• 09.09.2009

It-fittester Lehrer über Lernen 2.0

"Schule und Computer sind sich fremd"

Digitales Lernen ist die Zukunft, sagt Olaf Kleinschmidt, der 2008 den Preis des It-fittesten Lehrers Deutschlands bekam. Wie man die Lehrer motiviert? Mit 250 Euro mehr – pro Monat.von Christian Füller & Franziska Seyboldt

  • 10.09.2009 11:15 Uhr

    von ab cd:

    Schwarmintelligenz ist was für Ameisen, Vögel, Fische und Roboter. Schwarmintelligenzen lassen sich natürlich leichter "führen" als Individuen.

  • 09.09.2009 20:06 Uhr

    von Tim:

    Ich als Schüler kann sagen, das grade kooperatives Arbeiten, wie es für uns zukünftigen Abiturienten (noch ca. ein halbes Jahr) immer wichtiger sein wird, nicht ausreichend gefördert wird. Klar gibt es kreative Lehrer, und ich hab in meiner jetzt fast 13-Jährigen Laufbahn einige gehabt. Aber grade in der Grundschule hätte ich mir als stark Hochbegabter mehr Förderung gewünscht. Zusammen mit einem Freund habe ich Brüche berechnet und über Fibonacci-Zahlen nachgedacht, während der Rest der Klasse noch gerätselt hat, was 3*4 denn ergeben möge.

    Hätte ich in dieser Zeit z.B. mit dem Freund zusammen schwere Aufgaben bekommen, ich würde viel darauf wetten, dass meine Schulkarriere besser gelaufen wäre. Ob dies nun durch mehr Lehrkräfte geschieht, besser ausgebildete oder halt "Schule2.0", mir solls egal sein. Ich sehe aber in einer vernetzten Schule, Lernen2.0, Peer-to-Peer Lernen usw. eine potentielle Chance, leistungsstärkere und leistungsschwächere Schüler besser zu fördern.

  • 09.09.2009 17:47 Uhr

    von Siegfrid Theodor:

    Zeitunglesen und die sachgerechte Nutzung des Computers sind nun doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Wer es noch nicht geblickt hat: wir erleben den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft. Digitale Medien sind in der heutigen Welt doch keine Rand- oder Sondererscheinung sondern das zentrale Arbeitsmittel - ebenso wichtig wie das Lesen, Schreiben und Rechnen. Zwar kann man schon nach der 1. Grundschulklasse lesen, schreiben und rechnen – und trotzdem erweitert man seine Kompetenzen darin bis zum Ende der Schule.

    Eigentlich bräuchte man keine Beraterfirma, um die Wichtigkeit digitaler Medien für die Bildung zu erkennen. Aber die Verschlafenheit und Sturheit mancher Pädagogen (die zwar unterrichten, aber selbst oft nicht bereit sind dazu zulernen) macht wohl die professionelle Beratung nötig. Es ist gut, dass es auch immer mehr Lehrer gibt, die offen für neue Lehrszenarien sind. Übrigens: Wenn Herr Kleinschmidt in 2008 zum IT-fittesten Lehrer des Jahres gekürt wurde und erst seit dem 1.8.2008 Geschäftführer der zitierten Firma ist, dann ist es doch absurd zu behaupten, er vertrete die Meinung, weil er von der Industrie bezahlt wird. Aber es passt natürlich besser ins Bild als die Idee, ein Lehrer könnte den Einsatz von Computern im Unterricht aus eigener Überzeugung für sinnvoll halten.

  • 09.09.2009 17:45 Uhr

    von itlehrer:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schüler (in meinem Fall Berufsfachschüler) viel Wert auf Methodenwechsel legen. Wenn wir gemeinsam in einem Klassenraum sitzen, müssen nicht alle zwanghaft digital interagieren. Warum auch? Wir legen viel Wert auf die Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes. Hier sollte m. E. Lernen 2.0 ansetzen. Ich bin für meine Schüler am Abend ansprechbar, wir diskutieren Aufgaben und deren Lösung. Nach zwei Jahren mit sehr guten Erfahrungen auf diesem Gebiet bin ich allerdings immer noch der einzige, der diese Form der Lehrer-Schüler-Interaktion praktiziert. Und warum? Sie kostet Zeit!

  • 09.09.2009 16:57 Uhr

    von Axel Dörken:

    Spiele als Appetitanreger sind genau so viel oder wenig geeignet, wie Geld als Anreiz.

    Immer mehr Menschen begreifen das. Weder ein Kind, noch ein Erwachsener wird dauerhafter zufrieden, wenn er die Dinge nur des Lohns, bzw. des Lobes wegen macht.

    Das gilt es, denke ich, heutzutage zu begreifen. Der Mensch will, aus sich selbst heraus nützlich sein.

    Schaffen wir also endlich die Möglichkeiten dies auch machen zu können. Wirtschaftlich könnten wir es uns, mit ein paar Richtungsänderungen hinbekommen. Stichworte sind hier: Bedingungsloses Grundeinkommen und Börsenumsatzsteuer, bzw. Kapitalertragssteuer.

    Das Bewusstsein ist, wie so oft, auch hier der Schlüssel. Wer sich dem Bewusstsein annimmt, dass er einen Nutzen bringen will und sich über den Nutzen definiert, und eben nicht mehr über den finanziellen, materiellen oder Machtstatus, der begeht den Weg der Zufriedenheit.

    Wer aber arbeitet, ohne es wirklich zu wollen, weil er den Ertrag haben will, der wird sein Einkommen, oftmals unbewusst, eher als Schmerzensgeld, denn als Lohn erachten.

    Liebe Grüße
    Axel Dörken

  • 09.09.2009 16:27 Uhr

    von aka:

    @ Uwe Afemann
    ... als hätte ich es geahnt :)
    @ sunny
    Zitat: "Müssen die Kindern nicht eher im Kopf stattfindende Fähigkeiten von den Lehrern nahe gebracht bekommen, als zu lernen, wie man eine Maschine bedient und wie man damit googlet?"
    Genau, so sehe ich da auch!!!

  • 09.09.2009 14:21 Uhr

    von Uwe Afemann:

    Kein Wunder, warum Herr Kleinschmidt so vehement für den Einsatz von Laptops in Schulen plädiert, ist er doch seit dem 01. 08. 2008 Geschäftsführer der Firma
    *Maxx2IT* *Webtutor24*
    Auftragnehmer von Intel, Fujitsu Technology Soltutions.
    Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing.
    (http://www.xing.com/profile/Olaf_Kleinschmidt)

  • 09.09.2009 13:39 Uhr

    von Sunny:

    Na, ich weiß nicht. Zeitung lesen lernt man doch auch nicht in der Schule. Müssen die Kindern nicht eher im Kopf stattfindende Fähigkeiten von den Lehrern nahe gebracht bekommen, als zu lernen, wie man eine Maschine bedient und wie man damit googlet?

    Ich will Computer ja nicht ausschließen, aber die viel und gerne vorgebrachte Medienkompetenz ist doch nicht erst erforderlich seit es das Web gibt. Viel wichtiger ist doch, dass die Kinder lernen, Informationen, Zusicherungen, Behauptungen mit ihrem Bild von der Welt abzugleichen, und wenn in diesem Weltbild nicht vermerkt ist, dass man nicht alles glauben darf, auch wenn es gedruckt ist, dann sind die Kinder eben nicht medienkompetent, egal ob mit Computer oder ohne.

    Und kein schlechter Lehrer wird mit einem Computer oder einem Computerkurs zu einem guten Lehrer. Die Wurzeln der Ineffektivitäten unseres Schulsystems reichen vermutlich unangenehm tiefer.

  • 09.09.2009 13:05 Uhr

    von Erich:

    Wie soll man das denn in einem Artikel dieser Länge konkret umschreiben? Eine Arbeitsweise, wie sie Olaf Kleinschmidt umschreibt, ist aber im Berufsalltag zumindest bei mir völlig normal. Ich kenne Arbeitsgruppen, die neue Geräte länder- und zeitzonenübergreifend zusammen entwickeln. Nur wenn ich in die Schule gehe, sehe ich Lehrer, die sich - jeder für sich - für den besten Pädagogen halten und allenfalls mal beim Kollegen den Seitenblick riskieren. Und so sollen dann auch die Schüler arbeiten. Super.

  • 09.09.2009 12:40 Uhr

    von Ernst R.:

    Grundsäztlich stehe ich diesen Entwicklungen offen gegenüber, denn sie würden den Unterricht bis zu einem gewissen Grad bereichern. Dennoch habe ich oft den Eindruck, dass die Merkfähigkeit beim Arbeiten mit elektronischen Geräten stark beeinträchtigt wird. Die Geräte scheinen oft mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen als der Lernstoff selbst. Dann habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass viele Leute lieber mit Büchern arbeiten, als am Bildschirm zu lernen. Warum ist das so? Wenn man selbst etwas per Hand schreibt scheinen auch ganz andere kognitive Prozesse abzulaufen, als wenn nur bestimmte Tasten gedrückt werden. Das wäre interessant zu untersuchen.

  • 09.09.2009 11:39 Uhr

    von aka:

    The Medium is the Message?
    Wer schreibt denn diesen ominösen "IT FIT Preis" aus? Die Hardware Industrie? Die Whitboardhersteller?
    Leute, Leute was für ein Bullshit! Eine Tafel, ein Stück Kreide und einen fitten kreativen Lehrer, der Kinder begeistern kann - mehr braucht es nicht! Und "Schwarmintelligenz" wird ausreichend auf dem Schulhof entwickelt - keine Sorge!

  • 09.09.2009 11:26 Uhr

    von Jan Mathys:

    Klingt interessant, aber die Konkretion fehlt mir doch. Wie macht das die Grundschule mit den Netbooks? Alle schreiben in ihr Netbook und dann? Wie helfen sich die Kinder virtuell? Wird der ganze Unterricht auf Freiarbeit umgestellt? Gibt es einen Wechsel zwischen Gruppenarbeit und Präsentation?
    Die Idee dieses Lehrers verstehe ich schon, aber wie dadurch alles besser werden soll, bleibt weiterhin schwammig.

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