• 17.10.2009

Kampf gegen Schlankheitswahn

Dick und ungeniert

"Dick sein" wird negativ bewertet – bloß warum? Eine Initiative und ein neues Buch kämpfen gegen die Semiotik der angeblich "ungesunden", "doofen" und "undisziplinierten" Dicken.von Barbara Dribbusch

  • 09.11.2009 21:25 Uhr

    von A. Cramer:

    Ich empfehle zur tiefergehenden Lektüre das Buch "Esst endlich normal" von Udo Pollmer.

    Es geht m.E. überhaupt nicht darum, Dicksein anzustreben, es geht darum, verschiedene Konstitutionstypen zu akzeptieren.

    Ich arbeite als Physiotherapeutin, und unter meinen Patienten mit Bandscheibenvorfall bzw. sonstigen Gelenkproblemen sind nicht übermäßig viele Dicke. Aber jeder Patient hat seinen ganz eigenen Körperbau. Es ist anmaßend von Medien und Co., ein einziges Idealbild als erstrebenswert zu propagieren, dem die Mehrzahl der Bevölkerung nur hinterherhecheln kann.
    Wie warb eine Kosmetikfirma vor jahren mal so schön: "There are three billion woman who don't look like supermodels - and only eight who do."

    Ach ja, ein guter Ansatz: eine große Frauenzeitschrift möchte ab Januar 2010 auf Models verzichten und "normale" Frauen fotografieren...

  • 19.10.2009 10:18 Uhr

    von Sandra:

    Ich finde das dieser Artikel keines wegs die Aspekte des "dick seins" ins positive Ändern will. Gerade durch das Beispiel mit dem BMI wird einem doch nur gesagt das es quatsch ist sich an Normen zu halten die von außen vorgegeben werden. Was ich auch absolut befürworte. Denn man sollte auch überlegen warum sich viele "Dicke" unwohl fühlen. Sicher ist Übergewicht ungesund und das will ich hier auch garnicht abstreiten, ich weiß es schließlich aus eigener Erfahrung. Aber dennoch gibt einem unsere ganze Umwelt das Bild eines perfekten Körpers vor was der "normale" Mensch vielleicht niemals erreichen kann. Und das kann jeden "Dicken" unter Druck setzten. Wenn man heut zu tage keinen Fernseher hat geschweige denn keinen PC, so wird man von Fragenden doch recht komisch angeschaut, weil man nun mal zu einer Minderheit gehört. Gut, dieses Beispiel ist vielleicht nicht so mit Vorurteilen behaftet wie das dick sein, aber ich denke das dass auch so klar geworden ist. Und sicher würde sich in diesem Fall so mancher Mensch dazu treiben lassen einen Ferneseher zu kaufen obwohl er ihn vielleicht gar nicht benutzen würde nur um sich dieser "Norm" anzupassen. Das dieses Beispiel wesentlich leichter umzusetzen ist als mal eben 10, 20 oder noch mehr Kilos abzunehmen, ist ja wohl klar. Und nach solch einem Artikel mit Abnehm-Tips um sich zu schmeißen finde ich auch etwas grotesk. Weder Normen noch Vorurteile gehören meiner Meinung nach ins 21. Jahrhundert.

  • 16.10.2009 16:35 Uhr

    von Herr A:

    Außerdem mag eine gewisse genetische Veranlagung zur besser Verwertung von Ballaststoffen u.s.w. bei vielen Dicken vorhandensein, aber gewiss ist das nicht die Ursache jeglichen Übergewichts. Deshalb ist ein Vergleich mit Haar-/Hautfarbe sinnlos. Weder Haut- noch Haarfarbe sind gesundheitsgefährdend, während Übergewicht für viele Krankheiten ein Risikofaktor sein.
    Meiner Meinung nach wird hier etwas zusammengemischt, was getrennt betrachtet werden sollte.
    Zum einen ein gesellschaftliches SChönheitsideal und der Umgang mit Abweichungen davon.
    Aber nur daraus eine Rechtfertigung des anderen Extrems zu ziehen und es als gut darzustellen finde ich sehr seltsam.

  • 16.10.2009 14:29 Uhr

    von Sigrid Reh:

    Mir haben schon viele Dicke erzählt, dass sie mit ihrem Übergewicht unglücklich sind und sich nicht wohlfühlen. Und das es schwer wäre, abzuspecken und sie sich deshalb daran "gewöhnen". Dazu kommt die Frustfutterei. Jedenfalls hört sich das nicht an, als wäre Dicksein erstrebenswert.

  • 16.10.2009 14:17 Uhr

    von Felix:

    so viel wahres wie in diesem artikel stecken mag, so sehr kann er aufs glatteis führen.
    ebenso wie steckendürr mMn grausig aussieht ist eine schwabbelige jabba the hut figur weder attraktiv noch gesund.
    "diäten" sollte man auch immer mit verstand angehen. es nutzt nichts sich in einer hau-ruck aktion mit einer mangelernährung aus salat und wasser in ein paar wochen zig kg runterhungern. aber eine gewisse ernährungsumstellung kann sinnvoll sein, ebenso wie es vielfach sinn macht mehr auf den eigenen körper zu hören. der sagt einem im normalfall nämlich recht zuverlässig was einem gut tut und was nicht. zumindest solange man auf eine kost zurückgreift die mehrheitlich naturbelassen ist. soll heisen mit genuß essen statt hektisch, ein gutes stück fleisch statt einem billigen hormon-marinade fetzen, salat mit selbergemachtem dressing ohne tonnen an zucker und geschmacksverstärkern und mehr "frisches" essen als mikrowellenfraß.
    aber es heist auch nicht das man NUR das essen soll. spricht ja nichts dagegen wenn man auch mal sowas ungesundes verschlingt. der größte fehler den man machen kann ist, denk ich, sich etwas ganz zu versagen.

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