• 01.07.2010

Judith Butler über soziale Gerechtigkeit

"Ich bin für Spaß und Genuss"

Die Geschlechterforscherin Judith Butler über Rassismus, Homophobie und das Problem, etwas Falsches durch etwas anderes Falsches korrigieren zu wollen.von Peter Rehberg

  • 05.07.2010 12:13 Uhr

    von Nichtidentisches:

    Wie weit Butler in ihrer pseudokritischen Konfliktanalyse sich zu gehen erlaubt, sieht man an ihrem geschriebenen, publizierten und im Suhrkamp-Verlag ins Deutsche übersetzten Wort:

    "Ein paar Tage später besuchte ich eine Konferenz, auf der ich einen Vortrag über die wichtigen kulturellen Bedeutungen der Burka hörte, darüber, wie sie für die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und Religion, zu einer Familie, einer umfangreichen Geschichte von Verwandtschaftsbeziehungen steht, daß sie eine Übung in Bescheidenheit und Stolz, einen Schutz vor Scham symbolisiert und daß sie auch als Schleier wirkt, hinter dem und durch den weibliche Handlungsfähigkeit wirken kann. Die Sprecherin fürchtete, daß die Zerstörung der Burka, so als sei diese ein Zeichen der Unterdrückung, der Rückständigkeit oder sogar des Widerstandes gegenüber der kulturellen Moderne selbst, zu einer erheblichen Dezimierung islamischer Kultur führen würde und zu einer Ausbreitung von US-amerikanischen kulturellen Annahmen, wie Sexualität und Handlungsfähigkeit zu organisieren und darzustellen seien."

  • 05.07.2010 11:43 Uhr

    von Nichtidentisches:

    Judith Butler sollte erstmal ihre eigenen geschriebenen Worte an diesen Standards messen. Da wären zum Beispiel ihre dezidiert auf antisemitisches Vokabular bauendenen Angriffe auf Israel, die eine derart vulgäre "Konfliktanalyse" beinhalten, dass ihren Anforderungen an die Homophobie-Forschung Hohn gesprochen wird. Wenn sie historisch-kritische Analysen einfordert, sollte sie diese im Fall Israels nacharbeiten und sich für den antisemitischen Schwundsinn entschuldigen, den sie verzapft und mit dem sie am propagandistischen Projekt der antisemitischen Internationalen teilhat. Ansonsten macht sie sich weiter doppelter Standards verdächtig. Siehe dazu auch ihre unverhohlene Sympathie mit der Burka als Instrument der weiblichen Würde.

  • 02.07.2010 09:52 Uhr

    von hetty:

    Doch, ich glaube schon, dass Frau Butler ganz bei Verstand ist. Ich denke, dass sie gerade mit solch provokanten Thesen die Autonomie des queeren Denkens unter Beweis stellt. Vom Opfer eines Angriffes, sei er nun homophob,religiös-extremistisch, rassistisch oder sexistisch gemeint, zu verlangen, es solle sich in seiner Selbstrezeption verorten, bevor es die Repressionsmaschinerie bedient, ist eine Zumutung, eine emotionale Tour de Force, aber vielleicht gerade der Schlüssel zum Selbstverständnis, der verloren zu gehen droht, wenn man ihn nicht wach hält. Die ureigendsten Kräfte der queeren Community wurzeln in solchen schmerzhaften Prozessen und gerade darin liegen ihre Möglichkeiten, das Andere zu denken, jenseits von Parteienpolitik und Religion, jenseits von "rechts" und "links", aber ohne auszuformulieren oder final festzulegen, von wo aus wirklich. Das Queere verstehe ich daher als unbequemen diskursiven Prozess der Wachsamkeit. das Fragen jenseits des Kategoriendenkens auch in den schwierigsten Momenten stellen MUSS, gegen den Mainstream und permanent.

  • 02.07.2010 09:16 Uhr

    von Georges Bataille :

    Ich finde es interessant, wie sehr in den Kommentaren auf eine "realistische" Lösung des "Problems" und vor allem auf die "neutrale" Möglichkeit der Statistik gepocht wird.
    Wie sie schon meint, sollte man die Art und Weise, wie Statistiken erstellt werden, wie die Fragen gestellt und wie Meinungen dort auch implizit rüber gebracht werden, stärker prüfen.

    Auch der hier angesprochene Fall der Wichtigkeit von solchen Werten wie Geschlecht bei Vergewaltigung und ethnische Zugehörigkeit bei homophoben Übergriffen, lässt mich fragen: WAS sagt die Angabe dieser Dinge denn wirklich aus? Wird bei Vergewaltigungen nicht sowieso immer gleich der Mann, da der Penetrierende, als Täter dargestellt? Und bei homophoben Übergriffen immer gleich das Phantasma des dümmlichen prolligen Machos aus dem Iran oder der Türkei, der "unseren" westlichen wundervollen schwulen Lifestyle nicht mag?

    Solche Studien, die mit derartigen Parametern arbeiten, verdrängen das Grundproblem von (sexualisierter) Gewalt und ihre Entstehung im Aufeinanderprall verschiedener kultureller Ansichten bzw. von Gründen, gerade bei Vergewaltigungen, die sich ar nicht so schmematisch fassen lassen und evtl. erst recht nicht ganz in das allgemeine Verständnis der Gesellschaft passen.

  • 01.07.2010 16:45 Uhr

    von Burghard:

    Was soll ich von Frau Butlers Äußerungen halten?

    Ehrlich gesagt: überhaupt nichts. Auch in deisem Interview wirft sie Organsiationen und personaen Rassismus vor, ohne dies zu belegen. Wo sind denn die Websites, die die Thesen von ihr belegen? Weder hier noch in der Printausgabe der taz sind sie zu finden.

    Von einer Wissenschaftlerin erwarte ich eigentlich eine fundiertere Argumentation und nicht so viel heisse Luft.

    Aber eines noch zum Abschluss: Sie sagt ja selbst, dass sie am Abend vor dem CSD den Entschluss gefasst hat, den Preis nicht anzunehmen. Warum war sie dann nicht in der Lage mit dem CSD als Veranstalter und Verleiher zu reden? Das hätte vermutlich ihre festgefahrene Meinung erschüttert.

  • 01.07.2010 11:54 Uhr

    von Matthias Mergl; Wolfgang Müller:

    Dank an Judith Butler für ihre deutlichen Worte!
    Respekt für ihre Haltung, die den Blick der Minderheitenpolitiken in einen größeren Zusammenhang eingebettet sieht!

    Wir hoffen, dass der Bruch, der mit Judith Butlers Preisverweigerung in die herrschende Selbstzufriedenheit eingeführt wurde, nicht übergangen wird.

    Eine Haltung wie "IHR SEID HIER NICHT DIE MEHRHEIT!" wäre jedenfalls ein Problem.



  • 01.07.2010 11:48 Uhr

    von Christoph:

    Das Wort Rassismus aus dem Munde von Frau Butler ist ein Hohn.

  • 01.07.2010 10:46 Uhr

    von Lena:

    Das Interview ist interessant und aufschlussreich, aber wirklich mal: der einzige Satz, der mit der Thematik des Interviews absolut nichts zu tun hat und völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist, wurde hier als Überschrift gewählt.

  • 01.07.2010 10:17 Uhr

    von Dominik:

    Informationen zu sammeln ist genauso ein politischer Akt wie es nicht zu tun. Wenn der Fokus auf dem Schutz der Opfer liegt, muss man Informationen sammeln! Wenn es Argumente dafür gibt, dass Homophobie unter einigen Migrantengruppen stärker vertreten ist (angesprochene Studie), so ist eine Informationssammlung der erste Schritt in Richtung einer notwendigen Intervention und kein rassistischer Akt.

  • 01.07.2010 09:36 Uhr

    von Nebahat Ercan:

    Wer mit jungen Moslems was zu tun hat, der weist, dass in dieser Community Hass auf Homosexuelle Mainstream ist.

  • 01.07.2010 09:33 Uhr

    von cornelia:

    Zum Glück hat Frau Butler diesen Preis nicht bekommen, sie hat sich aber einen Nobelpreis in Sachen Verbohrtheit und Blindheit verdient.

  • 01.07.2010 08:51 Uhr

    von Horst:

    Es dürfte auch für Frau Butler kein Geheimnis sein, dass Gewalt gegenüber Schwulen vor allem von jungen Moslems ausgeht, das Wort Schwul ist, neben Jude, die grösste Beleidigung für einen jungen Moslem, das erschreckend daran ist aber die Tatsache, dass diese Minderheiten aus der Sicht der Muslime keine Menschen sind.

    Es ist skandalös, dass Frau Butler sich hier als Schutzherrin von Rassisten ausgibt. Langsam verstehe ich die Welt nicht mehr, anscheinend setzt bei manchen Menschen der Verstand aus, wenn es um den Islam und Moslems geht.

  • 01.07.2010 08:35 Uhr

    von Schlupp:

    Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn ihr in der Berichterstattung eine gewisse Linie hättet. Einen Tag darüber relativ positiv schreiben, dass Butler den Preis abgelehnt hat, dann wieder darüber lästern, dann gegen den transgenialen CSD stänkern (ein anderes Wort finde ich nicht für den Artikel von Martin Reichert), dann einen Tag später von Jan Feddersen über alles jenseits des LSVD-Establishments ätzen lassen und nun, wieder einen Tag später ein Interview mit Judith Butler veröffentlichen, in dem nichts von Euren Vorwürfen der letzten Tage anklingt, das ist ja wohl ein bißchen Schülerzeitungsmäßig. Hat die Gesamtredaktion keine Meinung zum Thema. Sollen die Schwulen sich untereinander ein bisschen austoben oder wisst Ihr einfach gar nicht so genau, was Ihr schreibt? Oder ist es gar Alzheimer?
    Oder wollt Ihr die Leute besänftigen, die - wie ich auch - gegen Eure meiner Meinung nach indifferenzierte Berichterstattung gewettert haben?

  • 01.07.2010 06:32 Uhr

    von Darth Rosie:

    Ich wünschte mir, Frau Butler würde einmal konkreter werden mit ihren Rassismus-Anschuldigungen.

    Und ich bin keine große Freundin von ethnischen Zuordnungen, aber wenn man den ethnischen Hintergrund homo- oder transphober Gewalttäter angibt, dann kann sich in einer Stastik eben auch herausstellen, dass "indigene" Deutsche, darunter Neonazis, signifikant vertreten sind, und das kann wiederum Vorurteilen entgegenwirken. Insofern wären gerade Statistiken eine Möglichkeit, rassistischen Vorurteilen zu begegnen.

  • 01.07.2010 00:52 Uhr

    von harry:

    Eine komplizierte Gemengelage.
    zunächst kann man begrüßen, dass durch die ablehnung des zivilcourage-preises durch frau butler eine lange geforderte repolitisierung des csd als demonstrationszug fast unumgänglich sein wird.
    schade ist allerdings, dass frau butler ab einem bestimmten punkt der diskussion um kulturelle hintergründe von entwicklungen einer persönlichkeitsstruktur der homophoben täter dicht macht. der eindruck entsteht zumindest bei der lektüre des intwerviews.
    die möglichkeit in dem erwähnten fragebogen eine vermutete ethnische zugehörigkeit der täter zu erfassen, scheint mir doch zunächst einmal neutral, könnte doch die antwort auf diese frage auch z.b."weiss mitteleuropäischer typus" sein. vielleicht in diesem fall ein neonazi? das wäre dann eine vermutung. aus einer langfristig angelegten sammlung solcher daten kann sich meines erachtens auch ein profil erstellen lassen. um schwerpunkte zur findung von gegenstrategien zu finden, könnte das von nutzen sein.
    pauschal irgendwelche gruppen als homophob zu bezeichnen ist natürlich haltlos. auch die neonazi szene hat ihren schwulen anteil, genau so wie die gruppe von bürgern mit migrationshintergrund, aus welchen kulturen auch immer. ich würde frau butler gerne fragen, ob sie es ablehnt anzunehmen,dass es der homophobie förderlichere und weniger förderliche umfelder gibt und ob diese nicht kulturell (religion/familienstrukturen)bedingt und damit änderbar sind.
    darum geht es meiner meinung nach.

  • 30.06.2010 22:49 Uhr

    von klaus schneider:

    braucht mans genauer?
    gute moderne oder, scheiß drauf, postmoderne deutlichkeit. schau dich erst mal selber an. bevor de das quäken anfängst. ich will spass haben. aber der spass hat noch andere seiten.schau dich um. danke judith butler.

  • 30.06.2010 21:03 Uhr

    von Pedal:

    Wenn man den Islam kritisiert ist man ein Islamophobiker, also ein Kranker, wenn man die Homophobie der jungen Moslems kritisiert ist man Rassist.

    Ich frage sie allen ernstes sind sie von bei Sinnen Frau Butler?

    Ist der Islam sakrosankt? Dürfen Moslems alles?

  • 30.06.2010 20:30 Uhr

    von stella:

    Es ist nicht akzeptabel "queers of color" mit "farbigen queers" zu übersetzen,es ist auch nicht nur unglücklich, sondern reproduziert Rassismen, da "farbig" im deutschen Kontext in einer rassistischen Genealogie steht. Es gibt Eigennamen und "queers of color" ist ein solcher, weil es im deutschen Raum keine ädäquaten Alternativen gibt. Zu Rassismus und Sprache gibt es viele Bücher, die sich in großen Suchmaschinen finden lassen. Ach und es gibt auch entsprechende Media Watch Blogs:

    http://blog.derbraunemob.info/


    Ach ja und das Argument Queers of Colors würde niemand verstehen, ist abgenutzt, denn wenn Sie nicht-weißen-Leser_innen strukturellen sprachlichen Rassismus zumuten können, dann können Sie doch gleich allen Leser_innen englische Selbstbezeichnungen zumuten, mit denen die Personengruppen auch einverstanden sind über die berichtet werden, auch wenn es "nur" ein übersetztes Interview ist.

    danke

  • 30.06.2010 18:17 Uhr

    von Dr. Harald Wenk:

    Soziale Benachteiligung, die immer ein "formaler" Grund von Solidarität ist und
    sich viel in der Kommunikation, die fast jede "Interaktion" begleitet, mit Abwertungen aller Art, zeigt, macht natürlich nicht von ausuferndem Gebrauch von Abwertungen der sozial Benachteiligten untereinander halt.
    Da die "Schöne und auch funktionierende" Kommunikation auch als soziale Benachteiligung viel auf die soziale Benachteiligten untereinander versucht wird einzuschränken, werden Beschimpfungen untereinander extrem stark sanktioniert.
    "Rechts" bedeutet, sich auf die Seite der aktiven BENACHTEILIGER und HERRSCHENDEN zu stellen, vor allem in der Kommunikation und durch „SELBER SCHULD MIT DEM LEISTUNGSPRINZIP“.
    Leider sind alle großen institutionellen Religionen, allen voran der stark dogamatisierte Islam, sehr stark von dieser Form, vor allem in ihren Mainstreamvarianten. Der Papst stellt ja geradezu Rekorde im "Rechtssein" auf, das will etwas heißen – unter anderem das “linker Katholizismus“ eher eine Randerscheinung ist. Die Linken befrieden Varianten mit Selbsttechniken sind wenn überhaupt auf der stark dem akademsichen Leben ähnenden Mystiketraditionen zu finden.
    Indien hat das alles professioenll institutionalisiert.
    Das Rechtssein der Hauptvarianten betrifft aber auch Hindus, vielen Buddhismen, die meisten Christen, katholisch wie evangelisch und auch orthodoxe. Auch bei den Juden dominieren in der Religion die ganz Rechteten Ultraorthodoxen, aus deren Reihen der Rabin Attentäter kam und die die absoluten Hardliner im Palistinänserkonflikt sind. Solche ultraharten „Hardliner“ wie aus Religionen haben wir aus der genuinen Politik eher selten
    "Scylla und CharnatürlichtgenausowenigungsbürgerJüdin, wie Marx, Freud und Einstein , alles sehr tiefgründige und erbarmungslose Religionskritiker, es waren.
    Bei Ultraorthodoxen Juden, Hamas und Hisbollah kann von links keine Rede sein. Kriminelle sind auch sozial Benachteiligte und schon Marx hielt es mit der Solidarität da etwas knapper und wollte die genau wie alle andern im Gefängnis sehen.
    Slavo Zizek deutete es letztens hier in der TAZ auch an.
    Foucault hat sich das genauer angesehen und fand natürlich, dass der bürgerliche Repressionsapparat
    ganz perfide "übertrieben"organisiert ist und bis in die tiefsten Zellen des Menschen wirkt, auch im Gefängnis. Auch oft einfach ungerecht. Wie das Geld an sich nützlich ist, der Finanzmarkt aber doch sehr perfide und alles beherrschend, so ist es mit der Repression auch. Hier scheinen einige die Dimensionen nicht klar zu sein und sich „rückahltlsonen Beschimpfungen“ hinzugeben.
    Das ist das, was Frau Butler zu recht anmahnen kann. Aber ohne Foucaults Forschung und den skizzierten allgemeinen Hintergrund, geht da einiges durcheinander. Religion ist die „alte Art“ mit Kriminalität fertigzumachenden und im Grunde der Vorgänger unserm oder Gefängnsunkultur.
    Setzen sie bei „sozial Benachteiligt“ „Homosexuelle“ ein, und sie sind beim betrachteten Spezialfall. Nichts kann sie an der Betrachtung anderer Spezailfälle hindern.
    Wirkliche Rätsel des ewigen Lebens der Seele sind beim von den Juden mit einem Bann belegten Spinoza und postmoderenen Yoga und Mystiktraditionen besseraufgehoben.

  • 30.06.2010 18:04 Uhr

    von Ben:

    Diese ewige Tabuisierung geht einem so langsam auf den Geist. Ihre Verweigerung sich des Problems der Homophobie aus Gründen der pol. Corectn. differenziert anzunehmen wird nicht dadurch edler indem Sie gebetsmühlenartig Ihre Unterstüzung für den Kampf gegen den "deutschen" (ja, auch hier muss differenzierter geschaut werden) Rechtsextremismus bekunden. Analog zu Ihrer ignoranten (tut mir leid, aber das ist sie) Haltung würde ein Arzt eine Diagnose verweigern, weil bestimmte Untersuchungsmethoden gesellschaftlich nicht akzeptiert, nicht politisch korrekt sind, und damit den Tod des Patienten in Kauf nehmen.

    Homophobie hat unterschiedliche Ursachen und braucht deswegen auch unterschiedliche Mittel der Bekämpfung. Das Negieren dieser Tatsache ist einfach nur grob fahrlässig.

  • 30.06.2010 17:59 Uhr

    von LupusB:

    Entäuschend und verwundernd, dieses Interview. Von einer vermeintlich großen Denkerin hätte man doch rhetorisch etwas mehr erwarten können. Den Verweis auf migrantische Gay-Basher mit Neonazis zu kontern die das gleiche tun ist nun wirklich Kita Niveau. Dürfte man nach ihrer Meinung sagen das der Täter eine Glatze sein eigen nannte? Wenn schwarzhaarig nicht gesagt werden darf dann das doch wohl auch nicht?! Schön auch der Punkt an dem einer Studie nicht getraut wird, eigene Entscheidungen aber aufgrund von ein paar Gesprächen mit einer überschauerbaren Anzahl Berliner Queer Aktivisten zu treffen. Übrigens scheint die Zielgruppe des ganzen kümmerns davon auch nichts mitzukriegen, auf dem Transgenialen CSD war der Migratenanteil mE sogar geringer als auf dem anderen.

  • 30.06.2010 17:47 Uhr

    von end.the.occupation:

    Das Judith Butler die HAMAS oder Hisbollah als 'links' bezeichnet haben soll war schon immer lächerlich. Aber offenbar nicht lächerlich genug in der taz - in der die rückhaltlose Unterstützung Israels als Ersatzmoral dient.

    Da Judith Butler der taz um Lichtjahre voraus ist, zitiere ich nur allzugerne aus folgendem haaretz-Artikel "Judith Butler: As a Jew, I was taught it was ethically imperative to speak up":

    >> But there are now ways to think about implementing the BDS that keep in mind the central focus: any event, practice, or institution that seeks to normalize the occupation, or presupposes that "ordinary" cultural life can continue without an explicit opposition to the occupation is itself complicit with the occupation.

    Wäre Butler konsequent, dann hätte sie auch die taz boykottieren müssen, denn diese deckt die Verbrechen der isr. Besatzung so gut wie nur irgend möglich - und zerstört damit, was Butler am Herzen liegt.
    Beleg: 99,8% der "journalistischen" Produktion der sogenannten Nahost-Korrespondentin.

    Ach ja - angesichts des reaktionären konsumistischen Schwachsinns - den die Titelredaktion wieder produziert hat - zitiere ich gern den Abspann zu dem Titel:
    >> "aber ich denke nicht, dass das Recht auf Vergnügen wichtiger ist als das Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit."

    Eine echter Affront in der ex-linken, ex-alternativen taz. Danke Judith!


  • 30.06.2010 17:34 Uhr

    von Interpretator:

    Stellen wir uns einmal vor, Migranten würden Angriffe auf sie angeben müssen, ohne den ethnischen Hintergrund der Angreifer zu nennen. Das würde nämlich den Anti-Germanismus fördern, falls es sich um rechtsradikale Deutsche handelt. Was damit erreicht würde, wäre keineswegs weniger Rassismus, sondern Ignoranz gegenüber einem gesellschaftlichen Problem. Oder nehmen wir an, bei Vergewaltigungen dürfte nicht das Geschlecht der TäterInnen angegeben werden, um die Männer nicht insgesamt zu verunglimpfen. Das soziale Milieu von Tätern möglichst genau zu lokalisieren, kann doch nur helfen, Probleme an ihren Wurzeln zu fassen. Und man kann doch nicht die Homophobie bei jungen Arabern und Türken, die zudem auch noch religiös verwurzelt ist, mit rechtsradikaler oder "liberaler" (was soll das sein?) Homophobie in einen Topf werfen. Damit missachtet Butler die "kulturelle" Selbstdefinition der Täter, denn kein Rechtsradikaler wird Homosexuelle verprügeln, weil es so im Koran steht. Wenn nun aber die Mehrheit homophober Gewaltakte von einem bestimmten Milieu ausgeübt wird, weist das auf ein Problem in diesem Milieu hin. Das ist wohl einfachste Soziologie. Man kann nur danken, dass die Auszeichnung nicht an eine solche Humbug-Vertreterin verschwendet wurde. Frei nach Reich-Ranicki: Der CSD wirft die Preisträgerin von sich. Sie ist nicht würdig, und auch nicht ganz bei Verstand.

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