Am 28.12.2011 interviewten wir Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, der damals ankündigte "Sie werden von mir hören." An dieser Stelle verraten wir, was daraus geworden ist.von Benno Schirrmeister

Unauffällig geblieben: Niedersachsens SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil spricht beim außerordentlichen Bundesparteitag in Hannover Bild: dpa
„Sie werden von mir hören“, hatte Stephan Weil im taz-Interview angekündigt. Das stimmt natürlich. Und es hat auch Spuren hinterlassen. Zum Beispiel haben ein paar taz-Redakteure mittlerweile gelernt, dass der Spitzenkandidat und Landesvorsitzende der SPD seinen Vornamen mit ph schreibt.
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Abgesehen davon, dass er vor zehn Tagen 54 geworden ist, ist das aber auch schon das Spektakulärste, was sich über den Mann sagen lässt, den die SPD Niedersachsen am 20. Januar wie geplant zu ihrem Landesvorsitzenden und am 7. Juli wie vorgesehen zu ihrem Spitzenkandidaten gewählt, wenn nicht gar akklamiert hat. Und seither? Selbst in der SPD ist Weil so unauffällig geblieben, dass Peer Steinbrück beim Parteitag in Hannover völlig achtlos an ihm vorbeiging. Seine täglichen Wahlwerbevideos bräuchten noch mal ’ne eigene Werbekampagne, um geklickt zu werden. Und der Partei ist für die Plakate auch nur die Idee gekommen, die alte und zu Recht verfemte Tradition des Namenswitzes zu exhumieren.
„Weil McAllister wegmuss“, oder „Das Interesse und die Begeisterung für eine Politik der Rituale haben in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zugenommen, eher im Gegenteil“, hatte Weil der taz im Dezember 2011 verraten. Die Partei hat ihre gesamte Landtagswahlkampagne auf dem Umkehrschluss aufgebaut, dass die Niedersachsen deshalb Bock hätten auf eine Inszenierung der Blässe und Unsicherheit, garniert ab und an mit Tolpatschigkeit. Oder wie sollen Braunschweiger und Osnabrücker Weils Ansage verstehen, dass ihn „Zweite Liga nicht interessiert“?
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