• 25.07.2008

Kommentar Obama-Besuch

Sehnsucht nach Charisma

Obama hin oder her - die Interessensunterschiede zwischen Europa und USA sind riesig. Und das Oval Office ist keine Bühne, auf die Kuscheltiere geworfen werden.von Bettina Gaus

  • 25.07.2008 18:05 Uhr

    von Paul:

    Angesichts der Tatsache, dass Obama z.B. für die Todesstrafe eintritt, sich gegen schärfere Waffengesetze wendet und Jerusalem für die für alle Zeiten unteilbare Hauptstadt Israels zu halten scheint, kann ich in ihm nicht mehr als das so genannte kleinere Übel sehen. Und wenn all die jetzt so Begeisterten sich einmal die angesichts des Erlösers der Welt vergossenen Freudentränen aus den Augen wischen und bei klarem Verstand seine Rede lesen würden, fiele vielleicht auch ihnen auf, welch substanzlosen kitschigen Quark der Mann da größtenteils von sich gegeben hat...

  • 25.07.2008 01:41 Uhr

    von vic:

    Ach Leutchen. Niemand erwartet, dass mit Obama plötzlich alles gut wird. Man darf aber davon ausgehen, dass mit ihm alles besser wird als bisher.
    Mit McCain würde nicht mal das gelingen.

  • 24.07.2008 22:02 Uhr

    von Arigoe:

    Natuerlich werden die USA weiterhin, auch unter Obama, eigene Interessen haben, aber es gibt doch WESENTLICHE aussenpolitische Unterschiede zwischen Bush & Obama: zum einen will Obama mutlilateral Loesungen verhandeln (!), zum anderen gab es schon lange nicht mehr einen Praesidenten wie Bush der klassische Diplomatie mit Fuessen tritt und lieber zu militaerischen Mitteln greift - eine Besserung in letzterem wuerde bereits eine grosse Verbesserung weltweit darstellen! Somit ist es meines Erachtens eher der Wunsch nach Multilateralismus und DIALOG der Obama-Fans treibt, statt die von Ihnen prokalmierte Sehnsucht nach dem starken Mann....

  • 24.07.2008 21:07 Uhr

    von anke:

    Der Kommentator des ZDF, den ich bisher für einigermaßen seriös gehalten hatte, hat Obama gerade einen, nein: DEN "Führer der freien Welt" genannt. Schön, wenn man sich so von seiner Begeisterung mitreißen lassen kann, finden Sie nicht auch, Frau Gauss? Und wenn nun die Führer-Begeisterung nicht so einen schalen Beigeschmack hätte, und wenn die freie Welt nicht gerade mit beiden Beinen tief im Irak stände ohne zu wissen, wie sie da wieder wegkommen soll, würde ich vielleicht mitjubeln. Immerhin kann ja ein Land, das einen (fast) Schwarzen zum Kandidaten für das Präsidentenamt macht, nicht ganz so verrückt sein, wie man zuletzt befürchten musste. Und wenn ich mich nun nicht erinnern würde, dass Angela Merkel auch nur deswegen Kanzlerkandidatin der Union werden durfte, weil zuletzt unter Kohl kaum einer noch einen lumpigen Heller gewettet hätte auf die CDU ... - aber das, nicht wahr, das ist ja eine alte und vor allem eine vollkommen andere Geschichte. Und überhaupt: Man soll ja nicht negativ denken, nicht wahr, Frau Gauss? Also bitte: Jubeln wir eine Runde. Vielleicht werden wir ja dafür gnädig erlöst - wovon auch immer...

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