„Lockout“. Der Nationalsport in Kanada hat ein schweres Imageproblem. Immer mehr Fans wenden sich von der Eishockeyliga NHL ab. Aber es gibt auch Gewinner.von Jörg Michel
Ich freue mich immer über taz-Beiträge - sie sind ausgesprochen gut. Dieser hier ist aber blödsinnige Effekthascherei: Mit Titel, Vorspann und Foto wird der Eindruck vermittelt, es gehe im Text nicht nur um Eishockey, sondern ganz wesentlich auch um Sexspielzeug. Doch wer den Text liest erfährt, dass es eigentlich nur um Eishockey geht. Es gibt viele wichtige Messages im Beitrag, aber dass Sexspielzeugverkäufer (angeblich) durch die Krise gewinnen, ist inhaltlich nicht mehr als eine amüsante Randnotiz und nimmt lediglich einen bescheidenen Teil des Textes ein. Und überhaupt: Die Meinung eines einzelnen Sexspielzeugverkäufers, seine Verkäufe steigerten sich aufgrund der Eishockeykrise, trägt überhaupt nicht die allgemeine Behauptung im Vorspann, es gebe auch Gewinner aus der Krise.
28.12.2012 10:00 Uhr
von Ungläubiger:
@ Megestos Stimmt, es muss "nicht immer total wissenschaftlich korrekt zugehen im Journalismus", es darf auch mal Spaß machen ;) Dafür ist es ja Journalismus und keine Doktorarbeit in Kernphysik.
Der Autor berichtet uns über den Lockout und über den gestiegenen Absatz eines Sexshops in einer Eishockey-Hochburg – da mag ein gewisser Zufall dabei sein, da mag aber auch ein Zusammenhang bestehen und auf diesen Umstand werden wir hingewiesen.
Ob nun alle Kanadier mehr vögeln, weil ihre Lieblingssportart dahinsiecht oder sie ohnehin mehr Lust gehabt hätten ist doch letztlich auch nicht gar so wichtig. Wünschen möchte ich es ihnen von ganzem Herzen. Besser sie sind nett zueinander und erfreuen sich all der Schweinereien, die man im Bett und anderswo anrichten kann, als sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen und Streit und Prügeleien anzuzetteln, oder?
Und zu guter Letzt: Natürlich wird hier mit dem Sexverweis versucht Leser anzulocken! Bei Ihnen und bei mir hat es ja schonmal geklappt, oder haben Sie den Artikel nur gelesen, weil Sie grundsätzlich jedes einzelne Wörtchen auf taz.de aufsaugen wie Schrift gewordene Ambrosia? Na also! Denn, und das mag eine bittere Erkenntnis sein oder auch nicht, gelesen wird, was mit reißerischen Themen lockt und erlaubt ist, was verkauft. Soll heißen, wenn zum Behufe der Verlockung der Leser eine reißerische Überschrift gewählt wird, dann ist das doch super, solange wir dadurch von etwas erfahren, von dem wir vorher nichts wussten. So funktioniert guter Unterricht, so funktioniert gute Schriftstellerei und so funktioniert eben auch der Journalismus.
Also, weniger jankeln, mehr für die Kanadier freuen und auch mal eine schiefe Überschrift gerade sein lassen ;)
28.12.2012 00:08 Uhr
von ion:
"Nicht ausgeschlossen, dass es in Kanada in einigen Monaten zu einem Babyboom kommt – der NHL sei Dank.";
Ergo: Für länger die Bundesliga lahm legen, Frau Bundesministerin Schröder.
27.12.2012 22:18 Uhr
von Megestos:
Der Titel und das Foto erwecken den Eindruck, der Artikel würde eine Verbindung zwischen der sinkenden Popularität von Eishockey und dem steigenden Verkauf von Sexspielzeug herstellen.
Dabei wird Sexspielzeug nur im letzten Absatz erwähnt, und es geht auch nur um EINEN Laden, der 15% mehr Absatz hat; die Verbindung wird auch nur rein spekulativ in einem Satz angedeutet. Nur weil es eine Korrelation gibt zwischen Verkaufszahlen eines bestimmten Produktes und dem Auftreten eines bestimmten Phänomens (z.B. eines Lockout) gibt, ist damit noch kein Kausalzusammenhang sichtbar. Und die Korrelation ist auch noch ziemlich schwach; es kann viele Gründe geben, wieso Vinay Morker's Laden besser läuft.
Ist dieser Artikel ein bewusster Versuch, mit einem willkürlichen Sexverweis Leser_innen anzulocken? Oder hatte der Autor einfach Lust, mal ein paar Zahlen nebeneinanderzustellen und ohne guten Grund Zusammenhänge zu behaupten? Aber gut, es muss ja nicht immer total wissenschaftlich korrekt zugehen im Journalismus.
Leserkommentare
28.12.2012 21:32 Uhr
von Bobs:
Ich freue mich immer über taz-Beiträge - sie sind ausgesprochen gut. Dieser hier ist aber blödsinnige Effekthascherei: Mit Titel, Vorspann und Foto wird der Eindruck vermittelt, es gehe im Text nicht nur um Eishockey, sondern ganz wesentlich auch um Sexspielzeug. Doch wer den Text liest erfährt, dass es eigentlich nur um Eishockey geht. Es gibt viele wichtige Messages im Beitrag, aber dass Sexspielzeugverkäufer (angeblich) durch die Krise gewinnen, ist inhaltlich nicht mehr als eine amüsante Randnotiz und nimmt lediglich einen bescheidenen Teil des Textes ein. Und überhaupt: Die Meinung eines einzelnen Sexspielzeugverkäufers, seine Verkäufe steigerten sich aufgrund der Eishockeykrise, trägt überhaupt nicht die allgemeine Behauptung im Vorspann, es gebe auch Gewinner aus der Krise.
28.12.2012 10:00 Uhr
von Ungläubiger:
@ Megestos
Stimmt, es muss "nicht immer total wissenschaftlich korrekt zugehen im Journalismus", es darf auch mal Spaß machen ;) Dafür ist es ja Journalismus und keine Doktorarbeit in Kernphysik.
Der Autor berichtet uns über den Lockout und über den gestiegenen Absatz eines Sexshops in einer Eishockey-Hochburg – da mag ein gewisser Zufall dabei sein, da mag aber auch ein Zusammenhang bestehen und auf diesen Umstand werden wir hingewiesen.
Ob nun alle Kanadier mehr vögeln, weil ihre Lieblingssportart dahinsiecht oder sie ohnehin mehr Lust gehabt hätten ist doch letztlich auch nicht gar so wichtig. Wünschen möchte ich es ihnen von ganzem Herzen. Besser sie sind nett zueinander und erfreuen sich all der Schweinereien, die man im Bett und anderswo anrichten kann, als sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen und Streit und Prügeleien anzuzetteln, oder?
Und zu guter Letzt: Natürlich wird hier mit dem Sexverweis versucht Leser anzulocken! Bei Ihnen und bei mir hat es ja schonmal geklappt, oder haben Sie den Artikel nur gelesen, weil Sie grundsätzlich jedes einzelne Wörtchen auf taz.de aufsaugen wie Schrift gewordene Ambrosia? Na also! Denn, und das mag eine bittere Erkenntnis sein oder auch nicht, gelesen wird, was mit reißerischen Themen lockt und erlaubt ist, was verkauft. Soll heißen, wenn zum Behufe der Verlockung der Leser eine reißerische Überschrift gewählt wird, dann ist das doch super, solange wir dadurch von etwas erfahren, von dem wir vorher nichts wussten. So funktioniert guter Unterricht, so funktioniert gute Schriftstellerei und so funktioniert eben auch der Journalismus.
Also, weniger jankeln, mehr für die Kanadier freuen und auch mal eine schiefe Überschrift gerade sein lassen ;)
28.12.2012 00:08 Uhr
von ion:
"Nicht ausgeschlossen, dass es in Kanada in einigen Monaten zu einem Babyboom kommt – der NHL sei Dank.";
Ergo:
Für länger die Bundesliga lahm legen, Frau Bundesministerin Schröder.
27.12.2012 22:18 Uhr
von Megestos:
Der Titel und das Foto erwecken den Eindruck, der Artikel würde eine Verbindung zwischen der sinkenden Popularität von Eishockey und dem steigenden Verkauf von Sexspielzeug herstellen.
Dabei wird Sexspielzeug nur im letzten Absatz erwähnt, und es geht auch nur um EINEN Laden, der 15% mehr Absatz hat; die Verbindung wird auch nur rein spekulativ in einem Satz angedeutet. Nur weil es eine Korrelation gibt zwischen Verkaufszahlen eines bestimmten Produktes und dem Auftreten eines bestimmten Phänomens (z.B. eines Lockout) gibt, ist damit noch kein Kausalzusammenhang sichtbar. Und die Korrelation ist auch noch ziemlich schwach; es kann viele Gründe geben, wieso Vinay Morker's Laden besser läuft.
Ist dieser Artikel ein bewusster Versuch, mit einem willkürlichen Sexverweis Leser_innen anzulocken? Oder hatte der Autor einfach Lust, mal ein paar Zahlen nebeneinanderzustellen und ohne guten Grund Zusammenhänge zu behaupten? Aber gut, es muss ja nicht immer total wissenschaftlich korrekt zugehen im Journalismus.