In der russischen Exklave Kaliningrad demonstrieren tausende Menschen gegen Steuern, Gouverneur und Wladimir Putin. Der Auflauf alarmiert den Kreml.von Klaus-Helge Donath
Ich gehoere zu der Oppositionsgruppe, die jetzt neue Demonstration vorbereitet. Es wird am 20 Marz 2010 stattfinden. Wir hoffen, dass etwa 20 000 - 30 000 Menschen daran teilnehmen werden.
Wenn jemand mehr Information will, dann koennen sie mir per e-mail finden.
anfaengerr@gmail.com
26.02.2010 10:27 Uhr
von Peter Bitterli:
Ja, Denis: "Geh doch nach Moskau" hiess das seinerzeit. Die Welt hat sich gewandelt, Moskau auch. Bloss die Phrasen bleiben. Wie übrigens kommen Sie auf die Idee, dass in Russland "unabhängige Journalisten vom Staat ins Jenseits befördert werden"? Das behauptet nicht einmal Donath. Es gibt in Russland weit mehr weit klügere, kritischere und informiertere Journalisten als hierzulande. Sie publizieren kontinuierlich und frei. Wo ist bitte der deutsche regierungskritische Radiosender mit 10% Quote? Dass die anspruchsvollen Zeitungen von wenigen gelesen werden, ist nicht Zensur. Es ist die gleiche Verblödung wie hierzulande.
25.02.2010 16:59 Uhr
von Denis:
Ja, wirklich schade, dass in Deutschland keine Zensur (mehr) herrscht, unabhängige Journalisten nicht vom Staat ins Jenseits befördert werden, so dass Herr Donath es tatsächlich wagen kann, über eine Demonstration in Russland zu berichten. In welchem Paralleluniversum leben die Putinschen Papageien eigentlich ? Zensur und Mord sind gut, Freiheit und Demokratie sind schlecht ?? Wem es hier nicht passt, kann gerne in Putins Reich auswandern. Hier werden wir solche Leute sicher nicht vermissen und die Russen bekommen endlich wieder einmal etwas zu lachen.
25.02.2010 11:01 Uhr
von Peter Bitterli:
@ Wladimir: Ja, leider ist dem so. Würde die TaZ-Redaktion ihr eigenes Internet-Forum lesen, so wüsste sie, dass ihre Leserschaft an einigen Brennpunkten besser informiert ist als ihre Korrespondenten und sich wohl objektivere Information wünschen würde und diese auch verdient hätte. Herr Donath hat seine Finger übrigens nicht nur an der eigenen Schreibmaschine, sondern via Büro-Nachbarschaften in Moskau auch an der vieler anderer Korrespondenten, die ihm, dem grossen Politologen, gerne alle einseitigen Analysen glauben und nachbeten. Das ist die freie Presse!
25.02.2010 09:43 Uhr
von Wladimir:
@Peter Bitterli - und wie Sie Recht haben - unglaublich, dieser Herr Donath:-(((
24.02.2010 16:57 Uhr
von Benz:
Ach weh, jedes Mal wenn irgendwo eine Demo ist wittern einige Morgenluft und träumen wieder mal laut davon, Putin zu stürzen.
Etwas abenteuerlich dünkt mich die Behauptung, Russlands gegenwärtige Wirtschaftsprobleme lägen in seiner Politik begründet. (Kurzum: ''Verjagt Putin, dann werden Milch und Honig fliessen.'') Sieht die Wirtschaft etwa in Polen, dem Baltikum, oder der superdemokratischen Ukraine (2009 minus 20%!!!) besser aus?
24.02.2010 15:34 Uhr
von vitusblank:
vielleicht bietet sich ja irgendwann einmal die chance für die eu, das königsberger land aus seinem schlaf zu küssen. nur sollte man diese dann auch nutzen.
24.02.2010 15:17 Uhr
von Hallo?:
Warum bringt ihr Nachrichten über die ihr bereits berichtet habt und die einige wochen alt sind?
24.02.2010 15:07 Uhr
von das Selbst:
Das sind doch mal gute Nachrichten. Vor allem der letzte Satz is ein gutes Motto
24.02.2010 13:50 Uhr
von Turrin:
Alter Schwede...
Das ist Zündstoff vom Feinsten. (Ex)Marineangehörige protestieren in K. Gewalt wird nicht ausgeschlossen...
...gab es da nicht schonmal ganze Revolutionen, die mit solchen Protesten begannen?
Bestimmt kommt der gute Vladimir aus dem Fluchen garnicht heraus.
Und der FSB sagt, Doroschok soll auf sich aufpassen. Hat man das jetzt als Warnung oder als Drohung zu verstehen?
Alter Schwede.
24.02.2010 13:31 Uhr
von Peter Bitterli:
Den ganz genau gleichen Text hat Donath bereits der rechtsbürgerlichen "Neuen Zürcher Zeitung" (Sonntagsausgabe) verkauft. Er wurde dort vor 10 Tagen publiziert. So finden sich angeblich kritische Linke und angeblich hochseriöse Rechte in ihrer Anti-Russland-Propaganda zusammen. Und die Verkörperung dieser einseitigen und einheitsverbreiten Main-Stream-Ideologie ist der Herr Donath; seit Jahren; unhinterfragt; unkritisiert; unkontrolliert.
24.02.2010 13:08 Uhr
von jink:
Es gab durchaus Monarchen, die sich Ruinen errichten ließen, weil sie keinen Krieg führen durften und daher über keine Ruinen in ihrer Residenzstadt verfügten (eine solches bereits als Ruine errichtetes Gebäude ist zB in Pillnitz bei Dresden zu besichtigen). Der "Kasten" in Kaliningrad wurde vermutlich auf den Trümmern des Königsberger Schlosses errichtet und nicht auf den Trümmern der Ruinen des Schlosses.
"Stundenlang harrten mehr als 12.000 Menschen auf dem Zentralplatz vor dem Haus der Räte aus, wo einst die Ruinen des Königsberger Stadtschlosses standen. Auf dessen Trümmern errichtete die KPdSU vor 40 Jahren einen zwanzigstöckigen Kasten."
24.02.2010 12:58 Uhr
von lupenreine Bernsteinliebhaberin:
Vielen Dank für diesen informativen und hochinteressanten Artikel; zumal man die Aufbegehrenden direkt vor sich sieht, so etwa den Vertreter der städtischen "Schule des zivilen Widerstandes", den "Bürokratenschreck" Michail Tschessalin oder (ganz in schwarzer Lederkluft und mit Dreitagebart) Arsenij Machlow, wie er mit Engagement und Beharrlichkeit die stumme Mehrheit "erweckt".
Vom "Haus der Zukunft", das nie genutzt werden konnte und vor dem mehr als 12.000 Menschen bei der größten Demonstration Russlands während der Ära Putin stundenlang ausharrten, hier noch eine Aufnahme: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c5/Dom_sovetov.png/450px-Dom_sovetov.png
24.02.2010 11:10 Uhr
von Lothar G. Kopp (54):
Der Artikel zeigt die ganze historische Ambiguität der Redaktion. Im einstigen ostpreußischen Königsberg - übrigens mitten in Mitteleuropa gelegen - standen einst nicht nur Ruinen, sondern (davor) ein intaktes schönes Schloss. Immanuel Kant wird von Russen und Deutschen verehrt. Königsberg (igitt, Ostpreußen) bezeichnen Sie in der taz-Grafik als Kaliningrad (hurra, es lebe der sowjetische Massenmörder), aber Danzig, Warschau, Riga und die Landesbezeichnungen sind in deutscher Bezeichnung genannt. Dann wieder heißt es statt Wilna Vilnius. Das ist nicht logisch stringent. Diese komische, verquere Bezeichnungsarithmetik lässt tief blicken. Entweder in unhistorische Sichtweisen oder unüberlegte Schreibe. Schließlich heißt Wroclaw Breslau und Polska Polen ebenso wie umgekehrt für Polen München Monachium und Münster Monastir heißen. Niemand nimmt daran Anstoß. Und noch etwas: Königsberg war nie Stützpunkt der Ostseeflotte. Das war und ist Pillau (Baltijsk), übrigens früher der Kriegshafen der deutschen Reichsmarine, heute der russ. Kriegsmarine. Merkwürdig: Menschen werden vertrieben und zwangsangesiedelt, sie bilden sozusagen die Variable, Militäreinrichtungen die Konstante, weisen eine hohe Kontinuität auf.
Leserkommentare
06.03.2010 16:18 Uhr
von Anfaenger:
Ich gehoere zu der Oppositionsgruppe, die jetzt neue Demonstration vorbereitet. Es wird am 20 Marz 2010 stattfinden. Wir hoffen, dass etwa 20 000 - 30 000 Menschen daran teilnehmen werden.
Wenn jemand mehr Information will, dann koennen sie mir per e-mail finden.
anfaengerr@gmail.com
26.02.2010 10:27 Uhr
von Peter Bitterli:
Ja, Denis:
"Geh doch nach Moskau" hiess das seinerzeit.
Die Welt hat sich gewandelt, Moskau auch. Bloss die Phrasen bleiben.
Wie übrigens kommen Sie auf die Idee, dass in Russland "unabhängige Journalisten vom Staat ins Jenseits befördert werden"? Das behauptet nicht einmal Donath.
Es gibt in Russland weit mehr weit klügere, kritischere und informiertere Journalisten als hierzulande. Sie publizieren kontinuierlich und frei. Wo ist bitte der deutsche regierungskritische Radiosender mit 10% Quote? Dass die anspruchsvollen Zeitungen von wenigen gelesen werden, ist nicht Zensur. Es ist die gleiche Verblödung wie hierzulande.
25.02.2010 16:59 Uhr
von Denis:
Ja, wirklich schade, dass in Deutschland keine Zensur (mehr) herrscht, unabhängige Journalisten nicht vom Staat ins Jenseits befördert werden, so dass Herr Donath es tatsächlich wagen kann, über eine Demonstration in Russland zu berichten. In welchem Paralleluniversum leben die Putinschen Papageien eigentlich ? Zensur und Mord sind gut, Freiheit und Demokratie sind schlecht ?? Wem es hier nicht passt, kann gerne in Putins Reich auswandern. Hier werden wir solche Leute sicher nicht vermissen und die Russen bekommen endlich wieder einmal etwas zu lachen.
25.02.2010 11:01 Uhr
von Peter Bitterli:
@ Wladimir:
Ja, leider ist dem so.
Würde die TaZ-Redaktion ihr eigenes Internet-Forum lesen, so wüsste sie, dass ihre Leserschaft an einigen Brennpunkten besser informiert ist als ihre Korrespondenten und sich wohl objektivere Information wünschen würde und diese auch verdient hätte.
Herr Donath hat seine Finger übrigens nicht nur an der eigenen Schreibmaschine, sondern via Büro-Nachbarschaften in Moskau auch an der vieler anderer Korrespondenten, die ihm, dem grossen Politologen, gerne alle einseitigen Analysen glauben und nachbeten.
Das ist die freie Presse!
25.02.2010 09:43 Uhr
von Wladimir:
@Peter Bitterli - und wie Sie Recht haben - unglaublich, dieser Herr Donath:-(((
24.02.2010 16:57 Uhr
von Benz:
Ach weh, jedes Mal wenn irgendwo eine Demo ist wittern einige Morgenluft und träumen wieder mal laut davon, Putin zu stürzen.
Etwas abenteuerlich dünkt mich die Behauptung, Russlands gegenwärtige Wirtschaftsprobleme lägen in seiner Politik begründet. (Kurzum: ''Verjagt Putin, dann werden Milch und Honig fliessen.'') Sieht die Wirtschaft etwa in Polen, dem Baltikum, oder der superdemokratischen Ukraine (2009 minus 20%!!!) besser aus?
24.02.2010 15:34 Uhr
von vitusblank:
vielleicht bietet sich ja irgendwann einmal die chance für die eu, das königsberger land aus seinem schlaf zu küssen.
nur sollte man diese dann auch nutzen.
24.02.2010 15:17 Uhr
von Hallo?:
Warum bringt ihr Nachrichten über die ihr bereits berichtet habt und die einige wochen alt sind?
24.02.2010 15:07 Uhr
von das Selbst:
Das sind doch mal gute Nachrichten. Vor allem der letzte Satz is ein gutes Motto
24.02.2010 13:50 Uhr
von Turrin:
Alter Schwede...
Das ist Zündstoff vom Feinsten.
(Ex)Marineangehörige protestieren in K.
Gewalt wird nicht ausgeschlossen...
...gab es da nicht schonmal ganze Revolutionen, die mit solchen Protesten begannen?
Bestimmt kommt der gute Vladimir aus dem Fluchen garnicht heraus.
Und der FSB sagt, Doroschok soll auf sich aufpassen.
Hat man das jetzt als Warnung oder als Drohung zu verstehen?
Alter Schwede.
24.02.2010 13:31 Uhr
von Peter Bitterli:
Den ganz genau gleichen Text hat Donath bereits der rechtsbürgerlichen "Neuen Zürcher Zeitung" (Sonntagsausgabe) verkauft. Er wurde dort vor 10 Tagen publiziert. So finden sich angeblich kritische Linke und angeblich hochseriöse Rechte in ihrer Anti-Russland-Propaganda zusammen. Und die Verkörperung dieser einseitigen und einheitsverbreiten Main-Stream-Ideologie ist der Herr Donath; seit Jahren; unhinterfragt; unkritisiert; unkontrolliert.
24.02.2010 13:08 Uhr
von jink:
Es gab durchaus Monarchen, die sich Ruinen errichten ließen, weil sie keinen Krieg führen durften und daher über keine Ruinen in ihrer Residenzstadt verfügten (eine solches bereits als Ruine errichtetes Gebäude ist zB in Pillnitz bei Dresden zu besichtigen). Der "Kasten" in Kaliningrad wurde vermutlich auf den Trümmern des Königsberger Schlosses errichtet und nicht auf den Trümmern der Ruinen des Schlosses.
"Stundenlang harrten mehr als 12.000 Menschen auf dem Zentralplatz vor dem Haus der Räte aus, wo einst die Ruinen des Königsberger Stadtschlosses standen. Auf dessen Trümmern errichtete die KPdSU vor 40 Jahren einen zwanzigstöckigen Kasten."
24.02.2010 12:58 Uhr
von lupenreine Bernsteinliebhaberin:
Vielen Dank für diesen informativen und hochinteressanten Artikel;
zumal man die Aufbegehrenden direkt vor sich sieht, so etwa den Vertreter der städtischen "Schule des zivilen Widerstandes", den "Bürokratenschreck" Michail Tschessalin oder (ganz in schwarzer Lederkluft und mit Dreitagebart) Arsenij Machlow, wie er mit Engagement und Beharrlichkeit die stumme Mehrheit "erweckt".
Vom "Haus der Zukunft", das nie genutzt werden konnte und vor dem mehr als 12.000 Menschen bei der größten Demonstration Russlands während der Ära Putin stundenlang ausharrten, hier noch eine Aufnahme: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c5/Dom_sovetov.png/450px-Dom_sovetov.png
24.02.2010 11:10 Uhr
von Lothar G. Kopp (54):
Der Artikel zeigt die ganze historische Ambiguität der Redaktion. Im einstigen ostpreußischen Königsberg - übrigens mitten in Mitteleuropa gelegen - standen einst nicht nur Ruinen, sondern (davor) ein intaktes schönes Schloss. Immanuel Kant wird von Russen und Deutschen verehrt. Königsberg (igitt, Ostpreußen) bezeichnen Sie in der taz-Grafik als Kaliningrad (hurra, es lebe der sowjetische Massenmörder), aber Danzig, Warschau, Riga und die Landesbezeichnungen sind in deutscher Bezeichnung genannt. Dann wieder heißt es statt Wilna Vilnius. Das ist nicht logisch stringent. Diese komische, verquere Bezeichnungsarithmetik lässt tief blicken. Entweder in unhistorische Sichtweisen oder unüberlegte Schreibe. Schließlich heißt Wroclaw Breslau und Polska Polen ebenso wie umgekehrt für Polen München Monachium und Münster Monastir heißen. Niemand nimmt daran Anstoß.
Und noch etwas: Königsberg war nie Stützpunkt der Ostseeflotte. Das war und ist Pillau (Baltijsk), übrigens früher der Kriegshafen der deutschen Reichsmarine, heute der russ. Kriegsmarine. Merkwürdig: Menschen werden vertrieben und zwangsangesiedelt, sie bilden sozusagen die Variable, Militäreinrichtungen die Konstante, weisen eine hohe Kontinuität auf.