• 10.01.2009

Hätte die Witwe von Jürgen Ponto Recht bekommen, bestünde die Gefahr, dass alle Filme mit zeitgeschichtlichen Themen nachträglich gekürzt werden müssten.

Richtiges zum falschen Film

KOMMENTARvon Cristina Nord

  • 09.01.2009 22:27 Uhr

    von Sam M.:

    Ihr Kommentar greift zu kurz:

    Natürlich kann kein Dokumentarfilm in absehbarer Zukunft das Gewesene "so wie es war" abbilden, sondern selektiert durch die Wahl der Sujets; diese Tatsache birgt einerseits auch eine ästhetische Komponente.

    Eichinger und Edel propagierten aber bereits vorab das aufklärerische Potential ihres Werkes, indem sie behaupteten, sie wollten "[ihren Kindern] erzählen was von 1967 bis 1977 [...] passiert ist."

    Genau aufgrund dieses Anspruchs dürfte m.E. die Frage nach dem Grad der Genauigkeit keine rein ästhetische, sondern sollte vielmehr eine moralische sein, denn immerhin leben viele der Zeitzeugen noch, und fühlen sich, unter Umständen, wie jetzt im Fall Ines Ponto, persönlich mißachtet.

    Ob der einzelne Betrachter den Film nun für gelungen hält oder nicht: die Jagdlust auf den Ausland-Oscar hat jegliche moralische Verantwortung seitens der Produzenten offensichtlich zerstreut.

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