Kommentar von Gernot Knödler
Die Frage, ob das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) der RTL-Stiftung Wir helfen Kindern das Spendensiegel aberkennen sollte, ist heikel. DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke hat das nicht getan, obwohl Geld der Stiftung für die strauchelnde Beluga-Reederei des Bremers Niels Stolberg abgezweigt worden sein soll. Wilkes Entscheidung war richtig.
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Wenn das Verschwinden der 500.000 Euro für ein Kinderhilfsprojekt in Thailand ein Einzelfall war, und davon ist auszugehen, wäre ein Entzug des Spendensiegels unverhältnismäßig gewesen. Wir helfen Kindern hätte damit den „TÜV“ als gemeinnützige Organisation nicht bestanden. Der Schaden wäre groß gewesen – nicht nur für die RTL-Stiftung, sondern auch für andere Projekte, die auf Spenden angewiesen sind.
Beim TÜV allerdings gilt: Bei festgestellten Mängeln ist das Fahrzeug noch einmal vorzuführen. Wir würden gerne wissen, wie die RTL-Stiftung in Zukunft verhindern will, dass derartige Summen versickern. Dass RTL anderthalb Jahre nach der Stolberg-Pleite noch nicht mit einer Reform aufwarten kann, ist ein schlechtes Zeichen.
Schließlich ist RTL ein Unternehmen im Konkurrenzkampf, das professionell und schnell reagieren können sollte. Und so leid es uns für Niels Stolberg tut: RTL sollte eine Strafanzeige stellen oder noch besser: zivilrechtliche Ansprüche geltend machen, falls noch nicht geschehen.
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Leserkommentare
21.11.2012 22:27 | Sun Wu
'und so leid es uns für Niels Stolberg tut...' ...