• 07.04.2009

Die beiden letzten Ausschreitungen in Frankreich zeigen, dass die Polizei derselben nationalen Logik gehorcht.

Das Kalkül des starken Mannes

KOMMENTARvon Dorothea Hahn

  • 07.04.2009 17:15 Uhr

    von nik:

    polizeigewalt in frankreichs vorstädten ist in f.
    ein innenpolitisches reizthema, knüppelnde polizisten animierten 05 massenhaft sozial benachteiligte gruppen zu ausschreitungen.
    auch in straßbourgs banlieue gab es damals schwere
    unruhen... eine teure veranstaltung war das.
    die vorstädte sind noch lange nicht zu ruhe
    gekommmen, daher ist das vorgehen der franz. polizei nicht so einfach als "geplantes versagen" zu bezeichnen und auf das Kalkül eines "starken Mannes" namens Sarkozy runterzubrechen - auch wenn es dem Saubermann und der Pflege seiner
    Profilneurosen entgegenkommen mag. Sarkozy hatte seinerzeit die orts - und bürgernahe Polizei aufgelöst - das ist der springende Punkt, denn
    damit ist die franz. Polizei zwangsläufig
    taktisch anders als die deutsche aufgestellt, weil von der bevölkerung abgekoppelt bzw. kaum bis nicht mehr in niederen sozialen kontexten präsent. d.h. die franz. polizei ist eine geschlossene gesellschaft und als solche eher
    militärisch organisiert.
    daher sind die ausführenden als fremde in den vororten nach wie vor eindringlinge und hassfiguren, die bei einsätzen immer gefahr laufen aus dem hinterhalt angegriffen zu werden. auf diesem hintergrund ist die vermeintliche passivität der franz. polizei bei der demo erklärlich - ein massiver einsatz hätte u.U. noch mehr "schlafende hunde" geweckt, d.h. gewaltbereiten jugendlichen ein riesiges forum, möglicherweise auch in anderen städten - geschaffen.
    die taktik der franz. Seite war also auf lokale
    implosion und nicht auf prävention oder
    deeskalation gerichtet - nach dem motto: sollen sich die politchaoten und underdogs doch in ihrem Viertel ausleben - hauptsache die räumliche trennung zu den anständigen bürgern bleibt erhalten.
    das ist i.Ü. für frankreich die billigste lösung,
    schließlich kostet ein polizeieinsatz mit abstand
    mehr als die paar - vermutlich von versicherungen
    gedeckten - sachschäden zu lasten dritter.
    so zynisch sich das anhört, aber sarkozy ist
    kein starker mann - sondern ein mediengeiler
    aufsteiger - dem immer noch die clearstream - affäre und seine unumstrittenen interventionen
    und herabwürdigungen der jugend in den banlieues
    anhängt. eine repositionierung als starker mann
    in der innenpolitik könnte seinen auftritt als
    "präsident aller franzosen" beschädigen und
    seine wiederwahl gefährden.
    die drecksarbeit überlässt er seit der präsidentschaft daher lieber einem fillon
    u.a.

  • 07.04.2009 12:14 Uhr

    von immerwieder:

    > Schikanen seitens der Polizei haben ja Tradition.

    typisch da ziehen LINKE Chaoten durch eine Stadt und die Polizei ist Schuld, die deutsch Linke sollte sich schämen....

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