Schwarze Liste: Der Verein JusProg warnt Minderjährige vor taz.de - und vor den Jusos und Blogs wie Spreeblick. Dahinter steht ein Erotikportal.von Meike Laaff/ Julia Niemann
Ich habe vergeblich versucht, bei der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) eine Stellungnahme zu erhalten.
Ein nahezu perfektes Beispiel für Zensur/Indizierung aus der privaten Wirtschaft auch ohne Zensursula und Sperrgesetz funktionieren kann. Und das unter dem Deckmantel einer staatlichen Kontrollaufsicht.
28.05.2009 17:14 Uhr
von Malvin Gattinger:
und das hier bekommt man zurück, wenn man auf der JusProg-Seite das Beschwerde-Formular ausfült:
Guten Tag,
Die Seite "taz.de" ist als Rubrik "Default ab 14" in den Filter eingetragen und kann von Ihnen selbst natürlich sofort wieder mittels Admin Passwort als einzelne URL oder Rubrik freigegeben werden.
Bei unserer Software geht es nicht nur um Erotik sondern auch den Schutz von Kindern im Netz vor unmoderierten Foren etc.
Es muss also enweder die Seite selbst, oder die entsprechende Kategorie freigegeben werden, um Zugriff auf die Seite zu haben. Die Freischaltung kann nur durch den Administrator erfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Helpdesk-Team
28.05.2009 12:20 Uhr
von Jürgen:
Ein Projekt von mir und einigen Psychologen, das sich u.a. mit ungesunder Liebe, darunter auch Sex-Sucht beschäftigt, wurde komplett gesperrt. (http://liebesfibel.de), einfach mal als Suchwort dort "Sex" eingeben und schauen, was kommt.
Ich bin daher direkt an die Hinterleute heran getreten - die Beate Uhse AG. Hier findet ihr eine kurze Stellungnahme: http://telemat.de/jusprog-beate-uhse-ag-geht-in-die-offensive/
Der Verein, JuSProg e.BV., der Kinder und Jugendliche schützen soll, ist nichts anderes, als ein Instrument, um unliebsame Konkurrenz aus der ausländischen Erotikbranche auszuschalten, mehr nicht.
Uhse, Orion & Co. sind aufgrund drastischer Umsatzverluste (siehe Aktienkurse im oben genannten Beitrag) sehr daran interessiert, dass Deutschland ein Netzsperrgesetz bekommt, weil dann diese Inhalte indiziert werden können.
Gemeint sind ausländische Inhalte, bei denen über 18ährige Profimodels als "Lolitas" verkauft werden. Die sollen auf die Sperrlisten, damit das Geschäft wieder läuft und die Branche vor dem drohenden Ruin gerettet wird.
BKA & Co. werden kaum die Zeit haben, jede Site genau zu prüfen - wie heute kein Richter mehr als 15 Minuten Zeit hat, einen Antrag auf Hausdurchsuchung zu prüfen.
Von daher hat die deutsche Pornoindustrie gleich mal alle Gegner des Gesetzes mit indiziert und in den Dreck gezogen, was wohl den Verlust der Gemeinnützigkeit nach sich ziehen wird - ebenso wie Schadenersatzforderungen der betroffenen Websites. Der Imageschaden - durch einen falschen Eindruck bei Eltern, Jugendschutzbeauftragten, KindergärtnerInnen, Ärtzen, LehrerInnen - ist derzeit noch nicht absehbar.
Sorry für den langen Beitrag. Ich könnte kotzen, drei Jahre ehrenamtliche Arbeit - mit einem Schlag von der Pornoindustrie in den Dreck gezogen.
28.05.2009 12:17 Uhr
von andré:
Also wirklich, wir werden ja immer mehr zum Kontrollstaat. Und jetzt werden auch noch unsere Kinder zu Bild-Lesern erzogen und dürfen jah nicht über ihren Tellerrand schauen, Dinge hinterfragen oder um die Ecke denken! Da wird man also zum Staatsfeind wenn man als Kind und Jugendlicher seine eigene Meinung entwickelt. Du bist Deutschland, Du bist Terrorist!
28.05.2009 11:31 Uhr
von kalaz:
kann ein unrechtmäßiges verbot schmeicheln oder schränkt es doch nur ein?
28.05.2009 11:25 Uhr
von ole:
Langsam sollte ich mich mal umschauen, ob man bei den anstehenden Wahlen nicht irgendeiner Welt-Menschen-Gehirn-Hacker-Fraktion seine Stimme geben kann.
Die Dilettanten des 20. Jahrhunderts gewinnen immer mehr die Oberhand im 21. Jahrhundert.
28.05.2009 11:04 Uhr
von Kommentator:
Klar seid ihr judendschutzgefährdend, lieb taz: - was erzählt ihr den Kindern auch etas von AKW-Lügen, Korruption, Hungersnöten, Steuererziehung, Faschisten, Seuchen und anderen politischen Skandalen
- setzt doch lieber mal die nackte von seite 3 auf für die kleinen, erzählt ihnen, dass gewerkschaften und linke mit nazis gleichzusetzen sind und die mitte (= BÜrger = CDU = Unternhemer) alles andere bekämpfen sollten, dazu n paar erlogene Schocker-Atikel zu einzelfällen von Hartz-IV-Missbrauch sowie bebilderte Seitensprunghotline-Anzeigen und fertig ist die christlich-konservative Jugendschutz-Postille
Ihr seht, es geht auch einfacher. Popstars-artikel können nur der erste schritt sein, um die Jugend endlich wieder zu erreichen.
Euer treuer postadoleszenter Leser,
kommentator. (;-))
Man, man, man...Das absurde hat uns fest im Griff.
28.05.2009 10:13 Uhr
von Michael Schwarz:
Alle Parteien werden gefiltert: http://meingottundmeinewelt.de/2009/05/23/jugendschutzprogramm-zensur/
Ein Muster/ein Grund für die jeweilige Sperre lässt sich da nicht erkennen.
28.05.2009 09:02 Uhr
von Jens Jackowski:
tut mir leid, für Filtersoftware finde ich das immer noch harmlos. In meiner Zeit bei einem Medienzentrum einer Landeshauptstadt mußte ich die Jugendschutzfilter dort betreuen. Ein Lehrer hat doch tatsächlich die Seiten des eigenen Jugendamtes gesperrt - weil diese Hinweise auf ein (gut gemachtes) Aufklärungsprojekt der SJD enthielten...
28.05.2009 08:42 Uhr
von Chris M:
Hier hat sich der Bock selbst zum Gärtner gemacht.
28.05.2009 06:50 Uhr
von vic:
Der "Jugendschutzfilter" eines Onanierportals zusammen mit Bild. Ja, ich denke, so etwas hat gute Chancen in Deutschland DER Standardfilter zu werden...
28.05.2009 00:13 Uhr
von Edelweiß:
Die Zensur wirft ihre Schatten voraus. Ist doch klar, dass die taz auf die Sperrlisten des BKA kommt. Grund: ...feindlich
27.05.2009 18:37 Uhr
von S.W. :
:D jaja die TAZ is schon gemein gefährlich für die Jugend, wir könnten uns ja beim Lesen tatsächlich eine EIGENE Meinung bilden... Ich bin für eine "Bildung für u-18 nur auf Bild.de" Kampagne -.-
ne im Ernst, sehr unterhaltsam das ganze ;)
27.05.2009 16:29 Uhr
von Klaus:
Bei Google sieht es anders aus http://cab-log.blogspot.com/2009/05/bildde-wird-gefiltert.html
27.05.2009 16:12 Uhr
von KaterKarlo:
Lustig, aber hey das mit dem Verbot schmeichelt euch doch, gebts zu.
Leserkommentare
03.06.2009 12:42 Uhr
von Jürgen:
Die Geschichte geht in die nächste Runde: Ausführlicher Hintergrundbericht bzw. Glosse eines Berliner Journalisten, mit zahlreichen Links:
http://telemat.de/von-der-heiligkeit-des-jugendschutzes-und-der-sorge-der-pornoindustrie/
Ich habe vergeblich versucht, bei der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) eine Stellungnahme zu erhalten.
Ein nahezu perfektes Beispiel für Zensur/Indizierung aus der privaten Wirtschaft auch ohne Zensursula und Sperrgesetz funktionieren kann. Und das unter dem Deckmantel einer staatlichen Kontrollaufsicht.
28.05.2009 17:14 Uhr
von Malvin Gattinger:
und das hier bekommt man zurück, wenn man auf der JusProg-Seite das Beschwerde-Formular ausfült:
Guten Tag,
Die Seite "taz.de" ist als Rubrik "Default ab 14" in den Filter eingetragen und kann von Ihnen selbst natürlich sofort wieder mittels Admin Passwort als einzelne URL oder Rubrik freigegeben werden.
Bei unserer Software geht es nicht nur um Erotik sondern auch den Schutz von Kindern im Netz vor unmoderierten Foren etc.
Es muss also enweder die Seite selbst, oder die entsprechende Kategorie
freigegeben werden, um Zugriff auf die Seite zu haben. Die Freischaltung
kann nur durch den Administrator erfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Helpdesk-Team
28.05.2009 12:20 Uhr
von Jürgen:
Ein Projekt von mir und einigen Psychologen, das sich u.a. mit ungesunder Liebe, darunter auch Sex-Sucht beschäftigt, wurde komplett gesperrt.
(http://liebesfibel.de), einfach mal als Suchwort dort "Sex" eingeben und schauen, was kommt.
Ich bin daher direkt an die Hinterleute heran getreten - die Beate Uhse AG. Hier findet ihr eine kurze Stellungnahme:
http://telemat.de/jusprog-beate-uhse-ag-geht-in-die-offensive/
Der Verein, JuSProg e.BV., der Kinder und Jugendliche schützen soll, ist nichts anderes, als ein Instrument, um unliebsame Konkurrenz aus der ausländischen Erotikbranche auszuschalten, mehr nicht.
Uhse, Orion & Co. sind aufgrund drastischer Umsatzverluste (siehe Aktienkurse im oben genannten Beitrag) sehr daran interessiert, dass Deutschland ein Netzsperrgesetz bekommt, weil dann diese Inhalte indiziert werden können.
Gemeint sind ausländische Inhalte, bei denen
über 18ährige Profimodels als "Lolitas" verkauft werden. Die sollen auf die Sperrlisten, damit das Geschäft wieder läuft und die Branche vor dem drohenden Ruin gerettet wird.
BKA & Co. werden kaum die Zeit haben, jede Site genau zu prüfen - wie heute kein Richter mehr als 15 Minuten Zeit hat, einen Antrag auf Hausdurchsuchung zu prüfen.
Von daher hat die deutsche Pornoindustrie gleich mal alle Gegner des Gesetzes mit indiziert und in den Dreck gezogen, was wohl den Verlust der Gemeinnützigkeit nach sich ziehen wird - ebenso wie Schadenersatzforderungen der betroffenen Websites. Der Imageschaden - durch einen falschen Eindruck bei Eltern, Jugendschutzbeauftragten, KindergärtnerInnen, Ärtzen, LehrerInnen - ist derzeit noch nicht absehbar.
Sorry für den langen Beitrag. Ich könnte kotzen, drei Jahre ehrenamtliche Arbeit - mit einem Schlag von der Pornoindustrie in den Dreck gezogen.
28.05.2009 12:17 Uhr
von andré:
Also wirklich, wir werden ja immer mehr zum Kontrollstaat. Und jetzt werden auch noch unsere Kinder zu Bild-Lesern erzogen und dürfen jah nicht über ihren Tellerrand schauen, Dinge hinterfragen oder um die Ecke denken! Da wird man also zum Staatsfeind wenn man als Kind und Jugendlicher seine eigene Meinung entwickelt. Du bist Deutschland, Du bist Terrorist!
28.05.2009 11:31 Uhr
von kalaz:
kann ein unrechtmäßiges verbot schmeicheln oder schränkt es doch nur ein?
28.05.2009 11:25 Uhr
von ole:
Langsam sollte ich mich mal umschauen, ob man bei den anstehenden Wahlen nicht irgendeiner Welt-Menschen-Gehirn-Hacker-Fraktion seine Stimme geben kann.
Die Dilettanten des 20. Jahrhunderts gewinnen immer mehr die Oberhand im 21. Jahrhundert.
28.05.2009 11:04 Uhr
von Kommentator:
Klar seid ihr judendschutzgefährdend, lieb taz:
- was erzählt ihr den Kindern auch etas von AKW-Lügen, Korruption, Hungersnöten, Steuererziehung, Faschisten, Seuchen und anderen politischen Skandalen
- setzt doch lieber mal die nackte von seite 3 auf für die kleinen, erzählt ihnen, dass gewerkschaften und linke mit nazis gleichzusetzen sind und die mitte (= BÜrger = CDU = Unternhemer) alles andere bekämpfen sollten, dazu n paar erlogene Schocker-Atikel zu einzelfällen von Hartz-IV-Missbrauch sowie bebilderte Seitensprunghotline-Anzeigen und fertig ist die christlich-konservative Jugendschutz-Postille
Ihr seht, es geht auch einfacher. Popstars-artikel können nur der erste schritt sein, um die Jugend endlich wieder zu erreichen.
Euer treuer postadoleszenter Leser,
kommentator.
(;-))
Man, man, man...Das absurde hat uns fest im Griff.
28.05.2009 10:13 Uhr
von Michael Schwarz:
Alle Parteien werden gefiltert:
http://meingottundmeinewelt.de/2009/05/23/jugendschutzprogramm-zensur/
Ein Muster/ein Grund für die jeweilige Sperre lässt sich da nicht erkennen.
28.05.2009 09:02 Uhr
von Jens Jackowski:
tut mir leid, für Filtersoftware finde ich das immer noch harmlos. In meiner Zeit bei einem Medienzentrum einer Landeshauptstadt mußte ich die Jugendschutzfilter dort betreuen. Ein Lehrer hat doch tatsächlich die Seiten des eigenen Jugendamtes gesperrt - weil diese Hinweise auf ein (gut gemachtes) Aufklärungsprojekt der SJD enthielten...
28.05.2009 08:42 Uhr
von Chris M:
Hier hat sich der Bock selbst zum Gärtner gemacht.
28.05.2009 06:50 Uhr
von vic:
Der "Jugendschutzfilter" eines Onanierportals zusammen mit Bild.
Ja, ich denke, so etwas hat gute Chancen in Deutschland DER Standardfilter zu werden...
28.05.2009 00:13 Uhr
von Edelweiß:
Die Zensur wirft ihre Schatten voraus. Ist doch klar, dass die taz auf die Sperrlisten des BKA kommt. Grund: ...feindlich
27.05.2009 18:37 Uhr
von S.W. :
:D jaja die TAZ is schon gemein gefährlich für die Jugend, wir könnten uns ja beim Lesen tatsächlich eine EIGENE Meinung bilden...
Ich bin für eine "Bildung für u-18 nur auf Bild.de" Kampagne -.-
ne im Ernst, sehr unterhaltsam das ganze ;)
27.05.2009 16:29 Uhr
von Klaus:
Bei Google sieht es anders aus
http://cab-log.blogspot.com/2009/05/bildde-wird-gefiltert.html
27.05.2009 16:12 Uhr
von KaterKarlo:
Lustig, aber hey das mit dem Verbot schmeichelt euch doch, gebts zu.