Jugendprotest gegen Sparpolitik in Marzahn-Hellersdorf
Stummer Widerstand auf DIN A 5
In Marzahn-Hellersdorf werden sechs Jugendeinrichtungen an freie Träger übergeben. Der Protest der Jugendlichen interessiert die Verantwortlichen nicht die Bohne.von Martin Schwarzbeck
Leserkommentare
04.01.2010 09:16 Uhr
von K. Meyer:
Es ist schon sehr traurig, dass wegen einer lächerlichen Einsparsumme ganze Strukturen in der Jugendarbeit zerstört werden. Die Übertragungen der kommunalen Einrichtungen sind nur der Anfang der Sparpolitik in den sozialen Bereichen. Es wird in den nächsten Jahren weiter gekürzt und eingespart.
Es gibt keinen Jugendstadtrat in den Berliner Bezirken, welcher sich politisch gegen die Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich ausspricht und auch so agiert. Meiner Meinung nach, fehlen den politischen Verantwortlichen das Rückgrat, um sozial für die Bürger dieser Stadt zu entscheiden.
Was den Widerstand betrifft, dieser wird von den politisch Verantwortlichen einfach ignoriert oder belächelt. Man kennt dies aus den Bezirken Mitte und Friedrichshain.
www.widerstand-berlin.de
widerstand.mitte
30.12.2009 23:54 Uhr
von Stefan Ziller:
Die Ursache der Misere findet in dem Artikel leider kaum Beachtung. Ich habe die früheren Konflikte in Marzahn-Hellersdorf als Mitglied der Jugend-BVV mitgemacht. Schon vor Jahren ging es darum Jugendeinrichtungen zu schließen.
Das Problem ist, dass die Bezirke nicht über ihre Einnahmen (Zuweisungen vom Senat) entscheiden, sondern nur über die Ausgaben. Die Konflikte aber auf die Verteilung der zu wenigen Mittel zu reduzieren hilft nicht weiter.
P.S.: Bei der Schließung des "ehemals belebten Schlosspark Biesdorf" wurde die Jugend-BVV sowie Jugendliche aus dem Park einbezogen! Es wurde am Ende nur gegen sie entschieden. Das gehört zur Richtigstellung dazu!
30.12.2009 12:18 Uhr
von Herbert Scherer:
der Artikel von Martin Schwarzbeck in der
heutigen taz ist ein Musterbeispiel fuer
eine neue Art von "Schmierenjournalismus" ...
Um eine bestimmte "kritische" Position
auf Deubel komm raus durchzuhalten, wird
die Wahrheit entsprechend verbogen ---
Es geht in dem Artikel nicht zuletzt
um das Geschick der kommunalen Jugendeinrichtung
M3, die der Verband fuer sozial-kulturelle Arbeit
ab 1.1.2010 in Zusammenwirken mit einem
Vor-Ort-Verein (M3 e.V.) als Traeger uebernimmt.
Das war genau DIE Loesung, die die jugendlichen
Peer-Helper mit ihrem Protest gegen die AUSSCHREIBUNG
erreichen wollten!! Es bestand die Befuerchtung,
dass durch das Ausschreibungsverfahren nicht die
ueber Jahre bewaehrte Zusammenarbeit mit dem
VskA beruecksichtigt wuerde sondern dass sich
irgendein "fremder" Traeger durchsetzen koennte ...
Die Einrichtung sollte - so die Jugendlichen -
OHNE AUSSCHREIBUNG DIREKT an den Verband
(in Zusammenarbeit mit "ihrem" Verein M3 e.V.)
uebergeben werden.
Im Artikel sieht es so aus, als haetten die
Jugendlichen dafuer kaempfen wollen, dass die
Einrichtung in kommunaler Traegerschaft bleibt,
das ist eine absolut tendenzioese Fehldarstellung!
Die Jugendlichen waren skeptisch gegenueber den
Beruhigungsversuchen der Stadtraetin Manuela
Schmidt, die ihnen vermitteln wollte, dass sie
von einer Ausschreibung nichts zu befuerchten haetten ...
Die Wirklichkeit hat der Stadtraetin Recht gegeben:
es ist so gekommen, wie die Jugendlichen es
wollten - und keineswegs so, wie sie es
zwischenzeitlich befuerchtet hatten.
Dazu hat sicher auch ihr aktives Engagement
gegenueber dem Jugendhilfeausschuss (und gegenueber
den Parteien in der BVV) beigetragen.
Der Artikel wird den Jugendlichen auch in
dieser Hinsicht nicht gerecht. Wo sie einen
ERFOLG erzielt haben, wird ihnen ein Misserfolg
angedichtet - nur damit die Tendenz des
Artikels stimmt - das ist gemein!
Herbert Scherer
Geschaeftsfuehrer, Verband fuer sozial-kulturelle
Arbeit
30.12.2009 12:08 Uhr
von Sarah Ludwig:
Menschen wie Michéle machen mir Hoffnung und sind Motivation, denn trotz aller Barrieren, trotz aller dümmlicher Ignoranz seitens der Politik und kleingeistiger BürgerInnen, engagieren sie sich für ihre Mitmenschen. Danke Michéle und auch Dank an die taz, dass sie auch diese vermeintlichen Randgeschichten aufgreift!