• 05.12.2009

Antisemitische Vorurteile und Ressentiments gegen Homosexuelle nehmen in Deutschland zu. Sollte die Wirtschaftskrise noch schlimmer werden, wird sich das Poblem verschärfen.

Dummer Hass nach oben

KOMMENTARvon Philipp Gessler

  • 06.12.2009 04:40 Uhr

    von Greyjoy:

    Antisemitismus und Homophobie nehmen zu aber Islamophobie nimmt ab???

    Versteht der Schreiberling da jetzt nicht den Zusammenhang oder will er es nicht? Oder traut er sich nicht?

    arm!

  • 05.12.2009 14:18 Uhr

    von DiversityAndEquality:

    @Sören Roth:

    Wo wird im "Jugendfernsehen" bitte Homosexualität "mafiaartig und systematisch zur Steigerung des Sexualkonsums platziert"???

    Es stimmt ja, dass die Massenmedien aus vorwiegend kommerziellem Interesse eine Art Zwangssexualisierung schon von Kindern und Frühpubertierenden befördern. Aber Homosexualität und Homosexuelle kommen dort gerade nicht in ausreichendem Maße und schon gar nicht gleichberechtigt (d.h. jenseits der üblichen, zur Abgrenzung, oftmals Lächerlichmachung dienenden Klischees) vor, sondern vielmehr wird menschliche Sexualität überwiegend weiterhin auf die angebliche heterosexuelle "Norm" reduziert und jedem Menschen unterstellt, er habe gefälligst heterosexuell zu sein.

    Dass dies auf viele Menschen nicht zutriftt und dass vor allem junge, homosexuell empfindende Menschen angesichts massiver Diskriminierung und mindestens psychischer Gewalt in ihren sozialen Umfeldern, nicht zuletzt in den Schulen, ganz dringend mehr Unterstützung und Identifikationsfiguren auch in den Medien brauchen, liegt auf der Hand. Heteronormativität ist ein Verbrechen, das unter anderem dazu führt, dass homosexuelle Jugendliche nach zahlreichen Studien aus unterschiedlichen Ländern einem vier- bis fünfmal höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt sind. Wie lange dulden wir noch, dass in dieser Gesellschaft die Würde von Menschen auf Basis ihrer sexuellen Identität tagtäglich und überall derart brutal angegriffen wird, wie es bei Schwulen und Lesben nach wie vor und von Kindesbeinen an der Fall ist?

    Die Zunahme homosexuellenfeindlicher Einstellungen ist also ganz sicher kein Zeichen für ein Zuviel an gleichberechtigter (!) Sichtbarkeit von Homosexuellen im öffentlichen Leben und auch nicht in den Massenmedien jenseits der üblichen, dümmlichen Klischees, sondern verweist darauf, dass der vorherrschende mediale (Hetero-) Sexismus eine angemessene Repräsentation menschlicher Vielfalt gar nicht zulässt. Und daran sollte sich in der Tat dringend etwas ändern, denn jeder Mensch hat seine eigene sexuelle Identität und nicht "die eine" Sexualität!

    Eine Kultur des Respekts vor der Vielfalt sexueller Identitäten ist lange überfällig, aber sie fällt nicht einfach vom Himmel, sondern alle relevanten gesellschaftlichen Akteure müssen ihren Beitrag zum Schutz der Menschenwürde in diesem zentralen Bereich menschlichen Seins leisten!

    Daher ist ein nationaler Aktionsplan gegen Homophobie mit entsprechender institutioneller Verankerung auf allen Ebenen, wie in anderen EU-Ländern schon lange üblich, insbesondere mit umfassenden Maßnahmen im Bildungsbereich, aber auch entsprechendem Einwirken auf die Massenmedien, absolut unverzichtbar!

    Heteronormativität und Homophobie machen ihre Opfer krank und schränken deren Grundrecht auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit in unerträglicher Weise ein! Denn wo Homosexuellenfeindlichkeit im schlimmsten Fall enden kann - um auf den obigen Artikel zurückzukommen - das sollte uns die deutsche Geschichte mit Tausenden schwuler Opfer in den Konzentrationslagern der Nazis gelehrt haben.

    Umso skandalöser, dass man homosexuelle Menschen auch heute noch unbehelligt beleidigen und in ihre Menschenwürde angreifen sowie staatlich und gesellschaftlich diskriminieren und als Bürger zweiter Klasse behandeln kann! Dann braucht man sich über eine Zunahme homophober Einstellungen wahrlich nicht zu wundern (von nicht wenigen gesellschaftlichen Akteuren, allen voran religiöse Faschisten, die ist sie sogar gewollt!).

  • 05.12.2009 13:38 Uhr

    von Sören Köpke:

    Kollege Roth: Haben Sie denn etwa auch Hormonbeigaben im Essen zu sich genommen? Sagt die Studie nicht, dass wir wirklich andere Probleme haben als eine Jugendfernsehensexmafia?

  • 05.12.2009 08:25 Uhr

    von vic:

    Wir alle befinden uns noch lange nicht auf dem Talboden. Wenn wir den erreicht haben, werden wir uns gegenseitig zerfleischen, nur um des eigenen kleinen Vorteils wegen.
    Finanzen, Kriege, zunehmende Umweltextreme, keinerlei Unterstützung für arme, kranke, schwache.
    Wir steuern dorthin, wo alles her kam. Fressen und gefressen werden.
    Der Mensch ist das Schicksal des Menschen.

  • 04.12.2009 22:57 Uhr

    von Peter Maas:

    "Das antisemitische Vorurteil hat in Deutschland wieder Konjunktur"

    Tatsächlich? Über welchen Prozentsatz reden wir denn? Angenommen, es sind 5% von 2000, also N = 100. Wenn ich mich recht entsinne, ist die statistische Schwankung Wurzel(N), hier also
    +/-10. Übersteigt die Änderung gegenüber dem Vorjahr diesen Zufallsbereich? Ich weiss es nicht, denn der taz-Bericht nennt keine Zahlen. Das hindert Philipp Gessler aber nicht daran, die Studie wie eine unwiderlegliche Sammlung harter empirischer Fakten zu kommentieren. Warum nennt die taz keine Zahlen? Hat sie keine Lust? Darf sie nicht? Wenn Letzteres der Fall ist, stelle ich mir den taz-Bericht üngefähr so vor: Heimeyer hat mal wieder 'ne Studie veröffentlicht. Zahlen dürfen wir nicht nennen, deswegen interessiert uns das Ding auch nicht weiter.

    "Erfreulich immerhin ist, dass die Ressentiments gegen Muslime in der Bundesrepublik laut dieser Studie im zu Ende gehenden Jahr nicht zugenommen haben - die Stimmung in unserem Nachbarland Schweiz ist also bisher nicht herübergeschwappt."

    Quatsch. Der Unterschied zwischen CH und D ist, dass es in CH Volksentscheide gibt und in D nicht.

  • 04.12.2009 18:50 Uhr

    von Hatem:

    Die beiden größten deutschen Städte werden von bekennenden Schwulen regiert, auch der Außenminister und Vizekanzler ist schwul.
    Woher kommt dann die angeblich wachsende Schwulenfeindlichkeit?

    Könnte das was mit der demografischen Entwicklung zu tun haben oder stimmen Heitmeyers Zahlen nicht?

  • 04.12.2009 16:54 Uhr

    von Sarah:

    eigentlich ein bemerkenswertes Thema, doch leider so inhaltsleer und anspruchslos geschrieben, dass ich mich Frage: darf ich von einer Zeitung nicht mehr erwarten?

    Unabhängig - super! Aber bitte auch mit Qualität!
    Ich mein, die Bild oder BZ würde ich ja auch nicht kaufen, wäre sie unabhängig, aber inhaltlich genauso wie sie eben ist...Ist ja nicht das erste Mal bei euch und kommt auch nicht gerade selten vor, dass ich mich beim Lesen frage: worum gehts hier eigentlich oder aber: schreibt der/die Autor/in fürs eigene Ego oder tatsächlich für den/die Leser/in?

    Aber eines will ich auch noch sagen: Trotzdem DANKE, dass Ihr immer wieder sozialkritische Themen aufgreift, die sonst gerne mal unter den Tisch fallen! Und ich habe schließlich über die Jahre immer wieder auch richtig gut recherchierte und gut formulierte Artikel in Eurer Zeitung gelesen!

  • 04.12.2009 16:48 Uhr

    von Sören Roth:

    Sexualität ist private Angelegenheit.

    So wie Bunnies a la Playboy in der Öffentlichkeit absolut deplaziert sind, ist allerdings auch
    ein Homochique welcher in den letzten Jahren sexualkonsumfördernd den mitunter nicht reifen, sprich entwickelten Persönlichkeiten zu ersparen.

    In Zeiten von Hormonbeigaben in Lebensmitteln zwecks sexueller Körperoptimierung ist ein Hinweis auf die allgemeine "Fickeria-Gesellschaft
    natürlich sicherlich zu diskreditieren.
    Im Allgemeinen denke ich der Spruch: Dumm f*ckt gut noch durch Dumm f*ckt auch besonders viel sowie Dumm braucht Geld und EasyMoney by Open legs zu ergänzen.

    Ich meine übrigens das jeder seine persönliche Sexualität ausleben sollte. Ob Homo oder Hetero
    - völlig egal. Aber die Belästigung zur Steigerung des Sexualkonsums welche gezielt immerwieder anscheinend an den FSK Stellen vorbei im Jugendfernsehen (ab 8 Jahren)platziert werden können sind schon mafiaartig und systematisch organisiert.

  • 04.12.2009 16:47 Uhr

    von Sören Roth:

    Sexualität ist private Angelegenheit.

    So wie Bunnies a la Playboy in der Öffentlichkeit absolut deplaziert sind, ist allerdings auch
    ein Homochique welcher in den letzten Jahren sexualkonsumfördernd den mitunter nicht reifen, sprich entwickelten Persönlichkeiten zu ersparen.

    In Zeiten von Hormonbeigaben in Lebensmitteln zwecks sexueller Körperoptimierung ist ein Hinweis auf die allgemeine "Fickeria-Gesellschaft
    natürlich sicherlich zu diskreditieren.
    Im Allgemeinen denke ich der Spruch: Dumm f*ckt gut noch durch Dumm f*ckt auch besonders viel sowie Dumm braucht Geld und EasyMoney by Open legs zu ergänzen.

    Ich meine übrigens das jeder seine persönliche Sexualität ausleben sollte. Ob Homo oder Hetero
    - völlig egal. Aber die Belästigung zur Steigerung des Sexualkonsums welche gezielt immerwieder anscheinend an den FSK Stellen vorbei im Jugendfernsehen (ab 8 Jahren)platziert werden können sind schon mafiaartig und systematisch organisiert.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder