Kommentar von CRISTINA NORD
Fast alle weiblichen Figuren orientieren sich in TV-Zeichentrickserien an der Barbie-Puppe. Sie haben, so stellt eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) fest, eine Wespentaille, lange Beine und damit einen "sexualisierten kleinen Frauenkörper". Für manche der männlichen Figuren gilt zwar eine ähnlich klischeehafte Überzeichnung - immerhin repräsentiert ein V-förmiger Oberkörper auch eine übersteigerte Männlichkeit. Doch diese Figuren werden von vielen ganz anders gestalteten männlichen Figuren flankiert, von dicken, langen oder kugelrunden Wesen. Den weiblichen Figuren stehen nur wenige, stereotype Rollen und Bilder zur Verfügung; den männlichen ein ganzes Repertoire.
Schön ist das nicht. Wer in seiner Kindheit die Abenteuer Pippi Langstrumpfs oder der Roten Zora genoss, weiß, wie gut es tut, wenn ein kühnes, ungewöhnlich aussehendes Mädchen die Fantasiewelt bewohnt. Doch wer sagt, dass die Identifikationsprozesse der Kinder mit den Zeichentrickfiguren geradlinig ablaufen? Dass ein Mädchen, das "Bratz" oder "Winx Club" guckt, automatisch so werden will wie die Wespentaillen-Heldinnen? Es hat genauso gut die Möglichkeit, sich an männlichen Figuren zu orientieren, sich einen Mix aus Identifikationen zu basteln oder die übersteigerte Weiblichkeit der fiktiven Figuren blöd zu finden. Dasselbe gilt für die Jungen: Warum sollen die sich nur in den männlichen Figuren spiegeln?
Das Problem einer Studie wie der des IZI ist, dass sie, obwohl sie nicht an fixierte Geschlechterunterschiede zu glauben vorgibt, diese doch reproduziert, sobald sie eindimensionale Identifikationslogiken unterstellt. Dabei gerät aus dem Blickfeld, wie viele Rezeptionsmöglichkeiten fiktive Welten eröffnen. Von Horrorfilmen etwa weiß man, dass sich der männliche Zuschauer gerne im "final girl" wiedererkennt, in der Frauenfigur, die am Ende das Monster bezwingt. Und seit dem Filmstart von "Kung Fu Panda" hört man von Achtjährigen, die vom Frühstück bis zur Gutenachtgeschichte einen Kung-Fu-lernenden Pandabären nachahmen. Ob sie deswegen später die Taillenform eines Bären anstreben?
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
02.08.2008 10:14 | Hannah
Mit wissenschaftlichen Forschungen kann ich nun nicht mithalten, möchte aber aus eigener Erfahrung auch anmerken, dass man ...
30.07.2008 13:49 | Dr. Gerdamarie Schmitz
Das Thema "Essstörungen" ist ernst, für Betroffene teilweise "tot-ernst" - deshalb empfinde ich es als absolut unangemessen ...