wäre ich am Beginn meiner Judokarriere, ich würde es vermutlich nochmal genauso machen. Die Zeit war schön, es hat mir Spaß gemacht so viele Länder zu bereisen und mich mit anderen Nationen auszutauschen. Einige Freundschaften aus der Zeit pflege ich noch immer. Aber ich würde heute nicht mehr mein ganzes Leben dafür hergeben wollen. (Das Magazin jetzt.de hat ein Interview mit mir zu diesem Thema gemacht, zu finden unter http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/444745)
Letztendlich läuft es eben darauf hinaus, dass nicht viel anderes als der Sport selbst möglich ist. Ich musste nach meinem Aussteigen erst einmal ganz viel Menschwerdung in kurzer Zeit nachholen. Ich lebte eben ein bisschen wie in einem Elfenbeinturm. Und das würde ich in diesem Teil meines Lebens nicht mehr wollen.
Peinlichkeiten mit Funktionären blieben mir erspart, soweit ich mich erinnern kann.
Beste Grüße, Ulrike Köhler
13.09.2008 02:37 Uhr
von Michael Schmidt:
Liebe Ulrike,
mittlerweile dick bin ich immer noch der Meinung, man sollte seinen Sport in erster Linie für sich selbst machen. Ich kam zwar nie in die Verlegenheit - doch stelle ich mir sogar nach einem "Sieg" viele Gratulanten, insbesondere Sportfunktionäre, peinlich vor.
Von daher meine Frage: Würdest Du wieder an einer EM oder einem größeren Wettbewerb teilnehmen wollen?
Grüsse, Michael
12.09.2008 06:41 Uhr
von einem Musiker:
demnach geht es den Sportlern also wie den Musikern: "Was haben Kritiker und Eunuchen gemeinsam? Sie wissen zwar wie es (besser) geht, koennen es selbst aber nicht."
11.09.2008 18:11 Uhr
von Alex:
Sehr passender Kommentar zu dieser ganzen "WIR sind Fußballweltmeister"
11.09.2008 17:28 Uhr
von Du Bist was Du bist:
Du bist Deutschland war der Spruch einer Kampagne, die von 25 Medienunternehmen ins Leben gerufen und von Bertelsmann koordiniert wurde. Diese Kampagne hatte versteckt die Interessen von Arbeitgebern zum Inhalt und war recht unscharf aufgrund großer Camouflage. Und das weiß auch die taz, denn die tageszeitung sprach davon, dass mittels einer „neoliberalen Wundertüte“ die „von Depressionen und Zukunftsängsten geschüttelten Deutschen wieder auf gute Laune getrimmt werden“ würden, während die Verantwortung von Staat und Wirtschaft für das „Schicksal des Landes“ dabei auf den Einzelnen abgeschoben werde. Und es war ja die Zeit der Hartz-Gesetze: Armut für alle - also ein anderer Titel wäre besser.
Leserkommentare
14.09.2008 16:36 Uhr
von Ulrike:
Lieber Michael,
wäre ich am Beginn meiner Judokarriere, ich würde es vermutlich nochmal genauso machen. Die Zeit war schön, es hat mir Spaß gemacht so viele Länder zu bereisen und mich mit anderen Nationen auszutauschen. Einige Freundschaften aus der Zeit pflege ich noch immer. Aber ich würde heute nicht mehr mein ganzes Leben dafür hergeben wollen. (Das Magazin jetzt.de hat ein Interview mit mir zu diesem Thema gemacht, zu finden unter http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/444745)
Letztendlich läuft es eben darauf hinaus, dass nicht viel anderes als der Sport selbst möglich ist. Ich musste nach meinem Aussteigen erst einmal ganz viel Menschwerdung in kurzer Zeit nachholen. Ich lebte eben ein bisschen wie in einem Elfenbeinturm. Und das würde ich in diesem Teil meines Lebens nicht mehr wollen.
Peinlichkeiten mit Funktionären blieben mir erspart, soweit ich mich erinnern kann.
Beste Grüße, Ulrike Köhler
13.09.2008 02:37 Uhr
von Michael Schmidt:
Liebe Ulrike,
mittlerweile dick bin ich immer noch der Meinung, man sollte seinen Sport in erster Linie für sich selbst machen. Ich kam zwar nie in die Verlegenheit - doch stelle ich mir sogar nach einem "Sieg" viele Gratulanten, insbesondere Sportfunktionäre, peinlich vor.
Von daher meine Frage: Würdest Du wieder an einer EM oder einem größeren Wettbewerb teilnehmen wollen?
Grüsse,
Michael
12.09.2008 06:41 Uhr
von einem Musiker:
demnach geht es den Sportlern also wie den Musikern:
"Was haben Kritiker und Eunuchen gemeinsam? Sie wissen zwar wie es (besser) geht, koennen es selbst aber nicht."
11.09.2008 18:11 Uhr
von Alex:
Sehr passender Kommentar zu dieser ganzen "WIR sind Fußballweltmeister"
11.09.2008 17:28 Uhr
von Du Bist was Du bist:
Du bist Deutschland war der Spruch einer Kampagne, die von 25 Medienunternehmen ins Leben gerufen und von Bertelsmann koordiniert wurde. Diese Kampagne hatte versteckt die Interessen von Arbeitgebern zum Inhalt und war recht unscharf aufgrund großer Camouflage.
Und das weiß auch die taz, denn die tageszeitung sprach davon, dass mittels einer „neoliberalen Wundertüte“ die „von Depressionen und Zukunftsängsten geschüttelten Deutschen wieder auf gute Laune getrimmt werden“ würden, während die Verantwortung von Staat und Wirtschaft für das „Schicksal des Landes“ dabei auf den Einzelnen abgeschoben werde. Und es war ja die Zeit der Hartz-Gesetze: Armut für alle - also ein anderer Titel wäre besser.