• 19.07.2010

Keine Proteste gegen Bundeswehr-Gelöbnis

Gelöbnix wird nix

Zentrale Proteste des Gelöbnix-Bündnisses gegen das Bundeswehr-Gelöbnis gibt es dieses Jahr nicht. Die Veranstaltung wird trotzdem von der Öffentlichkeit abgeschottet.von Svenja Bergt

  • 20.07.2010 13:54 Uhr

    von Gunter:

    Das Tucholsky Zitiat wird häufig überstrapaziert. Mir ist folgende Schliederung von Carl Zuckmayer aus dem Ersten Weltkrieg anschaulicher, wenn es um die Schrecken des Krieges geht:

    "Ich erlebte an diesem Tag zum ersten Mal, wie einem Mann neben mir eine Schrapnell-Ladung durchs Gesicht klatschte, und das Gesicht verwandelte sich in einen blutigen Brei, aus dem es ohne Unterlass schrie."

    Das Deutsche Soldaten im Außland wieder Krieg führen ist ungeheuerlich und niemand ist heute mehr bereit dagegen aufzustehen. Jede Deutsche Familie hat zudem im Zweiten Weltkrieg mindestens einen nahen Angehörigen verloren. Von den bisher in Afganistan getöteteten Soldaten und Zivilisten ganz zu schweigen.

  • 20.07.2010 12:17 Uhr

    von Horst:

    Ich wünsche diejenigen, die immer wieder Soldaten kollektiv als Mörder beschimpfen in genau jene Quadratmeilen von denen Tucholsky sprach. Und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem diese Quadratmeilen von Soldaten der Gegenseite befreit wurden. Sollen sie es denen doch entgegenschreien statt zu erkennen, dass die Welt etwas komplexer ist als ihre schwarz-weiß Einstellung es ihnen vorzustellen erlaubt.

  • 20.07.2010 07:46 Uhr

    von thomas:

    "Soldaten sind keine Mörder" Stimmt absolutes Schwachsinn-Zitat

  • 19.07.2010 16:54 Uhr

    von katharsis:

    @BerlinMarcus: Ach, unser Jahrhundert ist ja so fortschrittlich. Soldaten, die nicht mehr morden! In welcher Utopie leben sie? Zu was werden die Soldaten dann rekrutiert und ausgebildet, wenn nicht zum Töten? Wozu besitzen sie Gewehre, Granaten, Panzer, Haubitzen, Raketen, Kampfjets?

  • 19.07.2010 16:36 Uhr

    von mit Majo:

    @BerlinMarcus

    Das stimmt, Mord heißt im 21. Jahrhundert Kollateralschaden (von englisch collateral damage; aus dem Lateinischen collateralis für seitlich oder benachbart) bezeichnet in der räumlichen Umgebung eines Ziels entstehende Schäden aller Art durch ungenauen oder überdimensionierten Waffeneinsatz bei nicht-zivilen Aktionen. Beabsichtigte Schädigungen werden im Gegensatz zu Begleitschäden der militärischen Zieldefinition zugeordnet.

    Oberst Klein stand deshalb dem Kunduz-Ausschuss Rede und Antwort - und verteidigte seine Entscheidung für das Tanklaster-Bombardement vehement. Den Angriff bezeichnete er als "angemessen", die zahlreichen zivilen Opfer bedauerte er.

    Klingt doch alles viel besser, als einfach von Mord und Mördern in Uniform zu sprechen.

  • 19.07.2010 16:04 Uhr

    von BerlinMarcus:

    Soldaten sind keine Mörder...wer solche Schwachsinns-Zitate noch im 21. Jahrhundert ablässt ist wirklich nicht clever...!

  • 19.07.2010 01:38 Uhr

    von willy:

    „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder"
    Kurt Tucholsky

    Kein weiterer Kommentar!

  • 18.07.2010 23:54 Uhr

    von mit Majo:

    "Sicherheit geht vor, auch für die Männer vor Ort", sagte Guttenberg..." Das hat er zwar an anderer Stelle nämlich in Afganistan laut des anderen Artikels in der TAZ gesagt, aber es stimmt auch in Berlin voll und ganz. Bei dem von Bürgern weiträumigst abgeschotteten und so gar nicht mehr öffentlichen Gelöbnisraums sind sie unter sich. Dann entspannt "stramm stillgestanden" für die Bundeswehrrekruten, denn dort vor dem Reichstag sind sie wenigstens ganz sicher vor den Feinden.

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