Am Jahrestag des Beginns der Revolution gegen Mubarak herrscht gemischte Stimmung. Die einen feiern und die anderen protestieren gegen den Militärrat.von Karim El-Gawhary
Was soll das denn, Demokratie ist nicht gleich Lösung aller Probleme und Erfüllung aller Wünsche. Man muß immer im Hinterkopf behalten, daß Hitler auch durch Wahlen an die Macht gekommen ist, und es hätten theoretisch auch im demokratischen Sinne völlig unanfechtbare Wahlen sein können. Wenn die Zahl der Araber in der Minderheit ist, die in den Strukturen der westlichen Gesellschaft ein vorbildliches Beispiel sehen, dann muß der Westen seinen Demokratiebegriff eben um Aspekte erweitern, die den Menschen dort wichtig sind.
26.01.2012 08:41 Uhr
von Elke Schilling:
Seit zwei Monaten lebe ich in Kairo und verfolge die Berichterstattung in Deutschland parallel zu meinen eigenen Wahrnehmungen. Was ich selbst hier erlebe und höre, deckt sich weitgehend mit euren Berichten. Und - selbst Ossie - ich fühle mich immer wieder heftig erinnert an die Zeit vor 22 Jahren, wo auch die Mehrheit konservativ wählte und Hoffnungen und Erwartungen von der Realität überholt oder ad absurdum geführt wurden. Und selbst nach so langer Zeit ist immer noch alles anders und vieles offen. Was ich an ägyptischer Mentalität zum Beispiel im Straßenverkehr erlebe, lässt mich hoffen - da ist sehr viel mehr Achtsamkeit und Wechselspiel mit- und füreinander und sehr viel weniger regelstarre Rechthaberei zu beobachten, als in Deutschland. Und die von den Straßenbauern gesetzten Schikanen wirken für alle Verkehrsteilnehmer.
Leserkommentare
26.01.2012 10:50 Uhr
von geschichtswerkstatt:
Was soll das denn, Demokratie ist nicht gleich Lösung aller Probleme und Erfüllung aller Wünsche. Man muß immer im Hinterkopf behalten, daß Hitler auch durch Wahlen an die Macht gekommen ist, und es hätten theoretisch auch im demokratischen Sinne völlig unanfechtbare Wahlen sein können. Wenn die Zahl der Araber in der Minderheit ist, die in den Strukturen der westlichen Gesellschaft ein vorbildliches Beispiel sehen, dann muß der Westen seinen Demokratiebegriff eben um Aspekte erweitern, die den Menschen dort wichtig sind.
26.01.2012 08:41 Uhr
von Elke Schilling:
Seit zwei Monaten lebe ich in Kairo und verfolge die Berichterstattung in Deutschland parallel zu meinen eigenen Wahrnehmungen. Was ich selbst hier erlebe und höre, deckt sich weitgehend mit euren Berichten. Und - selbst Ossie - ich fühle mich immer wieder heftig erinnert an die Zeit vor 22 Jahren, wo auch die Mehrheit konservativ wählte und Hoffnungen und Erwartungen von der Realität überholt oder ad absurdum geführt wurden. Und selbst nach so langer Zeit ist immer noch alles anders und vieles offen.
Was ich an ägyptischer Mentalität zum Beispiel im Straßenverkehr erlebe, lässt mich hoffen - da ist sehr viel mehr Achtsamkeit und Wechselspiel mit- und füreinander und sehr viel weniger regelstarre Rechthaberei zu beobachten, als in Deutschland. Und die von den Straßenbauern gesetzten Schikanen wirken für alle Verkehrsteilnehmer.