Telekommunikationskonzerne wollen eine Maut für Daten einführen. Für die Netzwelt bedeutet das ein Zweiklasseninternet. Damit verliert das Netz seinen Sinn.von Ilka Kreutzträger
Netzneutralität ist ein Thema, das schon länger in der Diskussion ist. Was genau wurde kürzlich von "AT&T, Telekom und Co" beschlossen? Gibt es dazu Quellen?
21.04.2010 12:53 Uhr
von bla:
Da die Telekommunikationsanbieter bisher nur die Möglichkeit haben, einen Zugang anzubieten, ist es im Sinne des eigenen Geschäftsmodells nur die Erschließung neuer Geldquellen.
So ähnlich ist die Diskussion zur PKW-Maut. Nur ist es etwas kurzfristig gedacht, die kreativen / innovativen / sozial über das Internet eingebundenen und bei allen damit inhalteschaffenden Anwender über diesen Weg mehr oder weniger zu fragen, was diesen der Zugang wert ist oder ob sie nicht evtl. mit weniger zufrieden sein können.
Mehr Bandbreite im Sinne von schnelleren Zugänge bekommt man damit nicht verkauft.
Vielleicht sollte man dann die Verkehre betrachten, die am meisten von der Kostenlosigkeit profitieren und Bandbreiten maximal ausreizen z.B. VPN´s zur Firmenvernetzung / kommerzielle Telefon- und Videokonferenzen / Spieleanbieter mit Zwangsaktivierungen und Zwangsonlineverbindungen / Zwangsbereitstellung von Subsubsubreleaseversionen großer Softwarehersteller.
Gruß Bla
21.04.2010 11:50 Uhr
von Sunny:
Frau Kreutzträger - ich nehme mal an, dass Ilka ein weiblicher Name ist - hat da evtl. etwas nicht 100%ig verstanden. Netztneutralität heißt für die Infrastrukturisten vor allem, dass sie von den Anbietern nicht extra Geld verlangen können. Wie die Verlage müssen die Provider mitansehen, wie Google 'nen Haufen Kohle verdient und wollen sich da dran hängen. Heißt im Klartext, die wollen von Google extra Geld fürs Durchleiten der Daten, die von Google kommen. Endkunden müssen für schnellere Verbindungen schon immer mehr zahlen, das hat nichts mit Netzneutralität zu tun. Netzneutralität kommt wieder ins Spiel, wenn Endkunden an P2P teilnehmen und selber zu Sendern in größerem Umfang werden. Wenn sie für ihre P2P-Datenpakete nicht extra bezahlen, was in der Regel der Fall ist, könnten die Provider diese Pakete wieder drosseln. Inzwischen geht die datenanteilige Entwicklung in die Richtung, dass nicht mehr P2P "die" nennenswerte Netzbandbreite frisst sondern Media-Dienste, insbesondere natürlich Videos.
Freut mich geholfen zu haben.
***
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Für unabhängigen Journalismus: taz-Konto 39316106 | BLZ: 10010010 | Postbank Berlin - Verwendungszweck "Sunny@taz.de".
21.04.2010 09:43 Uhr
von anke:
Wenn ich nicht wie Du werden kann, musst du werden wie ich bin. Das System (will sagen: das Volk der Inhaber von Schaltstellen-Posten) verleibt sich ein, wovon es sich bedroht fühlt. Und was sich nicht einverleiben lassen mag, wird für verzichtbar erklärt. Nachdem sich das Internet zur echten Konkurrenz ausgewachsen hat für die etablierten Kommunikations-Profis, denen ums Verrecken nicht einfallen will, wie sie zu alter Macht, altem Glanz und alter Größe zurückfinden könnten, muss das Internet werden, wie die etablierten noch immer sind - und bleiben wollen: lieb, also teuer. Blogger, die von ihren einstigen Hobby unbedingt leben möchten, geben die (in Wohlwollen entlohnte) Söldner-Vorhut. Leidenschaft ist, wenn einer vor lauter Begeisterung nicht merkt, dass er an exakt dem Ast sägt, auf dem er sitzt.
21.04.2010 09:20 Uhr
von first.internet.generation:
Wir werden es unseren Enkeln erzählen: Ja, damals in den Nullerjahren, das web 2.0, jeder konnte schreiben, hochladen runterladen mailen wie er wollte, alles umsonst! ok, es war nicht 3D es gab keine Holobeamer und augmented reality ging grad erst los, aber die Freiheit Leute, die Freiheit...
20.04.2010 23:54 Uhr
von the_internetz:
*mampf* *MAMPF!* der Kapitalismus frisst sich durch die Freiheit... Hier läuft doch etwas grundlegend schief! Nicht genug damit, dass ein Großteil, zumindest des "konventionellen" Internets, schon durch einige wenige Großkonzerne (siehe New Economy) beherrscht wird, jetzt gehts dem Internet "an die Hardware". Die erste Möglichkeit für die Menschheit frei zu kommunizieren, sich zu vernetzen, mitzuteilen, kollektiv zu kreieren und zu organisieren wäre auf einen Schlag nicht mehr da. >Bloggen muss sich wieder lohnen!< ?!?!
Leserkommentare
21.04.2010 12:57 Uhr
von Oliver:
Netzneutralität ist ein Thema, das schon länger in der Diskussion ist. Was genau wurde kürzlich von "AT&T, Telekom und Co" beschlossen? Gibt es dazu Quellen?
21.04.2010 12:53 Uhr
von bla:
Da die Telekommunikationsanbieter bisher nur die Möglichkeit haben, einen Zugang anzubieten, ist es im Sinne des eigenen Geschäftsmodells nur die Erschließung neuer Geldquellen.
So ähnlich ist die Diskussion zur PKW-Maut. Nur ist es etwas kurzfristig gedacht, die kreativen / innovativen / sozial über das Internet eingebundenen und bei allen damit inhalteschaffenden Anwender über diesen Weg mehr oder weniger zu fragen, was diesen der Zugang wert ist oder ob sie nicht evtl. mit weniger zufrieden sein können.
Mehr Bandbreite im Sinne von schnelleren Zugänge bekommt man damit nicht verkauft.
Vielleicht sollte man dann die Verkehre betrachten, die am meisten von der Kostenlosigkeit profitieren und Bandbreiten maximal ausreizen z.B. VPN´s zur Firmenvernetzung / kommerzielle Telefon- und Videokonferenzen / Spieleanbieter mit Zwangsaktivierungen und Zwangsonlineverbindungen / Zwangsbereitstellung von Subsubsubreleaseversionen großer Softwarehersteller.
Gruß
Bla
21.04.2010 11:50 Uhr
von Sunny:
Frau Kreutzträger - ich nehme mal an, dass Ilka ein weiblicher Name ist - hat da evtl. etwas nicht 100%ig verstanden. Netztneutralität heißt für die Infrastrukturisten vor allem, dass sie von den Anbietern nicht extra Geld verlangen können. Wie die Verlage müssen die Provider mitansehen, wie Google 'nen Haufen Kohle verdient und wollen sich da dran hängen. Heißt im Klartext, die wollen von Google extra Geld fürs Durchleiten der Daten, die von Google kommen. Endkunden müssen für schnellere Verbindungen schon immer mehr zahlen, das hat nichts mit Netzneutralität zu tun. Netzneutralität kommt wieder ins Spiel, wenn Endkunden an P2P teilnehmen und selber zu Sendern in größerem Umfang werden. Wenn sie für ihre P2P-Datenpakete nicht extra bezahlen, was in der Regel der Fall ist, könnten die Provider diese Pakete wieder drosseln. Inzwischen geht die datenanteilige Entwicklung in die Richtung, dass nicht mehr P2P "die" nennenswerte Netzbandbreite frisst sondern Media-Dienste, insbesondere natürlich Videos.
Freut mich geholfen zu haben.
***
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21.04.2010 09:43 Uhr
von anke:
Wenn ich nicht wie Du werden kann, musst du werden wie ich bin. Das System (will sagen: das Volk der Inhaber von Schaltstellen-Posten) verleibt sich ein, wovon es sich bedroht fühlt. Und was sich nicht einverleiben lassen mag, wird für verzichtbar erklärt. Nachdem sich das Internet zur echten Konkurrenz ausgewachsen hat für die etablierten Kommunikations-Profis, denen ums Verrecken nicht einfallen will, wie sie zu alter Macht, altem Glanz und alter Größe zurückfinden könnten, muss das Internet werden, wie die etablierten noch immer sind - und bleiben wollen: lieb, also teuer. Blogger, die von ihren einstigen Hobby unbedingt leben möchten, geben die (in Wohlwollen entlohnte) Söldner-Vorhut. Leidenschaft ist, wenn einer vor lauter Begeisterung nicht merkt, dass er an exakt dem Ast sägt, auf dem er sitzt.
21.04.2010 09:20 Uhr
von first.internet.generation:
Wir werden es unseren Enkeln erzählen:
Ja, damals in den Nullerjahren, das web 2.0, jeder konnte schreiben, hochladen runterladen mailen wie er wollte, alles umsonst! ok, es war nicht 3D es gab keine Holobeamer und augmented reality ging grad erst los, aber die Freiheit Leute, die Freiheit...
20.04.2010 23:54 Uhr
von the_internetz:
*mampf* *MAMPF!* der Kapitalismus frisst sich durch die Freiheit...
Hier läuft doch etwas grundlegend schief! Nicht genug damit, dass ein Großteil, zumindest des "konventionellen" Internets, schon durch einige wenige Großkonzerne (siehe New Economy) beherrscht wird, jetzt gehts dem Internet "an die Hardware". Die erste Möglichkeit für die Menschheit frei zu kommunizieren, sich zu vernetzen, mitzuteilen, kollektiv zu kreieren und zu organisieren wäre auf einen Schlag nicht mehr da.
>Bloggen muss sich wieder lohnen!< ?!?!