Die Planungen für eine Fernwärmeleitung aus dem Kohlekraftwerk Moorburg haben am Freitag von Neuem begonnen.von GERNOT KNÖDLER

Jetzt doch woanders: Vattenfall schlägt Möglichkeiten für die Fernwärmetrasse vor. Bild: dpa
Die Planungen für eine Fernwärmeleitung aus dem Kohlekraftwerk Moorburg haben am Freitag von Neuem begonnen. Im Rahmen eines sogenannten "Scopingtermins" stellte der Energiekonzern Vattenfall als künftiger Kraftwerksbetreiber seine Lieblingsvariante vor, die über die Holstenstraße führen würde.
Die Fernwärmeleitung, auch "Moorburgtrasse" genannt, ist höchst umstritten. Der Plan, die Leitung durch den Grünzug Altona, insbesondere den Gählerpark, zu bauen, stieß auf starken Widerstand bei den AnwohnerInnen und Umweltverbänden. Mitten im Winter besetzten Aktivisten wochenlang die Bäume, die der Trasse im Weg standen.
Ende Februar gab das Oberverwaltungsgericht einer Klage des Umweltverbandes BUND gegen die ursprüngliche Plangenehmigung statt. Von den Plänen sei die Nutzungsfunktion von Gebieten betroffen, die für die Öffentlichkeit von Bedeutung seien. Deshalb reiche ein einfaches Planverfahren nicht aus; ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung sei erforderlich.
Mit seinem neuen Vorschlag versucht Vattenfall, den Park zu schonen. Allerdings könne sich Leitungsführung durch den Gählerpark bei der Umweltverträglichkeitsprüfung immer noch als vorteilhafter heraus stellen. "Das ist dem Verfahren überlassen", sagte ein Sprecher. Eine Leitung, wie jetzt vorgeschlagen, unter der Holstenstraße ist schon einmal verworfen worden, weil sie als unzumutbar für den Autoverkehr galt.
Beobachtern zufolge hat Vattenfall eine ganze Reihe von großen und kleinen Varianten sowohl südlich als auch nördlich der Elbe vorgeschlagen. Am deutlichsten von der bisherigen Planung abweichen würde eine Leitung durch den Schellfischtunnel vom Elbufer zum Altonaer Bahnhof und von dort entlang der Max-Brauer-Allee. Diese Idee hatte die schwarz-grüne Bezirkskoalition in Altona ins Gespräch gebracht.
Der BUND findet, es müssten auch grundsätzliche Alternativen und die Frage des Bedarfs untersucht werden. "Der Wärmeenergiebedarf im Wohnungsneubau wird abnehmen", prognostiziert Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Die viele Fernwärme aus Moorburg werde möglicherweise gar nicht gebraucht. Überdies könnte es sinnvoller sein, die Fernwärme in dezentralen Blockheizkraftwerken zu erzeugen.
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