Kommentar von Martin Rank
MARTIN RANK ist Volontär der taz.
Anderthalb Jahre ist es her, dass die Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (Greco) die Strukturen für Korruption in Deutschland unter die Lupe genommen hat. In diesem Zusammenhang kritisierte sie die mangelnde Transparenz bei Parteispenden, gab Empfehlungen und forderte, über Fortschritte auf dem Laufenden gehalten zu werden. Gestern ist die Frist dafür abgelaufen. Einen Bericht gibt es nicht.
Was sollte man dort auch hineinschreiben: Vielen Dank für die netten Tipps - wir haben trotzdem alles so gelassen, wie es ist? Das würde zumindest die Fortschritte bei der Transparenz auf den Punkt bringen. Denn nichts von all dem, was die Korruptionskommission kritisiert hat, wurde verbessert.
Greco monierte, dass Parteispenden in Deutschland viel zu spät veröffentlicht werden. Bei Beträgen unter 50.000 Euro geschieht das erst nach anderthalb Jahren. Dann ist es aber für die Öffentlichkeit nahezu unmöglich, nachvollziehen, ob sich ein Unternehmen Einfluss erkaufen wollte. Normalerweise können die Spenden auch nicht online durchsucht werden. Das hat erst das Suchtool der taz ermöglicht.
Das Problem ist, dass die Gesetze von jenen geschrieben werden, die von den Spenden am meisten profitieren. Union, FDP und SPD haben keinerlei Interesse, die Spielregeln zu verschärfen - nur Grüne und Linke wollen den Status quo ändern. Die Linkspartei will Unternehmensspenden ganz verbieten. Das würde der Partei nicht wehtun - denn sie bekommt auch nichts von Unternehmen.
Bei den Grünen ist man schon etwas zurückhaltender - sie erhalten mittlerweile regelmäßig Unternehmensspenden und fordern im Moment noch eine Deckelung bei 100.000 Euro: Richtig interessant wird es, wenn die Grünen zum ersten Mal mehr gespendet bekommen.
Die Piraten veröffentlichen Namen von Spendern, die mehr als 1.000 Euro überweisen. Dass andere Parteien sich weigern, sei „vorgeschoben“, sagt Pirat René Brosig.

Bei seinem Besuch in Israel hat Gauck die Merkel’sche Formel von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson vermieden. Realpolitisch war das unklug. von Rafael Seligmann
Die taz stellt die Parteispenden-Karte und das Recherche-Tool kostenlos zur Verfügung. Das aufwändig recherchierte, inhaltlich und grafisch aufbereitete Material hat mehr als 10.000 Euro gekostet. Die Taz erhofft sich, dass das Thema ein Dauerbrenner wird, mit immer neuen Tipps zu möglichen Unregelmäßigkeiten seitens der User.
Die taz zählt aber auch auf die Bereitschaft der UserInnen, eine solche journalistische Leistung freiwillig zu honorieren. So sollen noch mehr Nutzer über taz-zahl-ich, die im Frühjahr erfolgreich gestartete Mikropayment-Funktion freiwillig für das neue Angebot zahlen.
Wenn das Parteispenden-Angebot tausend Usern jeweils 10 Euro wert wäre, hätte die taz ihre Kosten für Personal, Programmierung und Knowhow schon nahezu gedeckt.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
06.11.2011 04:09 | Charlee
For the love of God, keep wtirnig these articles.
03.09.2011 22:08 | pseudoruprecht
Ich finde die Idee mit den Sponsoren-Inserts lustig. Allerdings lieber auf den Bildern der Politikerpersönlichkeiten, nicht ...
17.08.2011 12:43 | Neue Methoden
Interessant wäre es bei der FDP falls die beim nächsten Bundestag draußen bleiben sollte. ...