• 09.02.2010

Katholische Erziehung

"Die Schülerzeitung hieß ,Das Ventil'"

Werner Haase besuchte in den 1960er Jahren die Hamburger Sankt-Ansgar-Schule, die wegen mehrerer Missbrauchsfälle in die Schlagzeilen gekommen ist. Was er dort erlebt hat, war ein Klima der Angst und der Gewalt.von Klaus Irler

  • 24.03.2012 13:55 Uhr

    von Geoge Bailey:

    Ich war von 1974-1981 an der St.Ansgar-Schule Schüler. Die beschriebenenen Lehrkräfte habe ich sehr gut gekannt: Herr Lichtherz war mein Klassen- und Lateinlehrer, und, im besten Sinne, mein Mentor. Ich haben selten einen Artikel mit soviel Phantasiegehalt und diffamierendem Charakter gelesen. Als Schüler habe ich weder Gewaltandrohungen durch Lehrkräfte gegen mich oder Mitschüler erlebt noch sexuell konotierte Bemerkungen oder Handlungen. Und ein "Messdiener-Zwang" schon mal gar nicht. Das es gute und weniger hilfreich agierende Lehrkräfte gab, ist natürlich auch zu meiner Schulzeit durch uns Schüler erlebbar gewesen und erstaunt nicht weiter - ich vermute, dass ist an keiner Schule der Welt anders. Aber solche Exzesse wie geschildert kann ich meinen Erinnerungen nicht entnehmen. Mit einem Wort: ich habe wirklich keine Ahnung, wovon der Mann da schreibt. Mit der von mir erlebten Schul-Wirklichkeit hat es jedenfalls - bis auf die richtige Nennung der Namen - nichts zu tun. Innerhalb von drei Jahren nach dem Schulabgang des Autors scheinen sich also diese Schule und deren Protagonisten grundlegend gewandelt zu haben. Beeindruckend.

  • 12.11.2011 21:56 Uhr

    von Geoge Bailey:

    Ich war von 1974-1981 an der St.Ansgar-Schule Schüler. Die beschriebenenen Lehrkräfte habe ich sehr gut gekannt: Herr Lichtherz war mein Klassen- und Lateinlehrer, und, im besten Sinne, mein Mentor. Ich haben selten einen Artikel mit soviel Phantasiegehalt und diffamierendem Charakter gelesen. Als Schüler habe ich weder Gewaltandrohungen durch Lehrkräfte gegen mich oder Mitschüler erlebt noch sexuell konotierte Bemerkungen oder Handlungen. Und ein "Messdiener-Zwang" schon mal gar nicht. Das es gute und weniger hilfreich agierende Lehrkräfte gab, ist natürlich auch zu meiner Schulzeit durch uns Schüler erlebbar gewesen und erstaunt nicht weiter - ich vermute, dass ist an keiner Schule der Welt anders. Aber solche Exzesse wie geschildert kann ich meinen Erinnerungen nicht entnehmen. Mit einem Wort: ich habe wirklich keine Ahnung, wovon der Mann da schreibt. Mit der von mir erlebten Schul-Wirklichkeit hat es jedenfalls - bis auf die richtige Nennung der Namen - nichts zu tun. Innerhalb von drei Jahren nach dem Schulabgang des Autors scheinen sich also diese Schule und deren Protagonisten grundlegend gewandelt zu haben. Beeindruckend.

  • 22.02.2010 13:49 Uhr

    von Wolfgang:

    Ich bin selbst auch in dieser Zeit am besagten Gymnasium gewesen und es stimmt, dass dort von einigen Patern und Lehrkräften eine Atmosphäre der Angst geschürt worden ist. Aber - und dies obwohl ich damals zu denen gehörte, die diese Schule lieber heute als morgen verlassen wollte - trotzdem kann ich den Artikel nicht unterschreiben, denn dies war damals an vielen Schule so und es gab auch ganz andere Erfahrungen. Ein paar Beispiele:

    - Die wöchentliche Zwangsteilnahme an der Messe wurde aufgehoben, nachdem wir Schüler - ganz im Stil eines Ghandis ;-) - passiven Widerstand geleistet haben, d.h wir haben uns in den Messraum gesetzt und einfach nichts mitgemacht. Nicht aufgestanden, nicht gesungen, keine Kommunion usw... - nach einer Woche war die Teilnahme nur noch freiwillig. Zum einen war für uns Schüler natürlich der schnelle Erfolg ein Signal dafür, was alles möglich ist, wenn man zusammenhält und zum anderen zeigte sich aber auch, dass die Leitung der Schule durchaus lernfähig gewesen ist.

    - Die Mitarbeit an der verbotenen Schülerzeitschrift war für alle Teilnehmer eine wichtige Erfahrung, die - zumindest gilt das für mich - das weitere Leben im positiven Sinne geprägt hat.

    - Es gab weltliche Lehrer, die ich bis heute in sehr guter Erinnerung habe, dazu gehört vor allem unser damaliger Vertrauenslehrer (Name leider vergessen), der sich weit über das normale Maß hinaus engagiert hat. Aber auch unter den Patern gab es eine "neue Generation", die eine gute Lehrarbeit - oft genug gegen den Widerstand der "Alten" geleistet haben und bei denen es nie irgendwelche Übergriffe - auch nicht verbal - gegeben hat.

    - Als eine der ersten Schulen überhaupt wurde ein Aufklärungsunterricht nach den Vorgaben der Schulbehörde eingeführt.

    - Die Klassenfeiern mit den Mädchen der Sophie-Barat-Schule waren legendär! ;O)

    Unterm Strich:

    - Sexuelle Übergriffe habe ich nie erlebt, weder direkt noch indirekt.
    - Schläge habe ich - nach dem damals eingeführten allg. Verbot - ebenfalls von einer einzigen Ausnahme abgesehen nie erlebt oder bei anderen gesehen oder miterlebt.
    - "Vollpfosten" unter den jesuitischen wie unter den weltlichen Lehrern waren wahrscheinlich in der damaligen Zeit an "normalen" Schulen ebenso häufig anzutreffen, wie an der St. Ansgar Schule.
    - Rekrutierungsmaßnahmen für einen Messdiener-Nachwuchs habe ich ebenfalls nicht erlebt.

    Ich glaube, dass es in den 50ern/60ern und teilweise auch noch in den 70ern an allen Schulen und auch in den Universitäten ganz ähnliche Verhältnisse gegeben hat, die letztlich u.a. zu den Jugendaufständen und zu der berühmten 68er-Generation geführt haben, die St. Ansgar Schule ist dafür nur ein Beispiel und keine negative Ausnahme.

    Diese Probleme auf die kirchlichen Schulen oder auf den Jesuitenorden zu reduzieren ist falsch und unredlich.

  • 10.02.2010 08:58 Uhr

    von Annemarie Kunz:

    Gott sei Dank habe ich genau in den 60 er Jahren eine reine kirchliche Mädchenschule besucht und bin alles andere als übel behandelt worden.Auch vom Pfarrer nicht. Kein Klima der Angst. Wenn mal vom benachbarten mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiunm ein Lehrer aushalf,oder auch von anderen Jungenschulen, gab es vielfach Ohrfeigen für Lachen oder Schwatzen, oder es wurde an den Ohren gezogen, man wurde mit Nachnamen angeredet. Wir kirchlichen Schülerinnen kannten das nicht. Kein Rohrstock, keine Ohrfeigen von Lehrerinnen. Haben uns beschwert. Ich weiß noch, wie sprachlos diese Männer waren als wir ihnen sagten, bitte behandeln Sie uns nicht so.Reden Sie uns mit Vornamen an. Man muss hier nicht so tun, als wären diese drakonischen Maßnahmen kirchliches Verhalten. Den Jungen ging es früher rundum nicht gut. Die bekamen auch in der Grundschule Prügel, während Mädchen in der Ecke stehen mußten.In ein- und derselben Klasse, von ein- und demselben Lehrer.Ab der 5. Klasse in NRW wurde getrennt damals, die Jungen bekamen Lehrer, die Mädchen eine Frau als Klassenlehrerin.In den Hauptschulen.

  • 09.02.2010 21:41 Uhr

    von xsirup:

    Finster... kann ich mich nur fragen warum Menschen so werden und warum sie diese Stellung mit Wohlwollen zugewiesen beḱommen. Es sind teure Erungenschaften die hinter klerikalen
    Leitlinien eine Gesellschaft mit sozialem Charakter bilden wollen. Werden mir "direkte Auseinandersetzungen" immer sympatischer. In denen nicht eherne Instanzen herausgehauen werden, mit dem scheinbaren Wohl für die Gesellschaft.

    Fehlt in der Rechtfertigung nur der Satz, " er hat es verdient."

  • 09.02.2010 20:26 Uhr

    von Hermann:

    Ich kenne das genau. Ich war in den 1960ern und frühen 70ern an nichtkirchlichen elitären Schulen, die sich viel auf sich einbildeten. Prügelstrafe gab es auch dort. Einmal riss ein Lehrer einen Schüler so an den Haaren, dass er sie büschelweise in den Händen hielt, Schläge auf die Finger mit Bambusstock gab's auch. Kopfnüsse, Ohrfeigen und auch voyeuristische Turnlehrer, die den Jungs gern beim Duschen zusahen oder merkwürdige Berührungen von hinten anschleichend und scheinbar so "väterlich".

  • 09.02.2010 19:35 Uhr

    von Berliner:

    "Wir wurden geschult, was ein Credo ist und eine Eucharystie-Feier und eine Christmette." Aha. Der ganze Text läßt vermuten, daß der Autor irgendwie leicht debil ist - und geiß nicht als Folge der katholischen Erziehung. Ein wenig hilfreicher Artikel.

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