Kommentar von Juliane Schumacher
Skurril ist es schon: Da legt das Land die neuen Tourismuszahlen vor und freut sich, zu welchem Boom das Image der kreativ-alternativen Metropole beiträgt. Gleichzeitig warnt die landeseigene Tourismusagentur davor, zu viel über das Clubsterben zu berichten - es könnte das Image beschädigen.
Was das heißt? Selbst den Verantwortlichen dämmert, wie widersprüchlich ihre Politik ist: Sie wissen, wie sehr die Anziehungskraft Berlins von der - auch alternativen - Kulturszene lebt, und untergraben sie doch selbst: sei es durch den Ausverkauf landeseigener Grundstücke, die einen Gestaltungsspielraum lassen würden, durch Nichthandeln wie bei den bedrohten Projekten Tacheles und Schokoladen, aber auch indem sie darauf verzichten, eine breite Diskussion anzustoßen, wo Berlin eigentlich hinsoll. Die ist aber überfällig: Schließlich haben sich die Voraussetzungen für die auf einmal wieder wachsende und sich sozial im Umbruch befindende Stadt in den letzten Jahren stark gewandelt.
Da ist es weniger ein Problem, dass die Wirtschaftssenatorin mehr Geschäftsreisende anlocken will. Berlin hat Raum für viele Subkulturen. Nur darf diese Politik nicht auf Kosten derer gehen, die hier leben und der Stadt erst zum aktuellen Aufschwung verholfen haben. Jenseits davon, von der Marke Berlin zu schwärmen, sind jetzt von der Politik Taten gefragt, um Berlin die Freiräume zu erhalten, die es braucht, um Berlin zu bleiben. Gut, dass das zumindest bei manchen Politikern - wie dem Bürgermeister von Mitte - inzwischen angekommen ist.
Ein internes Papier belegt: Das Land will für 654 Millionen Euro die Wasserbetriebs-Anteile von RWE zurückkaufen - mit Geld, das die Betriebe in Zukunft abwerfen. von Konrad Litschko

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
16.02.2012 17:46 | suswe
Bald gibt es nur noch Starbucks, Edelpizzerien und Bubbletea, dann hat sich das mit den Touristenhorden erledigt.
16.02.2012 14:10 | Enzo Aduro
@yberg ...
16.02.2012 14:01 | Enzo Aduro
Aber wenn man die ganzen "anarchischen" Kulturprojekte staatlich institutionalisiert, dann ist deren Anziehungscharackter a ...