Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung (EG)

Kolonialismus oder wie sich Europa "entwickelte"

Gängige Bilder in der sogenannte "Entwicklungspolitik" lauten so oder ähnlich: >>Während sich Europa industrialisierte, ist in anderen Regionen der Welt einfach wenig passiert. Diese Länder sind immer noch "Entwicklungsländer" oder "spät industrialisierende Staaten."<< Doch diese sind nicht nur stark verkürzt, sondern grundlegend inkorrekt. Warum? Sie lassen 500 Jahre Kolonialismus unbeachtet. 500 Jahre in denen europäische Staaten bis zu 85 Prozent der Erdoberfläche dominierten und Kolonialgebiete systematisch ausbeuteten, besiedelten oder schlicht zerstörten. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Beziehungen zwischen kolonisierten und kolonialisierenden Regionen und Nationen fällt auf: Kolonialismus war Grundlage für das, was in Europa gemeinhin als Entwicklung, Fortschritt oder Moderne bezeichnet wird. Warum ist das so und wie funktionierte das System Kolonialismus? Welche Auswirkungen hat Kolonialismus auf die heutige Weltwirtschaft? Diesen Fragen werden wir im Rahmen unseres Tagesworkshops auf den Grund gehen. Und nicht zuletzt werden wir uns der Frage stellen: Ist ökonomische Entwicklung ohne Zerstörung und Unterdrückung möglich?