Kommentar von Friederike Gräff
Geht es um die (Nach-)Betreuung von Häftlingen, ist die Bereitschaft, dafür Geld auszugeben, sehr überschaubar. Sicherheit in den Vollzugsanstalten ist das eine, da mag man eine Überwachungskamera mehr bezahlen. Aber diese scheinbar unentwirrbare Menge von Vereinen, Wohneinrichtungen und sonstigen Ansprechpartnern für Häftlinge und frisch Entlassene? Dabei geht es hier um schlichtes Eigeninteresse: um die Vermeidung von Rückfällen.
Es ist sonderbar und kein Ruhmesblatt für diejenigen, die sich mit Häftlingen und ihrer Resozialisierung befassen, dass die Entlassungsvorbereitung erst so spät in ihren Blick gerät. Es ist bekannt, dass die meisten Rückfälle kurz nach der Entlassung stattfinden. Und die Belege, dass diejenigen, die eine Wohnung und Arbeit vorweisen können, deutlich seltener rückfällig werden, gibt es lang genug - überraschen kann dieser Sachverhalt ohnehin niemanden. Eine Vorbereitung, die diese zentralen Punkte in den Blick nimmt, sollte selbstverständlich sein.
Natürlich ist es gerade für ehemalige Häftlinge schwierig, eines von beiden zu finden: Wer suchtgefährdet, schlecht qualifiziert und dann auch noch verschuldet ist, hat schlechte Startchancen. Ein Grund mehr, daran zu arbeiten. Dass Hamburgs Justizsenator Till Steffen dazu jetzt eine Kommission eingesetzt hat, ist klug - und allerhöchste Zeit.
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