Schwulenfeindliche Musiker sollten öfter nach ihrer Landung im Schengen-Raum mit einem Rückflugticket begrüßt werden: Und tschüss.von MARTIN REICHERT
Nun sind auch die jungen Herren von der jamaikanischen Boyband "T.O.K." an der Reihe und der Musiker "Elephant Man" sowieso. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat CDs der Interpreten aufgrund schwulenfeindlicher Texte indiziert - der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck versucht derweil zu erreichen, dass "Elephant Man" nicht mehr nach Deutschland einreisen darf, ein Schicksal, das bereits den Reggae-Künstler "Sizzla" ereilt hatte.
Mit der Jugendgefährdung verhält es sich genau genommen so: Gefährdet durch solche Musik sind jene Jugendlichen, die in ihrer sexuellen Orientierung von der Mehrheit abweichen und sich - wie es nun mal vorkommt im richtigen Leben - in regelmäßigen Abständen mit einer Wirklichkeit jenseits studentischer Kneipen und Oberstufenpartys konfrontiert sehen. Insbesondere als Jung-Homo bekommt man dort gerne mal was aufs Maul, wird angespuckt, als Schwuchtel beschimpft etc. Es kommt allerdings auch in Leserbriefen dieser Zeitung vor, dass Geländewagen, die im Gegensatz zu einem virilen Land-Rover über Komfort-Federung und Sitzheizung verfügen, als "Schwuchtel-Jeeps" bezeichnet werden - hey, ist doch nicht so gemeint …
Ob man so jemanden ausweisen kann? Wird juristisch eher schwierig. Mindestens so schwierig, wie zu verstehen, warum so viele Reggae-Fans in Deutschland, die sich selbst womöglich als links-alternativ-progressiv begreifen, Gefallen daran finden, sich Lieder anzuhören, in denen es heißt: "Queers must be killed! Shoot them like birds". Und sich stattdessen lieber darüber aufregen, dass die nervigen Homos so einen Stress machen.
In der Welt außerhalb eines gewissen popkulturellen Bescheidwisser-Milieus, das so schön trennen kann zwischen Kunst und Wirklichkeit, wird jedenfalls getreten, geschlagen, geboxt und gemordet. Irgendwie so voll realistisch.
Bei seinem Besuch in Israel hat Gauck die Merkel’sche Formel von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson vermieden. Realpolitisch war das unklug. von Rafael Seligmann
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
25.02.2010 11:34 | :)ens
@Chris B & Co.: ...
25.02.2010 08:13 | Martin
Hej, Leute, mal eben ein paar Schwulen etwas aufs Maul geben und sie anspucken, ist künstlerische Freiheit? Und Zeilen wie ...
24.02.2010 22:00 | Reggae Fan der nicht jeden Text hören muss
Wird homophobe Gewalt durch homophobe Liedtexte gesteigert? ...