alles was das einfache Volk angeht. am Arsch vorbei.

  • 02.09.2010 17:35 Uhr

    von eWolf:

    @Herr Stegemann:
    Ihre semantische Analyse des Wortes asozial mag stimmen. Mir scheint es aber wichtiger zu sein, was die Autorin des Kommentars als Konsequenz ausführt, nämlich, dass die Betroffenen dieser neuen Regelungen nun langsam aufwachen müssten. Es wäre daher hilfreich, wenn wortgewandte Leute wie Sie sich der Mühe unterzögen, die Problematik so zu formulieren, dass sie auch den Betroffenen verständlich wird. Hier wartet viel Arbeit auf diejenigen, die noch nicht im Prekariat gelandet sind und dennoch daran glauben und daran arbeiten, dass es eine Verteilungsgerechtigkeit geben kann.
    In diesem Sinne: Nur keine Scheu vor der einfachen Sprache!

  • 02.09.2010 13:32 Uhr

    von Ralf Nix:

    Na wer hätte das denn gedacht? Eine schwarz- gelbe Regierung die Vermögende entlastet und den Rest zur kasse bittet. Überraschung. Die spannende Frage war doch nur noch WIE das Ganze geschieht und nicht OB. Also nicht darüber jammern sondern was dagegen tun. Jede und jeder hat die Möglichkeit zu demonstrieren und beim nächsten Mal wählen zu gehen (oder was anderes zu wählen).

  • 02.09.2010 13:14 Uhr

    von Dirk Stegemann:

    "Sie handelt im wahrsten Sinne des Wortes asozial." ???

    Nachlesen unter:„Asozial“ – über ein Stigma
    http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/kommentare/asozial-ueber-ein-stigma/

    oder: http://marginalisierte.de/

    "Wer sich mit der Geschichte sowie der Entwicklung von sozialer Ausgrenzung und seinen Kontinuitäten und Brüchen bis in die heutige Zeit auseinandersetzt, wird schnell auf das Stigma „asozial“ stoßen. Dabei ist festzustellen: Die Verfolgung von sogenannten Asozialen ist zwar seit langem bekannt, die Forschung und Aufarbeitung dazu wurde aber erst in jüngster Vergangenheit begonnen. Heute noch wird das Stigma benutzt, um die Schuld an sozialen Missständen den Betroffenen selbst in die Schuhe zu schieben."

    "Was ist sozial?

    "Abgesehen davon, dass ein unreflektierter Umgang mit dem Begriff für eine Geschichtsvergessenheit spricht, offenbart dies auch eine sehr fragwürdige Herangehensweise. Denn was sozial ist, wurde zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich definiert und ist nicht zuletzt eine Frage gesellschaftlicher Verhältnisse (u.a. von Macht und Herrschaft, Besitz- sowie Verteilungsverhältnissen und deren Legitimierung). So sind bestimmte Normvorstellungen in einer sozialen Gruppe als normal oder der Norm entsprechend angesehen, in einer anderen Gruppe aber gerade nicht. In letzterer werden sie entsprechend auch nicht notwendigerweise als bewusste Verletzung der Normvorstellung anderer wahrgenommen. Normen und das darauf bezogene Handeln sind also relativ. Eine humanistische Gesellschaft und Demokratie beweist sich gerade auch im Umgang mit jenen, die von der postulierten Norm abweichen. In der heutigen Gesellschaft werden Menschen förmlich gezwungen, von der „Norm“ bspw. der Erwerbstätigkeit abzuweichen. Diese soziale Ausgrenzung braucht Stigmatisierung. Statt sich aber an der Stigmatisierung zu beteiligen, sollte lieber die soziale Ausgrenzung und deren gesellschaftliche Wurzeln bekämpft werden. Die Weiterverwendung des Stigmas „asozial“, egal gegen wen und in welcher Form, ist dafür jedoch ungeeignet!"

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