• 30.06.2010

Würde die Linke Gauck wählen, würde dies von Dankbarkeit einem Mann gegenüber zeugen, der der einstigen PDS zu demokratischen Reifeprozessen verhalf.

Diesen Konservativen wählen!

KOMMENTARvon Jan Feddersen

  • 02.07.2010 11:12 Uhr

    von Tajmahal:

    Herr Feddersen, was sind 'Leninisten' in Ihrem Weltbild? Die Revolutionäre von 1917? Und was hat die damalige Russische Revolution mit einem Kandidaten zu tun, der den Afghanistan-Krieg befürwortet? Ein imperialistischer Krieg, hätte Lenin gesagt, bei dem es um geostrategische, wirtschaftliche Interessen geht? Dank Ex-Bundespräsident Köhler bestätigt. Warum ausgerechnet die Linke den seinerzeit von der CSU avisierten Kandidaten wählen sollte? Ich empfehle Ihnen, auch einmal im Quatsch Comedy Club aufzutreten.

  • 01.07.2010 06:19 Uhr

    von vic:

    Die Linke hatte die Wahl zwischen zwei CDU Kandidaten.
    An keinen davon die Stimme zu vergeuden war richtig.
    Gaucks Biographie weist mehr interessantes Material auf als Stasi-Akten und Versöhnungs-Folklore.
    Außerdem;
    B zu wählen damit A verliert, ist nicht Sinn einer Wahl.

  • 01.07.2010 04:35 Uhr

    von Klaus Priesucha:

    Abgesehen davon, dass es auch bei einer Unterstützung Gaucks durch die Linke höchstwahrscheinlich für ihn nicht gereicht hätte.
    Was hätte man gesagt, wenn die Linke Gauck gewählt hätte?
    Vielfach wohl doch:
    Da wählt die Linke einen Mann, zu dem sie ebenso große Differenzen hat wie zu Wulff, nur um sich bei SPD, den Grünen und dem Bevölkerungsteil, der sich nach einem Monarchenersatz sehnt, anzuschleimen! Und um über ihre Vergangenheit hinwegzutäuschen.

    Der Gutmensch Gauck seinerseits hätte eigentlich sagen müssen:
    Eine Partei, die den Afghanistankrieg und den Sozialabbau nicht begrüßt, ist jenseits ihrer Vergangenheit nicht regierungsfähig und von der möchte ich auch nicht gewählt werden. Um nicht am Ende zu einem glaubwürdigen Gesicht für ein rot-rot-grünen Bündnis ernannt zu werden, ausgerechnet ich.

  • 30.06.2010 18:11 Uhr

    von Redbranch:

    "Die Linke sollte diesen Mann verehren."
    Was für ein Quatsch. Die Linke kann wohl selber entscheiden, wen sie verehrt und wen nicht.

    Ein etwas pragmatischerer Ansatz wäre sinnvoller:
    Die Linke sollte diesen Mann wählen. Egal, ob sie ihn nun verehren oder was auch immer.
    Nur so kann der unsagbare Wulff als Bundespräsident verhindert werden. Und DAS sollte ja wohl hoffentlich auch im Sinne der Linken sein.

  • 30.06.2010 17:51 Uhr

    von schlimmpanzky:

    Feddersen schreibt:
    "...das intellektuelle Vermögen von Linken in ihrer marxistischen Provenienz ist ja ohnehin im Moskau der Dreißigerjahre ausgemerzt worden."

    Ich wusste gar nicht, dass Feddersen schon sooo
    alt ist!

    Aber hallo
    Schlimmpanzky

  • 30.06.2010 16:00 Uhr

    von M. Stocker:

    Was für eine verschwurbelte Idee! Gottseidank brauchen wir die von Feddersen herbeigesehnten Leninisten nicht mehr. Damit erübrigt sich auch die Schnapsidee, dass 'der Feind unseres Feindes' automatisch 'unser Freund ist'. Aus dieser totalitären Schlichtheit war die amerikanische und sowjetische Außenpolitik der letzen 60 Jahre gestrickt, mit verheerenden Folgen für die ganze Welt, inklusive für die USA und die SU. Wozu soll die Linke einen bis in die Knochen gestrigen, in der Denke des Kalten Krieges festhängenden Politiker wählen, der die Zeichen der Zeit nicht mehr wahrnimmt (eisernes Festhalten an Agenda-Politik und Afghanistan-Kriegsbeteiligung) und nur von völlig um den Verstand gebrachten Grünen und stukturkonservativen SPD-lern als provokanten Wettbewerbsbeitrag um die konservativste Dummheit ins Spiel gebracht wurde. Dass sich Rot-Grün damit, sollte es je in absehbarer Zeit zu einem Regierungswechsel kommen, selbst schlagen, überfordert die 'Strategen' dieser Parteien: viel Vergnügen mit einem Präsidenten, der in der Agendapolitik-Retroschleife hängt, während man selbst schon was neues probieren möchte.

    Es ist übrigens eine gepflegte Märchenstunde, dass Gauck alleine für die Überwindung der stalinistischen Einparteienherrschaft der SED verantwortlich war. Die Neugründung PDS war längst in der Demokratie angekommen, lange bevor Gauck überhaupt etwas bewirken konnte, sie war schneller da als manche Fossilien aus dem Westen (DKP, SEW).

    Bitter ist es schon, dass die Sozialdemokraten, ja nicht mal die Grünen eine Kandidatin, einen Kandidaten präsentieren können, die/der wie Gustav Heinemann der politischen Klasse einen Spiegel ihrer Verkommenheit vorhalten könnte. Aber da müssten diese Parteien ja erstmal selbst reinschauen und bereit sein, sich wiederzuerkennen.

  • 30.06.2010 13:38 Uhr

    von Johannes Klein:

    Nein, Herr Feddersen, so, wie Sie sich es in Ihrer neoliberalen Lilalaunewelt wünschen, ist es dann halt doch nicht. Da nützt es auch nichts, in Ihrem flachen Kommentar mangels Argumenten an den Haaren herbeigezogene Leninisten- und Antifa-Klischees hervorzuwürgen - damit entlarven Sie sich einmal mehr. Danke!

    Warum sollte die Linke den Kandidaten Gauck unterstützen?
    Weil er den Afghanistan- und Irakkrieg unterstützt(e)?
    Weil er marktradikale (oder sagen wir von mir aus: wirtschaftsanbiedernde und ökonomisch völlig sachverstandsfreie) Meinungen vertritt?
    Weil er Transatlantiker ist?
    Weil er tatsächlich meint, Freiheit und materielle Teilhabe hätten keine Schnittmengen?
    Weil er die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise nicht verstanden hat und diese kriminellen Handlungen bagatellisiert, statt deren Gefahr für die Demokratie zu erkennen?
    Weil er Senatsmitglied in der dt. Nationalstiftung ist, die quasi deckungsgleiche "Thesen" wie die INSM und die FDP vertritt?

    Lieber Herr Feddersen, ich weiss nicht, was man genommen haben muss, um zu glauben, die Linke könnte so einen wie Gauck mitwählen, ohne sich so unglaubwürdig wie z.B. SPD/Grüne zu machen.

    Ach ja, darum geht´s ja nicht, es geht um einen Anlass für das übliche, zutiefst undemokratische Linkengebashe. Nach Gauck wird hab morgen kein Hahn mehr krähen, dann müssen Sie sich einen neuen Vorwand suchen.

  • 30.06.2010 12:55 Uhr

    von Ulli Müller:

    Gauck steht aber auch für den TurboKapitalismus, er steht in erster Linie für eine bürgerliche, aber nicht für eine soziale, gerechte Gesellschaft.
    Grüne und SPD haben den perfekten FDP-Kandidaten vorgeschlagen.
    Denke eher, dass Gauck langfristig der Rettungsanker für Schwarz/GelD werden würde.

  • 30.06.2010 12:54 Uhr

    von A.N.:

    Ich bin immerwieder überrascht, wie in der TAZ die Linke runtergemacht wird. Klar würde (gesetzt dem Fall, in der FDP/CDU gibt's genug "Abweichler") Gauck dann mit Stimmen der Linken evtl gewählt werden und die Regierungskoalition in eine Sinnkriese gestürzt, aber das als einziger Grund ist doch etwas wenig. Und was daran verwerflich ist, dass die Linke einen Kandidaten auf Grund politischer diskrepanzen (nicht nur im Sozialen) zur eigenen Position nicht wählen möchte kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

    Aber ich kann mich nur wiederholen: Grade die Berichterstattung zu Gauck zeigt mir die politische Ausrichtung der TAZ... wird vielleicht zeit, das Banner auf dem Titel grün statt rot zu machen...

  • 30.06.2010 12:10 Uhr

    von Graureiher:

    Der Westerwelle-Fan Feddersen („Die Ehe hat ihm gut getan!“) featured den Neoliberalen Gauck. Was ja auch verständlich ist, ist Gauck doch eigentlich der natürliche Kandidat der FDP. Es gehört auch wohl zur Kampagne der neoliberalen Kampfpresse für diesen Kandidaten und insofern nichts Besonderes.
    Warum er sich bei der Gelegenheit über DIE LINKE auslassen muss, wird sein Geheimnis bleiben. Was er in diesem Zusammenhang äußert, fällt doch etwas aus dem Rahmen und ist selbst unter taz-Niveau! Vielleicht ist dem Autor ja die 4 Prozent Prognose für seinen Darling auf den Magen geschlagen, und er musste sich dringend übergeben. Das nächste Mal bitte aufs Klo!

  • 30.06.2010 11:42 Uhr

    von hto:

    "Die Linke sollte diesen Mann verehren."

    Schlimm genug, daß die Linke das intrigante Spiel von "Demokratie" im parlamentarischen Marionetten-Theater mitspielt - wahrhaftige Linke hätten nicht einmal einen eigenen Kandidaten aufgestellt - jetzt sollen sie die Verkörperung dieser Intrige auch noch verehren!?

    Zur Erinnerung, bzw. als Aufwachhilfe Herr Feddersen: die "sozialen Errungenschaften" im Kalten Krieg, die nun im Laufe der "notwendigen" Reformen wieder eingesammelt werden, waren ziemlich offensichtlich nur intrigante Geschenke auf Zeit.

  • 30.06.2010 11:28 Uhr

    von reblek:

    Jemandem, der offensichtlich aufgrund einer schrecklichen K-Gruppen-Vergangenheit viel gutzumachen hat, ist kein "Argument" zu dämlich, um andere - in diesem Fall "Die Linke" - für seine Sünden büßen zu lassen. Wer sich angehört hat, welche politischen Positionen Gauck vertritt, muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um behaupten zu können, dieser Mann sei für Linke ein Gewinn.

  • 30.06.2010 11:20 Uhr

    von vomsehen:

    Warum sollten die Linken jemanden wählen, der sie allein in den letzten Tagen schon wieder in dieser ihm eigenen, rechthaberischen, para-staatsanwaltschaftlichen Weise x-mal angepampt hat?

    Der mitten in der größten Krise des Kapitalismus seit Generationen der ambivalenten Dynamik von warenproduzierenden Gesellschaften ABSOLUT unkritisch gegenübersteht? Der nichtmal jetzt, wo sich zeigt, dass die Subalternen wie erwartet die Krise blechen sollen, diesbezüglich irgendein köhlermäßig pseudokritisches Statement hervorzuwürgen Willens oder in der Lage ist?

    Der NUR DESHALB überhaupt Kandidat ist, weil er in ein durchsichtiges taktisches Kalkül der SPD und der Grünen passt?



    Es gibt keinen Grund für Linke, gerade jetzt einen Rechten zu wählen. Es wundert mich, dass Jan Feddersen die bei den Linken (hoffentlich) noch herrschende Priorität, eine politische statt taktische Entscheidung zu treffen, als eine Art Politikverweigerung beschreibt. Ich finde im Gegenteil, dass bei der P-Frage eine Entscheidung, die sich daran ausrichtet, der Kanzlerin maximal zu schaden, die Würde des Amtes, die von Kindergarten-Hotte bereits stark genug beschädigt wurde, noch mehr verletzt.


    Mit dem 20-Jahre-Termin, mit etwas Vereinigendem, mit Anerkennungs insbesondere der DDR-Opposition hat die Gauck-Option aus meiner Sicht wenig zu tun. Da wäre einer wie z.B. Friedrich Schorlemmer die bessere Option gewesen - und auch repräsentativer, wenn man nicht nur auf '89 schaut sondern ein paar Jahre zurück.

    Aber den hätten keine FDPler gewählt, weswegen er gar nicht erst auf Gabriels Taktiktafel kam.

    Was für ein Trauerspiel...

  • 30.06.2010 08:50 Uhr

    von Floda Nashir:

    Nee, Feddi-Schnuckel, das war wohl nix. Versuchs nochmal.

  • 30.06.2010 08:15 Uhr

    von AuWeiA:

    Die Lobhudelei an diesen Gauck geht weiter. Richtiger wird sie deshalb nicht. Sie zeugt lediglich für die Manipulierbarkeit der Medien...und deren Fähigkeit, die Menschen zu blenden.
    Wieso wird viel über Gauck verschwiegen?

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder