Kommentar von Ina Deter

Der junge Mann von heute: sensibel, nachdenklich und wollbemützt. Bild: ideowl/CreativeCommons BY 2.0 US
Passend zum Streit der Woche äußert sich Ina Deter zum neuen, weichen Mann.
Da haben wir den Salat! Nach 30 Jahren sind wir kein Stück, oder doch ein bisschen nur, weiter. Damals gab es für mich die "Machos". Ein herrliches Feindbild. Ich habe mich daran abgearbeitet in vielen meiner Lieder.

Ina Deter, geboren 1947, veröffentlichte 1974 ihre erste Single: "Ich habe abgetrieben". Den Durchbruch schaffte sie 1982 mit dem Hit "Neue Männer braucht das Land", die anschließende Tournee umfasste 180 Konzerte. In den folgenden Jahren veröffentlichte sie zahlreiche weitere Platten. Zuletzt erschien von ihr im Jahr 2007 das Album "Ein Wunder" mit ihren elf größten Erfolgen und drei neuen Songs. Das Foto stammt aus der WDR-Dokumentation "Generation Pop!" von Walter Filz und zeigt Ina Deter bei einem Auftritt in den Siebzigerjahren.
Foto: WDR/dpaMit Lust und Leidenschaft habe ich nach ihm gesucht, dem "Neuen Mann". Gefunden habe ich bis heute keinen. Zwar sehe ich die Pampersträger und Kinderwagenschieber. Das freut mich sehr, aber ist der Mann denktechnisch auch in der Birne weitergekommen? Zweifel seien erlaubt, zumal der "Softie", der uns dann beglücken wollte, so seicht wie Puder war, einfach ganz leicht zum Wegspülen. Nix mit Substanz.
So ist es bis heute. Nun heißen sie Schlaffis, Weicheier, wie auch immer. Das dürft ihr alles sein. Suchet, so werdet ihr finden! Habe auch lange gesucht. Das gehört zum Sich-Finden dazu.
"Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab' ich mich nicht getraut", sagte Karl Valentin. Jetzt dürft ihr euch trauen! Seid lieb und sensibel bis die Schwarte kracht, bitte sehr. Meinen Segen habt ihr. Nur Schlaftabletten sind sowas von zum Gähnen. Nix für mich! Was ich aber nun wirklich nicht mehr sehen, spüren, riechen will, sind die immer noch frauenfeindlichen Machos mit ihrem ekligen Rumgemache.
Es gibt noch was dazwischen, das täte mir gefallen. Was das ist? Wer weiß? Die absolute Wahrheit gibt es nicht. Wie sprach der "Olle Fritz": "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Richtig! Dafür haben wir Ende der Siebzigerjahre gekämpft!
Wenn die "Neue Frau" den "Alten Kerl" wieder will? Bitte sehr! Ich knuddel lieber einen Sensiblen. Auch mit Hornbrille und Strickjacke, liebe Frau Pauer.
Ich weiß nur... das dauert, das dauert... bis man kriegt, was man will. Und so lange man nicht hat, was man will, muss man lieben, was man hat... und so lange schafft mich das immer noch, rein nervlich...
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
13.02.2012 06:42 | Christian Alexander Tietgen
Wenn man sich immer krampfhaft darum bemühen muss, kein Macho und kein Softie zu sein, verhält man sich irgendwann nur noch ...
07.02.2012 12:29 | Elmar Müller Lüdenscheidt
"Ina Deter forderte 1982 neue Männer ..." ...
04.02.2012 16:13 | Stefan
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