• 30.03.2009

Jeansindustrie in der Türkei

Stonewashed und tödlich

In illegalen Klitschen bearbeiten junge Türken mit Sandstrahlern Jeans - damit diese cool und "stonewashed" aussehen. Was sie nicht wissen: Die Arbeit macht totkrank.von Jürgen Gottschlich

  • 01.04.2009 00:54 Uhr

    von Laluna:

    Wer übrigens überdurchschnittlich
    umweltfreundlich u n d menschenwürdig hergestellte Textilien sucht:
    http://www.zuendstoff-clothing.de
    und auch http://www.dw-shop.de Letztgenannter Shop ist zugleich zugunsten der Deutschen Welthungerhilfe (hat auch eine kleinere Auswahl an Textilien als der erste, aber auch Kunsthandwerk u.a.). Das sollte eigentlich längst Normalstandard sein. In Europa reden wir doch immer groß davon, dass wir angeblich die Menschenrechte verteidigen, in Afghanistan u.s.w. Da sollten wir auch mal vor der eigenen Haustür kehren!

  • 30.03.2009 17:10 Uhr

    von der löwe:

    ...und wir haben uns so gut gefühlt, die heimische wirtschaft zu unterstützen...

  • 30.03.2009 17:06 Uhr

    von C. Kögler:

    tot, krank oder todkrank? ;)

  • 30.03.2009 16:36 Uhr

    von Schulz:

    Jeans verbieten!
    Was dann tragen?
    Chinesische Monturanzuege?
    Die Farbe und alles andere ist nicht so haltbar.
    Max. 6 Monate.
    Jeans selbst herstellen?
    Dafuer nur Inlandproduktion akzeptieren
    und ... bessere Kontrolle durch die Gewerkschaften? Wahrer Sozialismus?

  • 30.03.2009 16:30 Uhr

    von Beate Krull:

    Ich bin total schockiert über das menschenverachtende Verhalten dieser Firmen und noch mehr darüber, dass sie mich vielleicht zwingen mit beteiligt zu sein. Mir wird schlecht, wenn ich meine nicht ganz dunklen Jeans ansehe. Vor allem interessiert mich, welche Firmen dort bleichen lassen...Sind es wirklich nur Billigfirmen?... so dass zumindest erst mal boykottiert werden kann.

  • 30.03.2009 15:27 Uhr

    von blubb:

    Das heißt trotz allem "todkrank" und nicht "totkrank".

  • 30.03.2009 15:23 Uhr

    von Patrick Kluding:

    Hier ist eine weitere - offensichtlich hochgefährliche Produktionsmethode der Textilindustrie beschrieben worden. Ich habe selbst zahlreiche Textilfirmen besucht und die Arbeitsbedingungen beobachtet. Zwei Punkte halte ich für wichtig:
    Das "stonewashed" kann auch anders erzeugt werden, nämlich durch das Waschen der Jeans (daher der Name) mit Kalksteinchen, sowie durch Behandlung mit Enzymen. Beide Methoden sind weitgehend unproblematisch. Insgesamt sind (natürlich mit Indigo gefärbte) Jeans eigentlich sehr ökologische Kleidungsstücke.

    Es gibt allerdings auch eine weitere Methode, gebleichte Stellen durch das Aufbringen einer Chlorlösung zu erzeugen; die möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen bei Verwendung nur eines simplen Mundschutzes kann sich jeder ausmalen.

    Es ist empfehlenswert, auch für die Gesundheit des Trägers, sehr genau darauf zu achten, wie bestimmte Textilien hergestellt werden. Dabei sollte man sich nicht an bestimmte Marken "klammern". Häufig werden in den entsprechenden Textile Mills für viele verschiedene Label gefertigt. Es ist also alles nicht so einfach und eindeutig, wie man es vielleicht gern hätte.

  • 30.03.2009 15:21 Uhr

    von R. Wegener:

    Während meines Aufenthaltes habe ich im türkischen Fernsehen einen Bericht über diese "Morde" durch tödliche Arbeitsbedingungen gesehen und konnte es nicht fassen. Nicht, dass Menschen für Geld andere Menschen diesem furchtbaren Tod aussetzen, sondern dass die ach so islamische AKP sich einen Scheiß um dieses unislamische Verhalten der Patrone scherte. Wenn es um Alkohol, Sex, Evolution geht, ist die AKP an vorderster Front, wenn es um Leben und Tod geht, wie bei den tödlichen Arbeitsunfällen auf den Istanbuler Werften, sieht man nichts von ihrem religiösem Eifer. Allerdings kann man zynisch sagen: Der Schicksalsglaube und die Duldsamkeit vieler Türken gegenüber den Lebensbedingungen hat seinen großen Anteil an diesen Missständen. Oder um es -in aller Bitterkeit und mit Hoffnung auf Besserung zu sagen: Ein Land, in dem mangelnde Bildung Gütezeichen für Politiker ist, in dem islamische Scheichs junge Mädchen zu Sex zwingen und dafür allerorten, vor allem in der AKP, Verständnis und Wohlwollen genießen, in dem das Niveau der Schulen und Universitäten von der Regierung absichtlich niedrig gehalten wird, in dem allen Ernstes Leute mit Hochschulabschluss im staatlichen Fernsehen über die Frage diskutieren, ob Djins Menschen Schaden zufügen können oder nicht, in dem die übergroße Mehrheit der Menschen glaubt,dass die Erde zehntausend Jahre alt ist und Adam und Eva tatsächlich existierten ..., in so einem Land sind die vielen ungeheuren Verbrechen, die durch die Unbildung, Gier und Dummheit der Menschen erst möglich werden, vielleicht die gerechte Konsequenz. So viel zum "aziz Türk Milleti", der "heiligen Türkischen Nation": Wer jetzt noch als Türke behauptet, der einzige Freund eines Türken sei ein Türke, frage doch mal diese armen jungen Männer.

  • 30.03.2009 14:37 Uhr

    von Gerd Wittka:

    Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die sandbestrahlten Jeansstoffe nicht als "stone-washed" deklariert werden.

    "stone-washed" bedeutet, dass der Jeansstoff vor der Weiterverarbeitung mit Steinen gewaschen wird.

    Bei Ihrem Artikel geht es jedoch um "sandblasting"-Verfahren, wodurch diese eigene Art von Used-Look entsteht.

  • 30.03.2009 14:03 Uhr

    von Laluna:

    Sehr gut, dass endlich mal jemand darüber berichtet!

    Wann verbietet endlich die EU den Import von Waren, deren Herstellung gegen ILO Normen verstößt? Wann endlich müssen importierende Firmen alle Glieder ihrer Herstellungskette angeben? Und wann werden endlich unabhängige und unangemeldete Kontrollen dazu eingeführt?
    Und wann endlich berichten die großen Medien, ARD u.s.w. endlich mal ein bisschen öfter zu Zeiten, in denen die meisten Leute es auch sehen, von den sozialen u. ökologischen Bedingungen, unter denen die allermeisten Waren heutzugage hergestellt werden? Und wann endlich ziehen die Leute dann zumindest einige Konsequenzen, die sie persönlich sofort ziehen könnten, nämlich lieber weniger Klamotten etc. zu kaufen und dafür nur mit Transfair Siegel etc.? - sofern es diese Alternative überhaupt jeweils gibt.

    Eine interessante Seite zum Thema ist übrigens auch: http://www.sauberekleidung.de

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