• 22.12.2009

Steinmeiers Forderung nach mehr Ausbildern und weniger Kampftruppen ist ein durchschaubares Manöver. Warum nur hat er nicht vor dem Regierungswechsel klare Worte gesprochen?

Ein bisschen Frieden

KOMMENTARvon Ulrike Winkelmann

  • 23.12.2009 11:59 Uhr

    von Martin:

    Sie haben völlig Recht, Frau Winkelmann, die SPD nutzt gierig jede Möglichkeit, sich vom selbst beschlossenen Truppeneinsatz in Afghanistan abzusetzen. Dort wird es nie zu einem Erfolg kommen können, egal, wie man es dreht, nur zu weiteren Toten. Insofern verlassen die Ratten, weil sie zu den intelligenten Tieren zählen, ihr sinkendes Schiff, ähnlich die Grünen. Alternativ dazu gibt es das Klischee des eventuell tragisch scheiternden Kriegshelden wie bei den Nibelungen. Das Klischee bedient Guttenberg, aber inzwischen auch mit deutlichen Hintertürchen. Was nun das Thema der 'Ausbildung' der Polizei betrifft: es ist eine seit Jahren präsentierte Schimäre, eine Fiktion aus der Welt der Wortstrategen, denn das Polizeisystem Afghanistans ist korrupt und den wenigen dortigen deutschen Polizeiausbildnern wurde laut eines Stern-Berichts deutlich gemacht, dass man sie tötet, wenn sie sich in den von der Staatskriminalität gestützten Drogen- und Menschenhandel einzumischen wagten. Eine Polizei, die in erster Linie kriminell ist. Wenn man sich für 50.000 Dollar den Rang eines Polizeichefs kaufen kann und dann durch korruptes Auspressen der Bevölkerung, Drogen- und Menschenhandel die Investition doppelt, dreifach zurückholt, ist das jedenfalls bisher noch kein Ausbildungsziel der deutschen Polizei. Und solange das System der Warlords in Afghanistan bestimmt, wo es lang geht, wie es das neue Kabinett von Karsai zeigt, wird auch 'Polizeiausbildung' nie funktionieren.

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