Kommentar von SVEN-MICHAEL VEIT
Da hat Christoph Ahlhaus aber eine Menge zu erklären. An der Basis des grünen Koalitionspartners gärt es bereits kräftig. Es werden eine Menge Fragen sein, die Ahlhaus überzeugend wird beantworten müssen, wenn er denn wirklich Erster Bürgermeister in Hamburg werden will. Die Mitgliedschaft in einer schlagenden und - mindestens - rechtskonservativen Studentenverbindung ist politisch-kulturell weit entfernt von grünen Prinzipien.
Gerade zu einer Zeit, da der als innenpolitischer Hardliner skeptisch beäugte Ahlhaus sich als Liberaler geriert, um die Grünen zu umgarnen, wird dieses Detail aus seiner Vergangenheit öffentlich. Gerade noch rechtzeitig.
Der Status als "Conkneipant" ist keine Jugendsünde. Zumal Ahlhaus nach eigenen Angaben erst nach dem Studium, also mit über 30 Jahren, diese zweifelhafte Ehre zuteil wurde. Und weil er nicht wieder austrat.
Nicht 2004, als er CDU-Abgeordneter in der Bürgerschaft wurde, nicht 2006, als er zum Staatsrat in der Innenbehörde avancierte und selbst 2008 nicht, als er Innensenator im schwarz-grünen Senat wurde.
Damals hätte er seinen Austritt - wie weiland der grüne Bundespolitiker Rezzo Schlauch - als Reifeprozess verkaufen können. Jetzt reagiert er nur auf öffentlichen Druck.
Ob das überzeugend ist, wird die grüne Basis entscheiden.
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Leserkommentare
29.07.2010 18:24 | Werner G.
"Grüne"?? "Prinzipien"?????
28.07.2010 22:24 | McHac
Aus welchen Quellen stammt denn bitte die Information, die Turnerschaft sei "mindestens rechtskonservativ"?
27.07.2010 23:20 | Franz Glaser
Man ist den Grünen als Konservativer zu Dank verpflichtet. Durch das weinerliche Outen solch wankelmütiger und nicht gerade ...