Die Bildungspolitiker wollen einen Sonder-Abschluss für Sonderschulen - viel eher sollten sie für mehr Integration der Sonderschüler an normalen Schulen sorgen.
Da bin ich mal zur Abwechslung froh, dass eine UN-Konvention nicht schnell umgesetzt wird.
Mit einer ganz einfachen Maßnahme, der Abschaffung der Förderschule, lösen wir alle Probleme: Wir haben keine Förderschüler mehr, alle lernen ganz prima an der Regelschule Wir haben alle integriert, sind politisch vollkommen korrekt und könnten doch endlich wieder mal Vorbildfunktion in Sachen Bildung in der Welt übernehmen. Kein Mensch kann dann noch statistisch erfassen, was später aus diesen Kindern und Jugendlichen wird, es waren dann ja alle Regelschüler und es ist ganz normal, dass davon ein Teil im Leben scheitert.
Von dieser verordneten Integration halte ich sehr wenig. Integration ist ein Prozess, auf den sich beide Seiten einlassen müssen. Kinder und Jugendliche, die aus dem Raster fallen ebenso, wie die Gesellschaft mit ihren Schulen. Wenn die Regelschulen nicht dazu in der Lage und bereit dazu sind, benachteiligte Kinder aufzunehmen und adäquat zu fördern, kann die Integration nicht gelingen. Viele Schulen machen hier schon gute Arbeit, noch mehr können sich die Aufnahme vieler ehemaliger Förderschüler nicht vorstellen. Unterstützt die Regelschulen, befähigt und qualifiziert sie, dann ist die Abschaffung der Förderschule nicht notwendig, dann wird sie überflüssig. Solange dies jedoch noch nicht geschehen ist, sollten wir die Förderschule nicht einfach abschaffen, denn dies würde auf dem Rücken der Schwächsten, den betroffenen Schülern geschehen und nur ein weiters Schulexperiment a la G8 bedeuten.
Ach so, da war noch was – die Stigmatisierung – stimmt, Förderschüler sind stigmatisiert, nicht zu letzt aufgrund des Bildes, das die Öffentlichkeit von der Förderschule hat, die hat meist noch nie eine Förderschule von innen gesehen, sondern liest Zeitung.
04.03.2009 09:34 Uhr
von dangerfield noobie:
Bildung ist menschenrecht, das den förderschülern vorsätzlich verweigert wird. Wer kann die kultusbürokratie zwingen, mehr integration zu wagen? Vielleicht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte? Aber selbst wenn; das bürgertum wird das gymnasium mit zähnen und klauen als ihren besitz verteidigen. Unser schulsystem bildet eben die soziale realität ab.
04.03.2009 08:47 Uhr
von hto:
NICHTS dieser "freiheitlichen" Welt- und "Werteordnung" von gepflegter Bewußtseinsschwäche in Hierarchie materialistischer "Absicherung" durch Ausbeutung und Unterdrückung stimmt mit den ethischen / pseudo-moralischen Ansprüchen der menschlichen "Gemeinschaft" überein.
ALLES könnte man besser OHNE Regierungen und OHNE ... wahrhaftig demokratisch organisieren - deshalb ist mir die symptomatische Klassenpolitik lieber, als wenn die Problematiken wieder nur in pseudo-problemlösender Pädagogik verpackt / unterdrückt und konfusioniert wird, und damit WIEDER nur das "Gewissen" / die Bewußtseinsbetäubung des "gesunden" Konkurrenzdenkens befriedigt!!!
Die URSACHE ALLER Probleme ist, seit der "Vertreibung aus dem Paradies", der stumpf- wie wahnsinnige Wettbewerb um das "Recht des Stärkeren", der nun (nur noch?) "freiheitlichen" Marktwirtschaft - ein Leben / wahrhaftig-wirksames Zusammenleben ohne Wettbewerb ist DOCH möglich, bzw. einzig MENSCHENWÜRDIG!!!
Leserkommentare
04.03.2009 17:34 Uhr
von Manfred Pflumm:
Da bin ich mal zur Abwechslung froh, dass eine UN-Konvention nicht schnell umgesetzt wird.
Mit einer ganz einfachen Maßnahme, der Abschaffung der Förderschule, lösen wir alle Probleme: Wir haben keine Förderschüler mehr, alle lernen ganz prima an der Regelschule Wir haben alle integriert, sind politisch vollkommen korrekt und könnten doch endlich wieder mal Vorbildfunktion in Sachen Bildung in der Welt übernehmen.
Kein Mensch kann dann noch statistisch erfassen, was später aus diesen Kindern und Jugendlichen wird, es waren dann ja alle Regelschüler und es ist ganz normal, dass davon ein Teil im Leben scheitert.
Von dieser verordneten Integration halte ich sehr wenig. Integration ist ein Prozess, auf den sich beide Seiten einlassen müssen. Kinder und Jugendliche, die aus dem Raster fallen ebenso, wie die Gesellschaft mit ihren Schulen. Wenn die Regelschulen nicht dazu in der Lage und bereit dazu sind, benachteiligte Kinder aufzunehmen und adäquat zu fördern, kann die Integration nicht gelingen. Viele Schulen machen hier schon gute Arbeit, noch mehr können sich die Aufnahme vieler ehemaliger Förderschüler nicht vorstellen. Unterstützt die Regelschulen, befähigt und qualifiziert sie, dann ist die Abschaffung der Förderschule nicht notwendig, dann wird sie überflüssig. Solange dies jedoch noch nicht geschehen ist, sollten wir die Förderschule nicht einfach abschaffen, denn dies würde auf dem Rücken der Schwächsten, den betroffenen Schülern geschehen und nur ein weiters Schulexperiment a la G8 bedeuten.
Ach so, da war noch was – die Stigmatisierung – stimmt, Förderschüler sind stigmatisiert, nicht zu letzt aufgrund des Bildes, das die Öffentlichkeit von der Förderschule hat, die hat meist noch nie eine Förderschule von innen gesehen, sondern liest Zeitung.
04.03.2009 09:34 Uhr
von dangerfield noobie:
Bildung ist menschenrecht, das den förderschülern vorsätzlich verweigert wird. Wer kann die kultusbürokratie zwingen, mehr integration zu wagen? Vielleicht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte?
Aber selbst wenn; das bürgertum wird das gymnasium mit zähnen und klauen als ihren besitz verteidigen. Unser schulsystem bildet eben die soziale realität ab.
04.03.2009 08:47 Uhr
von hto:
NICHTS dieser "freiheitlichen" Welt- und "Werteordnung" von gepflegter Bewußtseinsschwäche in Hierarchie materialistischer "Absicherung" durch Ausbeutung und Unterdrückung stimmt mit den ethischen / pseudo-moralischen Ansprüchen der menschlichen "Gemeinschaft" überein.
ALLES könnte man besser OHNE Regierungen und OHNE ... wahrhaftig demokratisch organisieren - deshalb ist mir die symptomatische Klassenpolitik lieber, als wenn die Problematiken wieder nur in pseudo-problemlösender Pädagogik verpackt / unterdrückt und konfusioniert wird, und damit WIEDER nur das "Gewissen" / die Bewußtseinsbetäubung des "gesunden" Konkurrenzdenkens befriedigt!!!
Die URSACHE ALLER Probleme ist, seit der "Vertreibung aus dem Paradies", der stumpf- wie wahnsinnige Wettbewerb um das "Recht des Stärkeren", der nun (nur noch?) "freiheitlichen" Marktwirtschaft - ein Leben / wahrhaftig-wirksames Zusammenleben ohne Wettbewerb ist DOCH möglich, bzw. einzig MENSCHENWÜRDIG!!!