Ulrike Meinhof war eine selbstbewusste, politisch denkende Frau und kein emotional unsicherer Mensch. Ihre Biografie wurde systematisch verfälscht.von Jutta Ditfurth
Leider lese ich erst jetzt den Artikel und die Kommentare dazu. Die meißten hier scheinen Spätgeborene zu sein. Zumindest muß man das bei den haßerfüllten und leider auch geschichtlich völlig daneben liegenden Getöse annehmen. Wer wie "Von grafinger" die Frau zitiert sollte schon den Rest dazu mitliefern! Wie wäre es, wenn Sie die Originalquelle auch mal lesen würden, damit das Zitat auch den richtigen Sinn ergibt? Sollte irgendwer mal über meinen Kommentar stolpern kann er unter labourhistory.net recherchieren und den entsprechenden Satz hier nachlesen: http://labourhistory.net/raf/search.php?search=Mich%E8le+Ray&field=0&word=0&btn=Search
08.10.2009 11:43 Uhr
von romski:
joi olle jutta, da bekommst du endlich wieder die aufmerksamkeit die dir zusteht... für mich ist die radikale linke, obwohl ich bornierterweise sogar mal dachte es dient der verbesserung der gesellschaft,ähnlich zynisch + menschenverachtend wie der damalige 3.reichnachfolgestaat . dass ulrike meinhof zwischen solch egoman fixierten typen wie röhl + baader samt bewunderern aufgerieben+ zermürbt wurde ist naheliegend. ich habe kein problem damit meinhof als in ihren umfeld noch sensibelste +auch verletzliche person wahrzunehmen.ich glaube ihr dass sie beste absichten verfolgte +ihr nicht unbedingt daran lag einer avantgarde anzugehören. dass sie dabei auch über leichen ging+ den zynismus ihres umfeldes mitgetragen und auch mitgestaltet hat muss sie posthum ertragen.aber ich brauch jetzt nicht eine von unsjutta gezeichnete dochkampfsau ulrike meinhof,frei von selbstzweifeln wie die autorin.ulrike meinhof ist gescheitert, am staat wie an ihrem umfeld wie an ihrem leben.das ist wie es ist aber sie ist von all den dogmatischen linken "held(in)en" diejenige wo ich manchmal denke: schade...
07.10.2009 07:49 Uhr
von vic:
Ich hab >Zeit Des Zorns< gelesen. Jutta Ditfurth schreibt fantastisch und bringt die Sache auf den Punkt. Vielleicht sollten jene, die ohne zu lesen urteilen das nachholen.
07.10.2009 00:04 Uhr
von Otto:
DANKE Jutta Ditfurth.
Wie hälst Du nur diese Jauche aus, die hier zum Teil abgesondert wird?
06.10.2009 17:58 Uhr
von Rainer:
Ach ja, Juttas Welt:
Franz Alt und der Dalai Lama sind Faschisten, Ulrike Meinhof Freiheitskämpferin und Jutta Ditfurth eine Intellektuelle.
So kann man sich täuschen.
06.10.2009 16:44 Uhr
von Ulrike M.:
Danke, Jutta, ehrlich, es war nötig, die Wahrheit zu sagen, auch , wenn, die Mehrheit ( Wahlausgang: schwaRz/gelb) es nicht hören will. Ja, die BRD ist eine Gesellschaft der "Überlebenden"( nicht zur rechenschafft gezogenen Nazis/Mitläufer). Sie demütigt, entwürdigt, provoziert und vermarktet mediengerecht die Opfer ( alle, die ANDERS sind als die Leser der Boulevardpresse, Privatfernsehen, profitgieriger Asozialer (nicht an die Gesellschaft als verantwortliche Mitglieder gekoppelte Alleinabsahner)). Ich beschönige nicht die Gewalttaten einer Ulrike M. Ich klage die unbeeinflußte Darstellung der Fakten an.
06.10.2009 13:11 Uhr
von Daniela Hertz:
glückwunsch zu diesem fundierten artikel. bin positiv überrascht, wie gut jutta ditfurth ihn geschrieben hat. bin nicht überrascht, wie konformistisch hier in kommentaren die übliche platte raf-phobie von braven staatsbürgerInnen durchexerziert wird. bin noch weniger überrascht, dass die empörten kommentiererInnen die von jutta ditfurth genannten, erschreckenden fakten zur aktiven teilnahme am größten verbrechen der menschheit, dem deutschen nationalsozialismus seitens der lieben erziehungsberechtigten von ulrike mneinhof ignorieren. danke, jutta ditfurth für diese fakten.
06.10.2009 13:10 Uhr
von Sonja:
>>>>>>>"Das darf doch nicht wahr sein! In der taz wird im Jahr 2009 eine kaltblütige Mörderin und Terrroristin von Jutta von Ditfurth als "selbstbewusste, politisch denkende Frau" definiert. Was bitte soll dieser unsäglich triviale Revolutionsdünnsinn? Es ist völlig unerheblich, ob Meinhif aus sexueller frustration gemordet hat oder aus moralischer Selbstgerechtugkeizt. Hagiographien von veritablen Mördern sind ein echter Grund eine anderes Blatt zu kaufen!"<<<<<<<
von Brandstein
Also Brandstein, so wie sie das hier schreiben, sind sie offensichtlich erheblich zu jung, um die Ursprünge der Taz zu kennen. Die ist nämlich aus der linken Bewegung hervorgegangen, genau wie die RAF, die im übrigen in ihren Anfängen durchaus eine Bewegung mit politischen und sozialen Ansprüchen war. Und als ehemaliger Heimzögling der 70iger Jahre will ich auch nochmal klarstellen, dass Ulrike Meinhoff sich um "uns" gekümmert und da einiges kritisch hinterfragt hat.
Aber natürlich wissen Sie weder das, noch können Sie die In den 60er-70er Jahre herrschende Stimmung irgendwie nachvollziehen. Für Sie ist es selbstverständlich in einer freien, offenen Gesellschaft zu leben.
Allerdings passt ihr Kommentar perfekt zum herrschenden Zeitgeist. Die Alt-68er sind schuld am verkommenen Zustand unserer Gesellschaft. Im Moment kann ich wieder ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie das alles entstanden und dann auch so eskaliert ist.
06.10.2009 11:33 Uhr
von hto:
Lenin, Marx, Engels, Rosa Luxemburg, usw. sind auch schon lange tot und alle glauben wir hätten uns genügend und endgültig mit ihnen und was daraus entstanden ist auseinander gesetzt - die Dogmen von links nach rechts sind funktionaler Teil der gewohnt-leichtfertigen Überproduktion von Kommunikationsmüll.
Die Systematik, die gesellschaftlich mit Bildung zu systemrationaler Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche schon im Kindergarten beginnt und im konfusionierten Konsumautismus für die "Demokratie" durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck mündet, ist wirklich nicht einfach für eine eindeutig-zweifelsfreie Wahrheit zu knacken.
Eine Welt- und Werteordnung, auf der Basis eines bedingungslosen MENSCHENRECHTS auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus menschenwürdig resultierenden Konsequenzen / Möglichkeiten, ist absolut machbar - wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen Menschen gehört, kann PRINZIPIELL alles ..., und wettbewerbsorientierte Dummheit von / in "Wer soll das bezahlen?" hat keine Macht mehr!?
06.10.2009 10:12 Uhr
von Stefan:
Wie entstanden die menschenverachtenden Allmachtsfantasien der RAF? Wie wird man dem was man bekämpft ähnlicher als einem lieb ist? Evtl durch eigene Ohnmachtserlebnisse in einer verlogenen, verdeckt faschistischen Familie? Wie landet man in sektenähnlichen Gruppen wie der RAF? Lieber wütend als traurig. Vielleicht aus Unkenntnis wieviel tiefe Trauer hinter jeder Wut steht? Vielleicht sagt die Lippe von Gedeck viel mehr als Ditfurths Buch? Das mag jeder selber entscheiden. Die oberflächlich, politischen Erklärungen aus der radikalen Linken reichen mir bei weitem nicht. Bei weitem nicht. Sie dienen höchstens der Selbstbeschönigung und machen aus Morden "politische Freiheitskämpferaktionen"
06.10.2009 09:17 Uhr
von K. Langelotz:
Alle anderen sind blind oder wollen die Wahrheit nicht sehen / finden bis Frau von Ditfurth kommt und uns alle erhellt. Klingt mir immer etwas einfach, aber mit diesem gut / böse Schema lässt sich ja bekanntlich gut leben und Kritiker muss Mann / Frau dann auch nicht ernst nehmen - schön die Wahrheit gepachtet zu haben. Hätte es nicht gereicht Frau von Ditfurth eine Viertelseite einzuräumen, das hätte bestimmt gereicht dem interessierten Leser einen Eindruck von ihrer momentanen Weltsicht zu vermitteln.
06.10.2009 08:34 Uhr
von Schmidt:
Ulrike Meinhof war eine brillante Journalistin und hätte es bleiben sollen. Ich will mir lieber nicht vorstellen, was in unserem Land passiert wäre, wenn die RAF ihren schwachsinnigen Krieg gewonnen hätte: Gulags, Massenmorde, Hungersnöte wären die Konsequenz gewesen, Faschismus pur. Ich habe den Einruck, Jutta (von) Ditfurth überträgt ihre eigenen Frustrationen auf die tragische Figur Meinhof.
06.10.2009 02:38 Uhr
von siralfredt:
mörder bleibt mörder
06.10.2009 00:56 Uhr
von tomasz:
da wollen wir doch mal klar im kopf bleiben: ulrike m. war und ist und bleibt eine gemeine mörderin. ein mensch, welcher keine andere antwort wusste, als das töten. die taten der der frau m. sind und bleiben ekelerregend und böse.
05.10.2009 23:22 Uhr
von Pesavento:
Sie schreiben "Wäre es nicht an der Zeit, sich mit dem Menschen politisch auseinanderzusetzen, der sie wirklich war?".
Ja, das wäre interessant, und Ihre Argumente finde ich auch sehr interessant. Aber diese historische Ausseinandersetzung interessiert mich um beantworten zu können, wie eine Bewegung, die sich auch als Reaktion auf eine nicht entnazifizierte Gesellschaft gebildet hat, sich so entwickeln konnte: mörderisch, selbstgerecht, autoritär, menschenverachtent und sogar antisemitisch (siehe taz 5.10.7 "Radikal antijüdisch": http://www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/radikal-antijuedisch/)
Ich weiss es nicht, aber vom Gefühl her geht es Ihnen aber nicht darum, aber da lasse mich mich gern eines besseren überzeugen.
Und Sie meinen vielleicht wirklich eine politische Auseinandersetzung und keine historische. Darin sehe ich allerdings nicht viel Sinn.
05.10.2009 19:44 Uhr
von Inge:
Frau Meinhof würde sich freuen, dass jetzt jemand anständig und wahrhaftig über sie berichtet.
05.10.2009 19:19 Uhr
von reblek:
Ich bin nicht so gut über das Leben von Ulrike Meinhof informiert und zum Glück auch nicht über das Wirken ihrer ebenso wirren wie unsäglichen Tochter Bettina, aber diese ist doch eigentlich so etwas wie eine "fünfte Quelle" für das, was über Ulrike Meinhof durch die Gegend geistert, oder?
"In Portugal, Spanien und Griechenland herrschten faschistische Diktaturen." So war es nicht, es war jeweils "nur" eine Diktatur, weshalb der Singular richtig ist, aber der Plural beeindruckt offensichtlich auch Menschen stark, die eigentlich mit der deutschen Sprache gut umgehen können.
05.10.2009 18:58 Uhr
von Kurt:
Zu erwarten das sich die Gesellschaft mit ihrer Geschichte beschäfftigt, ist nicht erst seit heute Thema. Ist denn etwas anderes vom Deutschen zu erwarten. Bis heute ist die auseinadersetzung mit dem ns nicht ausreichend. Darum ging es schon früher. Und jetzt erwarten das die gesellschaft sich mit juengeren ereignissen in der BRD beschäftigt.
05.10.2009 18:41 Uhr
von TOM Linus:
Dieses Buch sollte Schullektüre werden, es klärt auf, wie unsere "Demokratie" in Wahrheit funktioniert . Diese Geschichtsverklitterung von Aust und seinen Kumpanen ist einfach nur widerlich, genauso wie die Schranze Grass und Schwarzer !
05.10.2009 18:26 Uhr
von Profi-Schnacksler:
@Heimzögling
Von "umgebrachten" Heimkindern habe ich anhin noch nicht gehört?
05.10.2009 18:22 Uhr
von Profi-Schnacksler:
War Frau M. als 24jährige Studentin nicht viel zu unbedeutend, um "der SPD in die Quere" zu kommen? Und daraus, dass Frau M. "die DDR um Bauhelme zum Schutz der Köpfe der Westberliner Linken bat" muss doch jeder denkfähige Mensch mit ideologisch unverbauter Weltsicht schließen, dass sie total paranoid/durchgeknallt war (ein bei den seinerzeitigen K-Gruppen wohl durchaus nicht seltener Zustand)?
05.10.2009 18:13 Uhr
von symphatisant:
Dank an JUTTA DITFURTH, daß sie sich die Arbeit gemacht hat!
Ulrike Meinhof hatte die Wahl und sie hatte sich entschieden. Sie bezahlte ihren persönlichen Versuch der Weltverbesserung mit ihrem Leben. Diese Biografie mag man so würdigen oder so, aber man muß sie hinsichtlich ihres Gehalts an Menschenwürde respektieren, alles andere ist unehrenhaft.
Von dem v. Stauffenberg oder von den Geschwister Scholl würde kein Mensch im nachhinein eine allgültige Rechtfertigung dafür verlangen, daß auch Unschuldige durch ihr Tun ums Leben kamen oder hätten kommen können. Die Umstände des Weltverbesserns führen den einen zum Schafott und den anderen zum Verdienstkreuz. Aus dem einen wird ein Diktator, aus dem nächsten ein Verräter, aus dem dritten ein Philosoph und aus dem letzten ein Irrer. Es wäre zu schön, könnte man das vorher schon wissen.
@carl: Vor einem "linksprogressiven Medienimperium" mögen uns alle Götter dieser Erde bewahren!
05.10.2009 18:04 Uhr
von Heimzögling:
Wo ist der Unterschied ob ich jemanden aus der Oberschicht direkt erschieße oder wie die Behörden 300.000 Heimkinder umgebracht haben. Da wird nicht nachgegangen weil die Unterschicht systematisch ausgerottet werden sollte. Nun habt ihr das Problem mit den Immigranten als Hals. Wer will das Problem lösen? Die FDP? Nee, denn das sind die heutigen Heimbetreiber!
05.10.2009 17:50 Uhr
von Spin:
@Thomas - 05.10.2009 17:34 Uhr: Sie werfen Ditfurth vor, Sie käme trotz ihrer Vorwürfe auch nicht weiter als die andern Biografen, weil das Werk halt immer nur Projektion von Produzent wie Rezipient sei. Das kommt mir angesichts der handfesten und plausibel dargestellten Vorwürfe mindestens zum Thema NS arg relativistisch vor. Entweder die Familie war, wie noch von Aust dargestellt, Antifa, oder sie war, wie bei Ditfurth, (ganz oder mehrheitlich) Nazi. Beides bedeutet eine Menge für die politsche Identität der heranwachsenden Ulrike M., und da gibt es schlicht beweisbare Wahrheiten und Fehlurteile.
05.10.2009 17:34 Uhr
von Thomas:
1) Die historische Betrachtung von Personen kann immer nur zu einem kleinen Teil deren Persönlichkeit abbilden, der große Rest entsteht im Kopf der Betrachters. Darum ist jede historische Betrachtung viel mehr Zeugnis über das "Jetzt" als über das "Damals". Insofern hat Frau Ditfurth sicherlich zumindest teilweise Recht, dass nämlich keine Biographie der wahren Ulrike Meinhof (oder einer beliebigen anderen Person) gerecht werden kann. Eine Biographie ist immer gleichzeitig auch Projektionsfläche für den Autoren wie auch den Leser.
Und da wir nicht in den Kopf anderer Personen schauen können müssen wir zwangsläufig auf Mythen und Metaphern ausweichen um zumindest den Versuch zu unternehmen eine Persönlichkeit für den Einzelnen erfahrbar zu machen.
Hier hat Frau Ditfurth keine andere Wahl als zu den selben, unvollkommenen Methoden zu greifen wie alle Biographen vor ihr. Dennoch wirft Sie den Standardquellen vor vergiftet zu sein, ohne dies überzeugend darlegen zu können. Aus einer persönlichen Antipathie gegenüber den betreffenden Personen kann man noch lange nicht Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt der von ihnen gemachten Aussagen schließen. Gleichzeitig aber erscheint ihr Meinhof-Bild genauso durch ihre Weltanschauung getrübt zu sein wie sie dies Riemeck und Röhl vorwirft. Frau Ditfurths Bild ist nicht weniger suggestiv.
Dabei ist eines klar: Die Wahrheit über Ulrike Meinhof ist mit ihrem Tod für immer verschollen.
Für die Nachwelt bleiben nur Fakten (was hat sie gesagt/getan) und deren Interpretation (warum hat sie es gesagt/getan). Frau Ditfurth behauptet, dass ihre Interpretation die einzig wahre sei. Dies jedoch wage ich anzuzweifeln, es ist lediglich eine alternative Interpretation, die mindestens zum gleichen Teil von Frau Ditfurths Überzeugungen und dem aktuellen Zeitgeist herrühren wie dies auch bei früheren Interpretationen der Fall war. Es sind schlicht verschiedene Versuche die selben Handlungen einer Terroristin durch unterschiedliche Mythen und Metaphern für die Nachwelt begreifbar zu machen. Eine absolute Wahrheit hat dabei sicherlich keiner gepachtet.
2) Zwar stimme ich Frau Ditfurth nicht zu, dass Stefan Aust aus Ulrike Meinhof nur ein Opfer der RAF zu machen versucht, gleichzeitig wirft diese Formulierung auch eine Frage auf. Denn wenn sie nur von vorangegangenen Biographen zum Opfer gemacht wurde, in Wahrheit aber keines war, dann kann sie nur verklärte Täterin gewesen sein, die für den Tod von vielen Menschen voll verantwortlich war. Warum also sollte sich irgend jemand mit solch einem Menschen politisch auseinander setzen? Solch eine politische Einstellung sollte sich doch wohl von alleine disqualifizieren.
05.10.2009 17:26 Uhr
von Carl der alte Brigadier:
Um die offene, objektive und faire Auseinandersetzung um Ulrike Meinhof, die sie vorschlagen, in der BRD zu erreichen, liebe Frau Ditfurth, müßte sich nach meiner Auffassung eine Art Medienrevolution ereignen, müßte ein linksprogressives Medienimperium auf die Beine gestellt werden, größer und mächtiger als Springer, Bertelsmann, Spiegel, ARD, ZDF & RTL zusammen! Die rechtslastigen Manipulateure und Demagogen sind in deutschen Landen auf allen Feldern schlicht und ergreifend zu mächtig und einflußreich.
05.10.2009 17:18 Uhr
von gerthans:
Ulrike Meinhof wird verkleinert oder dämonisiert, weil sie für ihre Überzeugungen alles riskiert hat und deshalb vielen (Ex)Linken noch heute ein schlechtes Gewissen macht. Das gilt auch für die Hofschranze Grass.
05.10.2009 17:06 Uhr
von Loyola:
Es wurde Zeit für einen Artikel, der die Person Ulrike Meinhof jenseits ihrer menschlichen Abscheulichkeit beleuchtet.Vielen Dank Frau Dittfurth
05.10.2009 17:05 Uhr
von Brandstein:
Das darf doch nicht wahr sein! In der taz wird im Jahr 2009 eine kaltblütige Mörderin und Terrroristin von Jutta von Ditfurth als "selbstbewusste, politisch denkende Frau" definiert. Was bitte soll dieser unsäglich triviale Revolutionsdünnsinn? Es ist völlig unerheblich, ob Meinhif aus sexueller frustration gemordet hat oder aus moralischer Selbstgerechtugkeizt. Hagiographien von veritablen Mördern sind ein echter Grund eine anderes Blatt zu kaufen!
05.10.2009 16:49 Uhr
von Spin:
Gut so, frau Ditfurth, den medial verdrehten Unsinn über alles radikal Linke, über '68, RAF usw. und die damit verbundene Heiligsprechung der bürgerlichen Gesellschaft verdient Widerspruch und Richtigstellung.
Allerdings müssen auch die alten Fehleinschätzungen der Bewegung(en) schonungslos kritisiert werden, wie sie, noch unbewertet, in diesem Text aufscheinen, wenn es etwa - nach einer Aufzählung von persönlicen und politischen Niederlagen und Rückschlägen - heißt:
"Ulrike Meinhof sah sich in einer Sackgasse, sie diskutierte mit Freunden über den bewaffneten Kampf. Die BRD schien ihr in einem vorrevolutionären Zustand, den eine militante "Avantgarde", die RAF, zuzuspitzen hatte."
Die Rückschläge wurden demnach nicht als vorläufige Unmöglichkeit radikalen Wandels gedeutet, sondern als Aufforderung, Revolution notfals auch ohne oder gegen das Volk zu machen. Das ging an der sozialen Realität genauso vorbei wie die Strategien leninistischer Sektierer und später der Autonomen. Schade, Strategie war nie Stärke der radikalen Linken.
05.10.2009 16:47 Uhr
von Marius :
Toller Artikel, der endlich aufräumt mit den vielen Verleumdungen und Vorurteilen und der die Person Meinhofs objektiv und unabhängig betracht. Taz, bitte mehr davon!
05.10.2009 16:46 Uhr
von Gockeline:
Selber habe ich mit Jutta Ditfurth meine Probleme. Sie hat wie viele dieser Frauen etwas fanatisches an sich.Der Artikel ist jedoch sehr gut und überzeugend.Es zeigt auch wie Männer ticken in ihrem Denken,dabei ein anderes Bild zeichnen von der Realität.Egal wie Ulrike Meinhof dachte oder sah,es hatte immer etwas fanatisches einseitiges Denken das zerstörerisch wirkte.Man ändert nicht die Gesellschaft durch solchen Druck bis hin zum Mord und Selbstmord.Wenn ich mir die Bilder und Filme aus der Zeit anschaue,friert es mich.
05.10.2009 16:44 Uhr
von grafinger:
"Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden. Und natürlich kann geschossen werden." (U. Meinhof in einem Interview mit Michèle Ray) Das, liebe Jutta ist der Mensch der sie war. Menschenverachtend. Da kannst Du schreiben was Du willst.
05.10.2009 16:35 Uhr
von denninger:
Oh, klar, Jutta, alle anderen Autoren welche über Ulrike Meinhof schrieben waren natürlich "vergiftet", sogar die eigene Tochter. Und pünktlich zum "Jubiläum" der Ulrike Meinhof kramst Du Dein Buch von 2007 wieder heraus und tourst damit durch die Republik. Das ist schon irgendwie Leichenfledderei, findest Du nicht?
05.10.2009 16:32 Uhr
von mittiger:
hey schöner artikel, auch wenn ich in der thematik nicht so bewandert bin und auch den film nicht gesehen habe, es ist immer gut dinge in der vergangenheit ganzheitlich aufzuarbeiten, es fehlt an artikeln, die sich mit den APO-nahen strukturen und den psychopathologisch-soziologischen folgen der neuen generation in der nachkriegsära befassen, mehr davon...aber für das buch reicht meine zeit nicht ;) lg a.
05.10.2009 16:17 Uhr
von Michael Schütte:
Nee Frau Ditfurth, lassen Sie die modrige Leiche Meinhof mal lieber da wo sie ist und heben Sie die verblendete Meinhof mal nicht auf einen Sockel, der ihr nicht gerecht wird.
Leserkommentare
06.01.2010 22:58 Uhr
von BLA:
Leider lese ich erst jetzt den Artikel und die Kommentare dazu. Die meißten hier scheinen Spätgeborene zu sein. Zumindest muß man das bei den haßerfüllten und leider auch geschichtlich völlig daneben liegenden Getöse annehmen. Wer wie "Von grafinger" die Frau zitiert sollte schon den Rest dazu mitliefern! Wie wäre es, wenn Sie die Originalquelle auch mal lesen würden, damit das Zitat auch den richtigen Sinn ergibt? Sollte irgendwer mal über meinen Kommentar stolpern kann er unter labourhistory.net recherchieren und den entsprechenden Satz hier nachlesen:
http://labourhistory.net/raf/search.php?search=Mich%E8le+Ray&field=0&word=0&btn=Search
08.10.2009 11:43 Uhr
von romski:
joi olle jutta, da bekommst du endlich wieder die aufmerksamkeit die dir zusteht... für mich ist die radikale linke, obwohl ich bornierterweise sogar mal dachte es dient der verbesserung der gesellschaft,ähnlich zynisch + menschenverachtend wie der damalige 3.reichnachfolgestaat . dass ulrike meinhof zwischen solch egoman fixierten typen wie röhl + baader samt bewunderern aufgerieben+ zermürbt wurde ist naheliegend. ich habe kein problem damit meinhof als in ihren umfeld noch sensibelste +auch verletzliche person wahrzunehmen.ich glaube ihr dass sie beste absichten verfolgte +ihr nicht unbedingt daran lag einer avantgarde anzugehören. dass sie dabei auch über leichen ging+ den zynismus ihres umfeldes mitgetragen und auch mitgestaltet hat muss sie posthum ertragen.aber ich brauch jetzt nicht eine von unsjutta gezeichnete dochkampfsau ulrike meinhof,frei von selbstzweifeln wie die autorin.ulrike meinhof ist gescheitert, am staat wie an ihrem umfeld wie an ihrem leben.das ist wie es ist aber sie ist von all den dogmatischen linken "held(in)en" diejenige wo ich manchmal denke: schade...
07.10.2009 07:49 Uhr
von vic:
Ich hab >Zeit Des Zorns< gelesen.
Jutta Ditfurth schreibt fantastisch und bringt die Sache auf den Punkt.
Vielleicht sollten jene, die ohne zu lesen urteilen das nachholen.
07.10.2009 00:04 Uhr
von Otto:
DANKE Jutta Ditfurth.
Wie hälst Du nur diese Jauche aus, die hier zum Teil abgesondert wird?
06.10.2009 17:58 Uhr
von Rainer:
Ach ja, Juttas Welt:
Franz Alt und der Dalai Lama sind Faschisten,
Ulrike Meinhof Freiheitskämpferin
und Jutta Ditfurth eine Intellektuelle.
So kann man sich täuschen.
06.10.2009 16:44 Uhr
von Ulrike M.:
Danke, Jutta, ehrlich,
es war nötig, die Wahrheit zu sagen, auch , wenn,
die Mehrheit ( Wahlausgang: schwaRz/gelb) es nicht hören will.
Ja, die BRD ist eine Gesellschaft der "Überlebenden"( nicht zur rechenschafft gezogenen
Nazis/Mitläufer). Sie demütigt, entwürdigt,
provoziert und vermarktet mediengerecht die Opfer
( alle, die ANDERS sind als die Leser der Boulevardpresse, Privatfernsehen, profitgieriger
Asozialer (nicht an die Gesellschaft als verantwortliche Mitglieder gekoppelte Alleinabsahner)).
Ich beschönige nicht die Gewalttaten einer Ulrike M. Ich klage die unbeeinflußte Darstellung
der Fakten an.
06.10.2009 13:11 Uhr
von Daniela Hertz:
glückwunsch zu diesem fundierten artikel. bin positiv überrascht, wie gut jutta ditfurth ihn geschrieben hat. bin nicht überrascht, wie konformistisch hier in kommentaren die übliche platte raf-phobie von braven staatsbürgerInnen durchexerziert wird. bin noch weniger überrascht, dass die empörten kommentiererInnen die von jutta ditfurth genannten, erschreckenden fakten zur aktiven teilnahme am größten verbrechen der menschheit, dem deutschen nationalsozialismus seitens der lieben erziehungsberechtigten von ulrike mneinhof ignorieren. danke, jutta ditfurth für diese fakten.
06.10.2009 13:10 Uhr
von Sonja:
>>>>>>>"Das darf doch nicht wahr sein! In der taz wird im Jahr 2009 eine kaltblütige Mörderin und Terrroristin von Jutta von Ditfurth als "selbstbewusste, politisch denkende Frau" definiert. Was bitte soll dieser unsäglich triviale Revolutionsdünnsinn? Es ist völlig unerheblich, ob Meinhif aus sexueller frustration gemordet hat oder aus moralischer Selbstgerechtugkeizt. Hagiographien von veritablen Mördern sind ein echter Grund eine anderes Blatt zu kaufen!"<<<<<<<
von Brandstein
Also Brandstein, so wie sie das hier schreiben, sind sie offensichtlich erheblich zu jung, um die Ursprünge der Taz zu kennen. Die ist nämlich aus der linken Bewegung hervorgegangen, genau wie die RAF, die im übrigen in ihren Anfängen durchaus eine Bewegung mit politischen und sozialen Ansprüchen war. Und als ehemaliger Heimzögling der 70iger Jahre will ich auch nochmal klarstellen, dass Ulrike Meinhoff sich um "uns" gekümmert und da einiges kritisch hinterfragt hat.
Aber natürlich wissen Sie weder das, noch können Sie die In den 60er-70er Jahre herrschende Stimmung irgendwie nachvollziehen. Für Sie ist es selbstverständlich in einer freien, offenen Gesellschaft zu leben.
Allerdings passt ihr Kommentar perfekt zum herrschenden Zeitgeist. Die Alt-68er sind schuld am verkommenen Zustand unserer Gesellschaft. Im Moment kann ich wieder ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie das alles entstanden und dann auch so eskaliert ist.
06.10.2009 11:33 Uhr
von hto:
Lenin, Marx, Engels, Rosa Luxemburg, usw. sind auch schon lange tot und alle glauben wir hätten uns genügend und endgültig mit ihnen und was daraus entstanden ist auseinander gesetzt - die Dogmen von links nach rechts sind funktionaler Teil der gewohnt-leichtfertigen Überproduktion von Kommunikationsmüll.
Die Systematik, die gesellschaftlich mit Bildung zu systemrationaler Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche schon im Kindergarten beginnt und im konfusionierten Konsumautismus für die "Demokratie" durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck mündet, ist wirklich nicht einfach für eine eindeutig-zweifelsfreie Wahrheit zu knacken.
Eine Welt- und Werteordnung, auf der Basis eines bedingungslosen MENSCHENRECHTS auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus menschenwürdig resultierenden Konsequenzen / Möglichkeiten, ist absolut machbar - wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen Menschen gehört, kann PRINZIPIELL alles ..., und wettbewerbsorientierte Dummheit von / in "Wer soll das bezahlen?" hat keine Macht mehr!?
06.10.2009 10:12 Uhr
von Stefan:
Wie entstanden die menschenverachtenden Allmachtsfantasien der RAF? Wie wird man dem was man bekämpft ähnlicher als einem lieb ist? Evtl durch eigene Ohnmachtserlebnisse in einer verlogenen, verdeckt faschistischen Familie? Wie landet man in sektenähnlichen Gruppen wie der RAF?
Lieber wütend als traurig. Vielleicht aus Unkenntnis wieviel tiefe Trauer hinter jeder Wut steht? Vielleicht sagt die Lippe von Gedeck viel mehr als Ditfurths Buch? Das mag jeder selber entscheiden.
Die oberflächlich, politischen Erklärungen aus der radikalen Linken reichen mir bei weitem nicht.
Bei weitem nicht.
Sie dienen höchstens der Selbstbeschönigung und machen aus Morden "politische Freiheitskämpferaktionen"
06.10.2009 09:17 Uhr
von K. Langelotz:
Alle anderen sind blind oder wollen die Wahrheit nicht sehen / finden bis Frau von Ditfurth kommt und uns alle erhellt. Klingt mir immer etwas einfach, aber mit diesem gut / böse Schema lässt sich ja bekanntlich gut leben und Kritiker muss Mann / Frau dann auch nicht ernst nehmen - schön die Wahrheit gepachtet zu haben. Hätte es nicht gereicht Frau von Ditfurth eine Viertelseite einzuräumen, das hätte bestimmt gereicht dem interessierten Leser einen Eindruck von ihrer momentanen Weltsicht zu vermitteln.
06.10.2009 08:34 Uhr
von Schmidt:
Ulrike Meinhof war eine brillante Journalistin und hätte es bleiben sollen. Ich will mir lieber nicht vorstellen, was in unserem Land passiert wäre, wenn die RAF ihren schwachsinnigen Krieg gewonnen hätte:
Gulags, Massenmorde, Hungersnöte wären die Konsequenz gewesen, Faschismus pur.
Ich habe den Einruck, Jutta (von) Ditfurth überträgt ihre eigenen Frustrationen auf die tragische Figur Meinhof.
06.10.2009 02:38 Uhr
von siralfredt:
mörder bleibt mörder
06.10.2009 00:56 Uhr
von tomasz:
da wollen wir doch mal klar im kopf bleiben: ulrike m. war und ist und bleibt eine gemeine mörderin. ein mensch, welcher keine andere antwort wusste, als das töten. die taten der der frau m. sind und bleiben ekelerregend und böse.
05.10.2009 23:22 Uhr
von Pesavento:
Sie schreiben "Wäre es nicht an der Zeit, sich mit dem Menschen politisch auseinanderzusetzen, der sie wirklich war?".
Ja, das wäre interessant, und Ihre Argumente finde ich auch sehr interessant. Aber diese historische Ausseinandersetzung interessiert mich um beantworten zu können, wie eine Bewegung, die sich auch als Reaktion auf eine nicht entnazifizierte Gesellschaft gebildet hat, sich so entwickeln konnte: mörderisch, selbstgerecht, autoritär, menschenverachtent und sogar antisemitisch (siehe taz 5.10.7 "Radikal antijüdisch": http://www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/radikal-antijuedisch/)
Ich weiss es nicht, aber vom Gefühl her geht es Ihnen aber nicht darum, aber da lasse mich mich gern eines besseren überzeugen.
Und Sie meinen vielleicht wirklich eine politische Auseinandersetzung und keine historische. Darin sehe ich allerdings nicht viel Sinn.
05.10.2009 19:44 Uhr
von Inge:
Frau Meinhof würde sich freuen, dass jetzt jemand anständig und wahrhaftig über sie berichtet.
05.10.2009 19:19 Uhr
von reblek:
Ich bin nicht so gut über das Leben von Ulrike Meinhof informiert und zum Glück auch nicht über das Wirken ihrer ebenso wirren wie unsäglichen Tochter Bettina, aber diese ist doch eigentlich so etwas wie eine "fünfte Quelle" für das, was über Ulrike Meinhof durch die Gegend geistert, oder?
"In Portugal, Spanien und Griechenland herrschten faschistische Diktaturen." So war es nicht, es war jeweils "nur" eine Diktatur, weshalb der Singular richtig ist, aber der Plural beeindruckt offensichtlich auch Menschen stark, die eigentlich mit der deutschen Sprache gut umgehen können.
05.10.2009 18:58 Uhr
von Kurt:
Zu erwarten das sich die Gesellschaft mit ihrer Geschichte beschäfftigt, ist nicht erst seit heute Thema.
Ist denn etwas anderes vom Deutschen zu erwarten.
Bis heute ist die auseinadersetzung mit dem ns nicht ausreichend.
Darum ging es schon früher.
Und jetzt erwarten das die gesellschaft sich mit juengeren ereignissen in der BRD beschäftigt.
05.10.2009 18:41 Uhr
von TOM Linus:
Dieses Buch sollte Schullektüre werden, es klärt auf, wie unsere "Demokratie" in Wahrheit funktioniert .
Diese Geschichtsverklitterung von Aust und seinen Kumpanen ist einfach nur widerlich, genauso wie die Schranze Grass und Schwarzer !
05.10.2009 18:26 Uhr
von Profi-Schnacksler:
@Heimzögling
Von "umgebrachten" Heimkindern habe ich anhin noch nicht gehört?
05.10.2009 18:22 Uhr
von Profi-Schnacksler:
War Frau M. als 24jährige Studentin nicht viel zu unbedeutend, um "der SPD in die Quere" zu kommen? Und daraus, dass Frau M. "die DDR um Bauhelme zum Schutz der Köpfe der Westberliner Linken bat" muss doch jeder denkfähige Mensch mit ideologisch unverbauter Weltsicht schließen, dass sie total paranoid/durchgeknallt war (ein bei den seinerzeitigen K-Gruppen wohl durchaus nicht seltener Zustand)?
05.10.2009 18:13 Uhr
von symphatisant:
Dank an JUTTA DITFURTH, daß sie sich die Arbeit gemacht hat!
Ulrike Meinhof hatte die Wahl und sie hatte sich entschieden. Sie bezahlte ihren persönlichen Versuch der Weltverbesserung mit ihrem Leben. Diese Biografie mag man so würdigen oder so, aber man muß sie hinsichtlich ihres Gehalts an Menschenwürde respektieren, alles andere ist unehrenhaft.
Von dem v. Stauffenberg oder von den Geschwister Scholl würde kein Mensch im nachhinein eine allgültige Rechtfertigung dafür verlangen, daß auch Unschuldige durch ihr Tun ums Leben kamen oder hätten kommen können. Die Umstände des Weltverbesserns führen den einen zum Schafott und den anderen zum Verdienstkreuz. Aus dem einen wird ein Diktator, aus dem nächsten ein Verräter, aus dem dritten ein Philosoph und aus dem letzten ein Irrer. Es wäre zu schön, könnte man das vorher schon wissen.
@carl: Vor einem "linksprogressiven Medienimperium" mögen uns alle Götter dieser Erde bewahren!
05.10.2009 18:04 Uhr
von Heimzögling:
Wo ist der Unterschied ob ich jemanden aus der Oberschicht direkt erschieße oder wie die Behörden 300.000 Heimkinder umgebracht haben. Da wird nicht nachgegangen weil die Unterschicht systematisch ausgerottet werden sollte. Nun habt ihr das Problem mit den Immigranten als Hals. Wer will das Problem lösen? Die FDP? Nee, denn das sind die heutigen Heimbetreiber!
05.10.2009 17:50 Uhr
von Spin:
@Thomas - 05.10.2009 17:34 Uhr:
Sie werfen Ditfurth vor, Sie käme trotz ihrer Vorwürfe auch nicht weiter als die andern Biografen, weil das Werk halt immer nur Projektion von Produzent wie Rezipient sei. Das kommt mir angesichts der handfesten und plausibel dargestellten Vorwürfe mindestens zum Thema NS arg relativistisch vor. Entweder die Familie war, wie noch von Aust dargestellt, Antifa, oder sie war, wie bei Ditfurth, (ganz oder mehrheitlich) Nazi. Beides bedeutet eine Menge für die politsche Identität der heranwachsenden Ulrike M., und da gibt es schlicht beweisbare Wahrheiten und Fehlurteile.
05.10.2009 17:34 Uhr
von Thomas:
1) Die historische Betrachtung von Personen kann immer nur zu einem kleinen Teil deren Persönlichkeit abbilden, der große Rest entsteht im Kopf der Betrachters. Darum ist jede historische Betrachtung viel mehr Zeugnis über das "Jetzt" als über das "Damals". Insofern hat Frau Ditfurth sicherlich zumindest teilweise Recht, dass nämlich keine Biographie der wahren Ulrike Meinhof (oder einer beliebigen anderen Person) gerecht werden kann.
Eine Biographie ist immer gleichzeitig auch Projektionsfläche für den Autoren wie auch den Leser.
Und da wir nicht in den Kopf anderer Personen schauen können müssen wir zwangsläufig auf Mythen und Metaphern ausweichen um zumindest den Versuch zu unternehmen eine Persönlichkeit für den Einzelnen erfahrbar zu machen.
Hier hat Frau Ditfurth keine andere Wahl als zu den selben, unvollkommenen Methoden zu greifen wie alle Biographen vor ihr. Dennoch wirft Sie den Standardquellen vor vergiftet zu sein, ohne dies überzeugend darlegen zu können. Aus einer persönlichen Antipathie gegenüber den betreffenden Personen kann man noch lange nicht Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt der von ihnen gemachten Aussagen schließen. Gleichzeitig aber erscheint ihr Meinhof-Bild genauso durch ihre Weltanschauung getrübt zu sein wie sie dies Riemeck und Röhl vorwirft. Frau Ditfurths Bild ist nicht weniger suggestiv.
Dabei ist eines klar: Die Wahrheit über Ulrike Meinhof ist mit ihrem Tod für immer verschollen.
Für die Nachwelt bleiben nur Fakten (was hat sie gesagt/getan) und deren Interpretation (warum hat sie es gesagt/getan). Frau Ditfurth behauptet, dass ihre Interpretation die einzig wahre sei. Dies jedoch wage ich anzuzweifeln, es ist lediglich eine alternative Interpretation, die mindestens zum gleichen Teil von Frau Ditfurths Überzeugungen und dem aktuellen Zeitgeist herrühren wie dies auch bei früheren Interpretationen der Fall war. Es sind schlicht verschiedene Versuche die selben Handlungen einer Terroristin durch unterschiedliche Mythen und Metaphern für die Nachwelt begreifbar zu machen. Eine absolute Wahrheit hat dabei sicherlich keiner gepachtet.
2) Zwar stimme ich Frau Ditfurth nicht zu, dass Stefan Aust aus Ulrike Meinhof nur ein Opfer der RAF zu machen versucht, gleichzeitig wirft diese Formulierung auch eine Frage auf. Denn wenn sie nur von vorangegangenen Biographen zum Opfer gemacht wurde, in Wahrheit aber keines war, dann kann sie nur verklärte Täterin gewesen sein, die für den Tod von vielen Menschen voll verantwortlich war.
Warum also sollte sich irgend jemand mit solch einem Menschen politisch auseinander setzen? Solch eine politische Einstellung sollte sich doch wohl von alleine disqualifizieren.
05.10.2009 17:26 Uhr
von Carl der alte Brigadier:
Um die offene, objektive und faire Auseinandersetzung um Ulrike Meinhof, die sie vorschlagen, in der BRD zu erreichen, liebe Frau Ditfurth, müßte sich nach meiner Auffassung eine Art Medienrevolution ereignen, müßte ein linksprogressives Medienimperium auf die Beine gestellt werden, größer und mächtiger als Springer, Bertelsmann, Spiegel, ARD, ZDF & RTL zusammen! Die rechtslastigen Manipulateure und Demagogen sind in deutschen Landen auf allen Feldern schlicht und ergreifend zu mächtig und einflußreich.
05.10.2009 17:18 Uhr
von gerthans:
Ulrike Meinhof wird verkleinert oder dämonisiert, weil sie für ihre Überzeugungen alles riskiert hat und deshalb vielen (Ex)Linken noch heute ein schlechtes Gewissen macht. Das gilt auch für die Hofschranze Grass.
05.10.2009 17:06 Uhr
von Loyola:
Es wurde Zeit für einen Artikel, der die Person Ulrike Meinhof jenseits ihrer menschlichen Abscheulichkeit beleuchtet.Vielen Dank Frau Dittfurth
05.10.2009 17:05 Uhr
von Brandstein:
Das darf doch nicht wahr sein! In der taz wird im Jahr 2009 eine kaltblütige Mörderin und Terrroristin von Jutta von Ditfurth als "selbstbewusste, politisch denkende Frau" definiert. Was bitte soll dieser unsäglich triviale Revolutionsdünnsinn? Es ist völlig unerheblich, ob Meinhif aus sexueller frustration gemordet hat oder aus moralischer Selbstgerechtugkeizt. Hagiographien von veritablen Mördern sind ein echter Grund eine anderes Blatt zu kaufen!
05.10.2009 16:49 Uhr
von Spin:
Gut so, frau Ditfurth, den medial verdrehten Unsinn über alles radikal Linke, über '68, RAF usw. und die damit verbundene Heiligsprechung der bürgerlichen Gesellschaft verdient Widerspruch und Richtigstellung.
Allerdings müssen auch die alten Fehleinschätzungen der Bewegung(en) schonungslos kritisiert werden, wie sie, noch unbewertet, in diesem Text aufscheinen, wenn es etwa - nach einer Aufzählung von persönlicen und politischen Niederlagen und Rückschlägen - heißt:
"Ulrike Meinhof sah sich in einer Sackgasse, sie diskutierte mit Freunden über den bewaffneten Kampf. Die BRD schien ihr in einem vorrevolutionären Zustand, den eine militante "Avantgarde", die RAF, zuzuspitzen hatte."
Die Rückschläge wurden demnach nicht als vorläufige Unmöglichkeit radikalen Wandels gedeutet, sondern als Aufforderung, Revolution notfals auch ohne oder gegen das Volk zu machen. Das ging an der sozialen Realität genauso vorbei wie die Strategien leninistischer Sektierer und später der Autonomen. Schade, Strategie war nie Stärke der radikalen Linken.
05.10.2009 16:47 Uhr
von Marius :
Toller Artikel, der endlich aufräumt mit den vielen Verleumdungen und Vorurteilen und der die Person Meinhofs objektiv und unabhängig betracht. Taz, bitte mehr davon!
05.10.2009 16:46 Uhr
von Gockeline:
Selber habe ich mit Jutta Ditfurth meine Probleme.
Sie hat wie viele dieser Frauen etwas fanatisches an sich.Der Artikel ist jedoch sehr gut und überzeugend.Es zeigt auch wie Männer ticken in ihrem Denken,dabei ein anderes Bild zeichnen von der Realität.Egal wie Ulrike Meinhof dachte oder sah,es hatte immer etwas fanatisches einseitiges Denken das zerstörerisch wirkte.Man ändert nicht die Gesellschaft durch solchen Druck bis hin zum Mord und Selbstmord.Wenn ich mir die Bilder und Filme aus der Zeit anschaue,friert es mich.
05.10.2009 16:44 Uhr
von grafinger:
"Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden. Und natürlich kann geschossen werden." (U. Meinhof in einem Interview mit Michèle Ray)
Das, liebe Jutta ist der Mensch der sie war. Menschenverachtend. Da kannst Du schreiben was Du willst.
05.10.2009 16:35 Uhr
von denninger:
Oh, klar, Jutta, alle anderen Autoren welche über Ulrike Meinhof schrieben waren natürlich "vergiftet", sogar die eigene Tochter.
Und pünktlich zum "Jubiläum" der Ulrike Meinhof kramst Du Dein Buch von 2007 wieder heraus und tourst damit durch die Republik.
Das ist schon irgendwie Leichenfledderei, findest Du nicht?
05.10.2009 16:32 Uhr
von mittiger:
hey schöner artikel, auch wenn ich in der thematik nicht so bewandert bin und auch den film nicht gesehen habe, es ist immer gut dinge in der vergangenheit ganzheitlich aufzuarbeiten, es fehlt an artikeln, die sich mit den APO-nahen strukturen und den psychopathologisch-soziologischen folgen der neuen generation in der nachkriegsära befassen, mehr davon...aber für das buch reicht meine zeit nicht ;) lg a.
05.10.2009 16:17 Uhr
von Michael Schütte:
Nee Frau Ditfurth, lassen Sie die modrige Leiche Meinhof mal lieber da wo sie ist und heben Sie die verblendete Meinhof mal nicht auf einen Sockel, der ihr nicht gerecht wird.