• 16.03.2010

Kinder von indischen Leihmüttern

Gefangen zwischen den Grenzen

Zwei kleine Kinder sitzen seit Jahren staatenlos in Indien fest. Sowohl Delhi als auch Berlin verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft, weil sie von einer Leihmutter geboren wurden. von Lalon Sander

  • 12.04.2010 13:45 Uhr

    von stina:

    @Piaf - Sie haben insofern Recht, dass ich hätte schreiben sollen, dass das Verhalten der Eltern in Deutschland nicht legal ist. Trotzdem frage ich mich, weswegen der deutsche Staat ein solches Verhalten im Ausland dann anerkennen soll. Ihre Vorwürfe finde ich ziemlich unsachlich - Gesetze schreiben Menschen allgemein vor, wie sie sich verhalten sollen. Ist es bevormundend, wenn man von Menschen verlangt dass sie sich daran halten und vor allem auch die Rechte der Kinder achten? Vor allem wenn es einen Grund für die Regel gibt, nämlich das Recht auf Kenntnis der Herkunft und die Verhinderung von Menschenhandel? Aber trotzdem: Ich bin selbst durch künstliche Befruchtung gezeugt worden und kenne einen Elternteil nicht.

    Dass auch Kinder in Deutschland ihre genetischen Eltern nicht kennen, macht das Recht auf Kenntnis der Herkunft deswegen nicht bedeutungslos. Bei Adoptionen in Deutschland und Samenspende hat das Kind jedoch grds. das Recht, die Identität der genetischen Eltern zu erfahren. Genauso wenig rechtfertigt die Tatsache von vernachlässigten Kindern in Deutschland solche Praktiken. Darf man die Rechte des Kindes verletzen, wenn man es nur genug liebt? Natürlich kosten auch Adoptionen Geld. Sie laufen aber immerhin in einem geordneten Verfahren ab, in dem das Kindeswohl berücksichtigt wird. Das Geld steht also nicht im Vordergrund, sondern deckt nur den Aufwand. Bei Leihmutterschaften wird so etwas nicht geprüft, jeder der bezahlen kann bekommt ein Kind.

    Im Übrigen könnte man auch mal hinterfragen, inwiefern nicht die Leihmutter ausgebeutet wird.

  • 23.03.2010 19:03 Uhr

    von Piaf:

    @Stina: Gegen welche "deutsche Gesetze" haben denn die Eltern verstossen? Das Embryonenschutzgesetz erlaubt Leihmutterschaften in Deutschland nicht. Die Kinder wurden aber im Ausland geboren. Richtig schreiben Sie, dass es das Recht auf Kenntnis der Herkunft gibt. Doch wird dieses Recht von den deutschen Behörden hier in diesem Fall anerkannt? Abgesehen davon - wie viele Kinder in Deutschland wissen den wirklich woher sie stammen, zumindest im umgekehrten Fall- Wer der Vater ist? Wo sind da die Persönlichkeitsrechte der Kinder? Wie viele Kinder werden nicht gewünscht, nicht geliebt und nicht umsorgt - aber solange sie ordnungsgemäß geboren wurden, spielt es ja keine Rolle, dass sie misshandelt werden und keinerlei Liebe und Zuwendung genießen. Wenigstens wissen die Kinder, woher sie stammen (zumindest gehen sie davon aus, dass das stimmt, was ihnen die Mutter erzählt)! Würde denn eine von Ihnen vorgeschlagene Adoption nicht die Zahl der beteiligten Personen eher erhöhen als verringern? Und seit wann kann man in Deutschland ohne Gebühren adoptieren? Die adoptierten Kinder "kosten" ca. genau soviel wie hier im Bericht für die Leihmutterschaft veranschlagt wurde. Aber gut, dass es Menschen gibt, die so sicher in ihrer Meinung sind, kein Gesetz in Frage stellen und sich immer Gesetzestreu verhalten. Gut dass es solche Menschen noch gibt, die genau wissen was richtig und was falsch ist und das auch für andere Menschen bestimmen können!

  • 17.03.2010 15:04 Uhr

    von Stina:

    Ich finde es ein bisschen seltsam, dass die Eltern hier als Opfer dargestellt werden. Sie haben gegen deutsche Gesetze verstoßen, die es nicht ohne Grund gibt. Die Kinder werden mit dem Wissen aufwachsen, dass sie sozusagen 3 Mütter haben: eine genetische, eine Geburtsmutter und eine Adoptivmutter, und bei den beiden ersten werden sie wahrscheinlich nie erfahren wer es war, geschweige denn einen Kontakt haben weil sie für ihre Dienste bezahlt wurden. Das Recht auf Kenntnis der Herkunft ist aber ein Teil des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts und damit der Grundrechte. Können Leute, die so bewusst dagegen verstoßen, wirklich gut Eltern sein? Vielleicht wäre es am besten für die Kinder, wenn sie von jemandem adoptiert würden, der nicht denkt dass man Kinder käuflich erwerben kann. Kinder sind kein Lebenstraum, sondern eigene Menschen mit Rechten.

  • 16.03.2010 12:11 Uhr

    von kosta:

    BERLIN, BERLIN, wir fahren nach berlin, gell ihr unmenschen mit dem doch endlich wieder gesundem nationalbewusstsein.
    dieser fall zeigt eindeutig, dass das flagge zeigen bei der weltmeisterschaft im eigenen land auf unmenschlichste art und weise nach hinten los geht, prost frau kanzlerin!

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