• 10.03.2010

Interview Schulpraktikerin Thoms

"Keiner weiß, was Inklusion ist"

Eva Thoms organisiert "Eine Schule für Alle" - und ärgert sich über Politikersprechblasen. Tatsächlich würde von der Politik alles getan, um möglichst gar nichts ändern zu müssen.von Christian Füller

  • 30.05.2010 09:08 Uhr

    von Green:

    Jaja, es gibt hundert Gründe, weswegen Inklusion ein Problem sein könnte. Aber macht es nicht Sinn mal Inklusion umzusetzen?!
    Schon in der Vergangenheit sind die Menschen mit den Hürden umgegangen und gewachsen. Man sollte den Eltern, Kindern und Schulen einfach mal eine Basis bieten und nun mal anfangen mit der konkreten Umsetzung.
    Ich stimme zwar Rokeby zu, dass die breite Masse der deutschen Bevölkerung über die Diversen Behinderungen nicht aufgeklärt ist aber dann sollte man Inklusion zu einem greifbaren Thema machen. Die Zeit der Lippen-Bekenntnisse ist vorbei.

  • 14.03.2010 14:52 Uhr

    von Simon:

    Toll, dass hier Kommentare einfach mal nicht hochgeladen werden. (Kommentar von vorgestern)

  • 10.03.2010 19:24 Uhr

    von Dr. Harald Wenk:

    @von Simon
    Ich kann gar nicht glauben, dass sie ihre völlig unberechtigte, aus der Luft gegriffene Kritik ernst meinen.
    Inklusion heißtchon Einschließung, inclusive hhheißtieinschließlichclusiv aussausschließlich
    Klaustrophobie ist die Angst vor geschlossenen Räumen und die Klausur ist die abgeschlossene Kammer im Kloster, Clusa ist ein anderes Wort für clausa. Clausa heißt Schluss, wie in Klausel.
    Können Sie im Lateinwörterbuch nachschlagen.
    Iclusive or ist das einschließende oder, exclusive or das ausschliessende oder, nämlich entweder oder.
    Integration ist in der politisch soziologischen Debatte für größere Gruppe, meist Ethnien vorgesehen und die Integration umfasst die gesamte Gesellschaft. Dementsprechend ist der gesetzliche Handlungsbedarf und die Diskussion ein Dauerbrenner.
    Hawking mit seiner selten Form von MS im Rollstuhl gilt zweifelsohne als Körperbehindert, wie ich schon schrieb, da er sich nur per Computer sprachlich verständlich machen kann, wäre ein kleiner Hawking in der Schule ein Inklusionsfall. Er ist trotzdem selbstverständlich einer unsrer intelligentesten Zeitgenossen.

  • 10.03.2010 18:21 Uhr

    von thomas:

    Hallo, für alle, die sich für die Zustände in Blindeneinrichtungen interessieren, hier ein Artikel dazu:
    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/497796
    Der Autor nennt das Kind bei Namen, Integration light.

  • 10.03.2010 15:35 Uhr

    von Mona Schnackenburg:

    Ich denke, dass man nicht zu schnell damit bei der Hand sein sollte, Förderschulen abzuschaffen. Ein Recht auf Integration ist aus meiner Sicht wichtig. Aber genauso wichtig wäre für mich die Möglichkeit, Schutz und spezielle Fördermöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Warum keine Wahlfreiheit?

  • 10.03.2010 15:24 Uhr

    von Simon:

    @ Dr. Harald Wenk:
    Ihr Kommentar zeigt, wie zutreffend die Überschrift des Artikels ist.
    Inklusion kann wenn dann mit "Einbeziehung" ins Deutsche übersetzt werden, wobei sich der Begriff "Inklusion" sogar in Dtl. schon seit einigen Jahren - wenn auch leider uneinheitlich gebraucht - etabliert hat.
    Auch Ihr Verständnis von "Integration" ist etwas merkwürdig. Zwar stimmt es, dass hier noch stärker "Schubladendenken" vorhanden ist als in einer inklusiven Bildungskultur, aber eben gerade, DAMIT der einzelne - und ganz besonders die SchülerInnen mit besonderem Bedarf - NICHT untergeht.
    Was Stephen Hawking jetzt mit Inklusiver Schule zu tun haben soll, erschließt sich mir auch nicht ganz...

  • 10.03.2010 12:20 Uhr

    von Dr. Harald Wenk:

    Inklusion heißt Einschließung, mit Schulpflicht und Schulgebäude haben wir eine Trippelbedeutung.
    Fabrik, Gefängnis, Klinik, Schule, Büro sind alles Einschließungsorte mit entsprechenden Dressuranforderungen an die Eingeschlossenen.
    Der Unterschied zwischen Inklusion und Integration
    ist, dass der Einzelne bei der Integration erheblich mehr untergeht. Da werden auch gleich ganze Minoritäten integriert.
    Seit Stephen Hawking steten geistige Höchstleistungen und Körperbehinderung im Verhältnis der Inklusion.
    Eine wirkliche Inklusion der Behinderten könnte für die Notwendigkeit der Änderung der Praxis der Dressur durch Drohung mit schlechten Noten führen.
    Diese Pädagogik ist unter anderem ein Effekt der großen Klassenstärken und der Zufallsauswahl der Schüler.
    So wünschenswert diese Änderung wäre, sehe ich große Blockaden und wenig Aufbruch, wie im Artikel selbst.

  • 10.03.2010 11:29 Uhr

    von Miriam Geoghegan:

    Frau Thoms, falls Sie mitlesen, hier ein Best-Practice-Beispiel aus meiner irischen Heimat. Sheera ist die Tochter einer Freundin meiner Schwester. Sie besuchte eine ganz normale Grundschule in Dublin, und ihre jetzige Schule Santa Sabina, ist eine ganz normale Sekundarschule. Sheera stehen eine "Special Needs Assistant" (SNA), eine Tutorin sowie "Learning Support Teachers" zur Seite. Wo ein Wille ist...

    http://www.fedvol.ie/_fileupload/Education/Plenary%20Session%203%20-%20Pupil%20&%20Teacher.pdf

  • 10.03.2010 11:12 Uhr

    von Rokeby:

    "...über die Rechte behinderter Menschen, die fordert Sonderschulen aufzulösen …"

    Ich möchte Euch sicher aufmerksam machen, dass es mit der Wortbetonung "Behinderung" sehr vorsichtig umgehen soll.
    Das allein unter Behinderung heißt es jedoch nicht, dass alle Kinder mit Behinderung in der Inklusion aufgenommen werden.

    Siehe einen Fall, z.B. Gehörlosen. Da Gehörlosen im Sinne nicht in der behinderten "Inklusion"-Gruppe angehören, vor allem wegen der deutschen Gebärdensprache, haben sie sogar laut UN-Behindertenkonvention Recht auf "Gehörlosenschule", die eine bilinguale Sprache ermöglicht.
    Gebärdensprachdolmetscher reicht es nicht aus und scheitert sogar oft daran an Gehörlosenkultur und gemeinsames Austausch unter Schülern.

    Daher sollte man eher etwas anders ausführlich erklärt werden, dass Gehörlosen in einer "Inklusion"-Schule kommen können, aber unter einer Bedingung, dass sie nur in einer gehörlosen Klasse unterbringen werden, solange die Fächer auf Deutsche bzw. Nichtdeutsche Gebärdensprache angewiesen sind.
    Ich denke, bei Sport, Hauswirtschaft, Kunst können sie ja alle "inklusiotienieren".

    Ein weiterer Fall ist für Taubblinden gedacht. Es ist für sie unmöglich in einer solchen Schule inklusiotienieren. (Weiß nicht ob es so ein Verb richtig bzw. überhaupt ist/gibt, aber ihr wisst was ich meine)

    Unter Blinden, Geistigbehinderten, usw, muss man auch auf soziale, konkretive, emotionale Entwicklung berücksichtigen, ob es sinnvoll ist, sie mit in der Inklusion zu beziehen.
    Aber im Sinne können sie alle "Deutsche Lautsprache" verwenden und können theoretisch in der inklusiotierten Schule kommen. Wie im Praxis aussieht, sollen Sie am besten Blinden, Geistigbehinderten danachfragen.

    Es fehlt allein die Aufklärung an die Gesellschaft, die sich über Gehörlosen, Blinden, Taubblinden, usw. informiert werden soll.

  • 10.03.2010 11:11 Uhr

    von vantast:

    Schon erstaunlich, wie verbissen die Oberschicht die Unterschicht durch ihr drittklassiges Schulsystem beibehalten will. Dabei sägt sie am eigenen Ast, wenn sie die berufliche Entwicklung der jungen Leute nach Kräften verhindert. Diese Mißgunst schadet der ganzen Gesellschaft, aber das hat die Konservativen ja nie interessiert, weil es ihnen immer gut ging.

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