• 08.09.2010

Eine kleine rechte christliche Gruppe aus dem US-Bundestaat Florida fordert dazu auf, den Koran zu verbrennen. Sie will den 11. September für sich zu vereinnahmen - und Schlagzeilen.

Wegschauen ist die richtige Reaktion

KOMMENTARvon Karim El-Gawhary

  • 10.09.2010 20:34 Uhr

    von Runzelrocker:

    Ich bin Atheist. Der Anteil in der BRD wird auf 25 - 40% geschätzt. Meinetwegen kann die Bibel, der Koran und was es sonst noch so an religiösen Gegenständen gibt, verbrannt werden. Die christlichen,evangelischen Kirchen in Deutschland sind fast leer. Ich fahre manchmal meine 85 jährige Mutter zur Kirche. Nur ca. 3% der Christen gehen in die Kirche Fast jede Religion hat ihre "Macken". Jehovas Zeugen: Verbot der Bluttransfusion. Christentum katholisches: Zölibat, Jungfrau Maria, Wiederauferstehung, Über Wasser gehen etc. Islam, Kopftuch, Schweinefleisch, Ramadan, kein Alkohol.
    Gesetzeskraft einer Religion. Spinnt ihr alle. Ich will mit diesen ganzen Themen nichts zu tun haben.
    Diese Relgiösität hatte wir vor einigen 100 Jahren.
    Soll sich eine Gesellschaft rückwärts entwickeln??

  • 09.09.2010 17:38 Uhr

    von navax:

    guter Artikel.
    Hoffentlich geht von der taz auch keiner hin; und hoffenlich kauft die taz auch nicht anschließend irgendwelche Agentur-Photos von der Aktion, um sie - natürlich nicht wegen der Auflage - nacher doch zu zeigen.

  • 09.09.2010 14:32 Uhr

    von beatus:

    Hervorragender Kommentar!
    Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit.

  • 09.09.2010 12:24 Uhr

    von jörg:

    Klasse, wegschauen empfehlen aber eine lange seite vollschreiben?
    dann hätte ich doch gerne etwas zu Kurt Westergaard oder läuft der inzwischen bei der taz auch unter rassist?

  • 09.09.2010 11:46 Uhr

    von Hanna:

    Der einzige Unterschied ist, dass nach den Anschlägen nicht die muslimische Welt in der Presse klargemacht hat, dass sie sich - natürlich - von diesen Morden distanziert. Die westliche Welt dies aber tut. Und vielleicht würde das auch helfen - wenn Muslime sich freiwillig öffentlich dazu äußern, was sie verurteilen, dann würden die Gemeinsamkeiten klarer werden - Christen und Muslime bzw. Menschen aus christlich wie muslimisch geprägten Staaten gemeinsam gegen Terror, Mord und Fanatismus.
    Wobei man mit der Koranverbrennung leben muss - weil wir diese Freiheit, auch von geschmacklosen, sinnlosen, iditoischen oder was auch immer Aktionen haben wollen. Todesdrohungen, Mord etc. steht auf einem anderen Blatt.
    Wenn Muslime ihre Wut über geschmacklose Koranverbrennungen im nichtkünstlerischen Rahmen ( hier gilt ja bekanntlich eine andere Freiheit) durch das Verbrennen von Flaggen äußern, ist das doch in Ordnung. Sie haben das Recht, wütend zu sein, aber nicht das Recht, Todesdrohungen auszustoßen oder Menschen auf Todeslisten zu setzen.
    Genau darum geht es - Aktionen, die als Provokation interpretiert werden können oder auch genau so gemeint sind, auszuhalten, ohne nach Tötung zu schreien. Und das ist etwas, das die muslimische Welt lernen muss, hoffentlich an diesem Beispiel der Koranverbrennung.
    Wenn Menschen sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen, dann sollen sie schreien - aber sie müssen damit leben, denn Religion ist im Westen nicht ein über allem stehendes Gut, dem sich alle zu unterwerfen haben. Von niemandem kann erwartet werden, dass er auf die religiösen Gefühle Rücksicht nimmt, denn für Atheisten ist das unter Umständen einfach nur totaler Kokolores und das muss er auch sagen dürfen, denn sonst ist die Diktatur da - die Dikatur des Geistes. Ich persönlich finde Religion Gehirnwäsche - damit beleidige ich sicherlich jede Menge Christen und Juden und Muslime, aber ich habe das Recht, das zu denken und auch zu sagen, denn sonst wird Religion zu einer Ideologie, der nicht widersprochen werden darf. Der Unterschied zwischen muslimischen Ländern und westlichen Ländern ist auch, das sich westlichen Ländern die Religion weniger ( für mich immer noch viel zu viel) im öffentlichen Raum vorkommt. Und das scheint sich positiv auf Freiheit und Demokratie auszuwirken. Ich bin sicher, dass islamische Länder immer mehr dahin kommen werden, diese Trennung durchzuführen. Nur dann ist Entwicklung möglich. Religion hat Privatsache zu sein, sonst verstopft sie das Denken. Und ich glaube, dass mir da unzählige Muslime zustimmen werden, die in ihren Ländern gefoltert etc. wurden.

  • 09.09.2010 11:30 Uhr

    von einer:

    Man stelle sich vor: Medien, und Verantwortung geht vor Quote.

    aber, ja: träumen ist erlaubt.

  • 09.09.2010 10:16 Uhr

    von Toleranz den Toleranten:

    Gute Strategie,
    ich frage mich jedoch, warum so hilflos,
    theoretisch gibt es ja auch die Möglichkeit,
    das Ganze wegen "Belästigung der Allgemeinheit",
    "disorderly conduct" zu untersagen.

  • 09.09.2010 09:59 Uhr

    von Peter:

    Ich ja gegen Bücherverbrennung aber jetzt bin ich doch gespannte wie die islamische Welt drauf antworten wird, ein paar Terry Jones Puppen wurden ja schon verbrannt.

    Man stelle sich mal vor die Christen würden sich über eine Bibelverbrennung aufregen, die taz würde im Dreieck springen um diese Kunstform zu verteidigen.

  • 08.09.2010 22:09 Uhr

    von anke:

    Au ja, das wäre cool! Noch cooler allerdings wäre es, am selben Tag würden am gleichen Ort Muslime und Christen ihre Nasen gemeinsam und von der Weltpresse verfolgt in ein Buch ihrer Wahl stecken um im Duett oder abwechselnd daraus zu rezitieren. Wenn ihnen kein besseres einfällt, dürfte es meinetwegen sogar die UN-Menschenrechtkonvention oder (behelfsweise) die US Unabhängigkeitserklärung sein. Ich fürchte nur, dieser Vorschlag und jede eventuelle Umsetzung desselben würde von den Welterklärern aller Couleur umgehend als Provokation aufgefasst. Kaum etwas hat schließlich derzeit einen schlechteren Ruf als das sogenannte Appeasement. Nicht auszudenken, was die Retter und Schützer täten, käme es wirklich dazu.

  • 08.09.2010 17:25 Uhr

    von Andy:

    Manoman,stammt dieser Mann unserer Regierung ab? Die machen auch immer so blöde Sachen die keiner will und auch keinen Sinn haben......

  • 08.09.2010 17:21 Uhr

    von hto:

    Es sollte sich jetzt auch ein Tag der Verbrennung der Bibel etablieren, denn als Christ und Sozialist weiß ich, wie sehr die Botschaft des Christus, von kath. und ev. Kirche, in die vielen Wahrheiten dieses Systems von Ausbeutung und Unterdrückung systemrational konfusioniert wird.

  • 08.09.2010 16:51 Uhr

    von maarr:

    Prima Kommentar. Ich habe zuerst an die us-amerikanischen Muslime in den USA gedacht, was sie wohl bei so einer Aktion empfinden müssen.

  • 08.09.2010 16:31 Uhr

    von Stefan Thiesen:

    Einerseits gebe ich Herrn El-Gawhary recht, auf der anderen Seite ist die Situation nicht ganz so harmlos, wie es scheint. Zwar handelt es sich hier um eine winzige extremistische (durchgeknallte) Gemeinde, aber auch Bewegungen die längst in "Main Stream USA" angekommen sind - wie die Tea Party und Ihr Frontpropagandist Glenn Beck - sind nicht weit davon entfernt. Auf seiner Website wirbt Beck mit dem Spruch "America's divine destiny". Mir machen diese Typen Angst - und ich bin kein Muslim. Robert Heinlein hat in den Vierzigern des 20sten Jahrhunderts bereits eine Religiöse Diktatur in den USA für die erste Hälfte des 21sten Jahrhunderts vorhergesagt.

    Ansonsten: In Deutschland erfüllt die Koranverbrennung und das Brimborium darum herum klar einen Straftatbestand, der mit Gefängnis geahndet werden kann:

    Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:

    Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
    1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
    wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

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