Der frühere Justizsenator Roger Kusch (Ex-CDU) hat sich mit extremen Positionen ins gesellschaftliche Abseits manövriert. Schließlich ist im Knast gelandet, weil er die Sterbehilfe nicht lassen kann. Jetzt versucht er, den Makel der Inhaftierung abzuwaschen.von Gernot Knödler
Leserkommentare
25.04.2010 11:36 Uhr
von Kind:
Die Praktiken des Herrn Kusch schrecken manchen Sterbebefürworter ab, weil der ehemalige Justizsenator seinen Job als Gewerbe auszuüben scheint. Ein Diskurs ist bisher keinesfalls ins Leben gerufen worden: Das würde nämlich bedeuten, dass sich Repräsentanten der Kirche zusammen mit Ärzten und sonstigen von dem Thema "Berührten" vorurteilsfrei an einen Tisch setzen und das Thema ernsthaft diskutieren - eben ohne jegliche Befangenheit und ein vorher bereits gefasstes Urteil.
21.04.2010 15:18 Uhr
von nette hanseatin:
Herrn Kusch geht es ja nun wahrlich nicht um Hilfe für die Betroffenen. Oder warum nimmt er 8000 Euro, wenn er das alles angeblich so selbstlos macht. Und das es da auch Todesfälle unter mehr als fragwürdigen Umständen gegeben hat, ist ja wohl auch unstreitig.
Mit seinem Populismus und seiner üblen Abzocke schadet Herr Kusch dem Thema mehr als das er damit eine sachgerechte Diskussion entfacht.
Ich hätte nix dagegen, wenn der feine Herr sich einen Knast mal von innen anguckt. Genug Schaden hat er der Hamburger Justiz und dem Strafvollzug ja beigefügt.
20.04.2010 08:10 Uhr
von gerthans:
Das Recht auf einen selbstbestimmten Tod ist ein Bürger- und Menschenrecht, für das genauso unverblümt und kompromisslos gestritten werden darf und soll wie damals, 68 und in den 70ern, für die Befreiung der Frau und Abtreibung. Wenn es viele bei dem Thema Sterbehilfe gruselt, dann wohl, weil das Thema noch zu sehr verdrängt, der Tod ausgebürgert wird. Aber ich will mich jetzt nicht in eine Moralpredigt hineinsteigern, denn auch ich persönlich verhalte mich bei diesem Thema manchmal nicht souverän... Es ist ungerecht, Roger Kusch zum Sündenbock zu machen und ihn wie einen unheimlichen Dr. Tod zu behandeln.