• 20.04.2010

Intersexualität

Mann oder Frau - oder was?

Nun engagieren sich auch die Bremer Grünen für Menschen, an denen das menschliche Bedürfnis nach zweigeschlechtlicher Unterscheidung scheitert - endlich!von Eiken Bruhn

  • 22.04.2010 12:28 Uhr

    von claudia:

    Die 3 Kommentare vom 20.04. sind hier nicht mehr sichtbar.

    ---
    >>dass kosmetische Genital-Operationen an Minderjährigen nur nach einer auf Gutachten gestützten richterlichen Entscheidung durchgeführt werden dürfen.<<
    Dabei kommt es auf die Vorstellungen des Gutachters an und was er einem Kind zumuten will. Er könnte z.B. sagen, es handele sich im vorliegenden Falle gar nicht um Intersexualität, sondern um eine „Störung der Geschlechtsentwicklung” bei einem Jungen oder Mädchen. Das ist in letzter Zeit sehr beliebt. Die Entscheidung wäre genau so autoritär wie bisher, nur daß spätere Klagen noch schwieriger wären wie bisher schon, weil ja ein Gericht den Eingriff verordnet hat.
    Plett war irgendwie schon mal ein bisschen weiter...

    Eingriffe, über die der betroffene Mensch nicht selbst entscheiden kann, müssen mit einer klaren medizinischen Indikation begründet sein. Zum Beispiel bei Blasenektrophie wäre die medizinische Begründung, daß damit eine Inkontinenz behoben würde, bei Hyospadie gibt es diese Begründung nicht. Nur mal als Beispiel.
    Das kann auch aus der derzeitigen Gesetzeslage abgeleitet werden. Alle chiurgischen und hormonellen Eingriffe, die nicht der Gesunderhaltung, sondern anderen Zielen dienen, bedürfen einer Einwilligung nach umfassender Aufklärung über alle Alternativen und Wirkungen aller Alternativen.
    Am Beispiel „Neovagina” heißt das: Die Neovagina dient dem Zweck, mit einem männlichen Partner so zu verkehren, wie Mann und Frau das eben tun. Mehr nicht. Über die Möglichkeit muß im Puebertätsalter aufgeklärt werden, um das Gefühl, „unpassend” zu sein abbauen zu können. Alles weitere hat Zeit, bis eine Partnerschaft ansteht. Und das heißt, auch genug Zeit, das Für und Wider abzuwägen. Kindern, aber auch Jugendlichen eine Neovagina-OP aufzuzwingen, ist sinnlose Quälerei.

    ---
    >>Und dennoch sortieren wir Menschen in Männer und Frauen, automatisch, unbewusst, schon als Kleinkinder, die, dazu gibt es Untersuchungen, nervös werden, wenn es ihnen nicht gelingt<<
    Das ist eine Schutzbehauprung. Damit soll belegt werden, daß es ein „Urbedürnis nach geschlechlicher Eindeutigkeit” geben müsse.
    Kindheit ist intensives Lernen. Man begegnet als Kind ständig Neuem, das man noch nicht einordnen kann. Daraus ein Bedürfnis nach einer Holzschnittwelt abzuleiten: Sowas kann wirklich nur Sexualpsychologen einfallen.
    Wenn ein kleines Kind bislang nur Katzen kennt und dann zum ersten Male einem Hund begegnet, dann reagiert es auch erst mal verunsichert. Das ist kein Grund Hunde abzuschaffen.


    >>ÄrztInnen alle "geschlechtsangleichenden" Operationen zu verbieten und Eltern zu ächten, die nach solchen verlangen.<<
    Der Knackpunkt ist die informierte Selbstentscheidung.
    Die Eltern wegen ihrer Verunsicherung zu ächten ist natürlich Mumpitz. Sie brauchen eher Unterstützung.
    Die Forderung, alle Behandlungen, die irgendenwie mit „Geschlecht” zu tun haben, pauschal zu verbieten, kommt aus der gleichen Ecke: Die selbstgefertigete Moralkeule zu schwingen.

    ---
    Wenn „Geschlecht” schon frühzeitig als etwas Medizinisches erlebt wird, sich untrennbar mit Arztpraxen, Krankenhaus usw. verbindet, dann kann unmöglich ein unbeschwertes Verhältnis zu „Geschlecht” und schon gar nicht eine unbeschwerte Sexualität entwickelt werden.
    Es wird oft versucht, das mit allerlei an den Haaren herbeigezogenen „Biologismen” oder Identitätstheorien zu verschleiern.

    ---
    Falls jemand mehr wissen will:
    Es gibt ein Forum mit öffentlichem Teil, dort sind schon viele Diskussonen zum Thema gelaufen.
    http://zwitterforum.ath.cx/index.php/topic,1331.0.html

  • 22.04.2010 12:28 Uhr

    von claudia:

    Die 3 Kommentare vom 20.04. sind hier nicht mehr sichtbar.

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    >>dass kosmetische Genital-Operationen an Minderjährigen nur nach einer auf Gutachten gestützten richterlichen Entscheidung durchgeführt werden dürfen.<<
    Dabei kommt es auf die Vorstellungen des Gutachters an und was er einem Kind zumuten will. Er könnte z.B. sagen, es handele sich im vorliegenden Falle gar nicht um Intersexualität, sondern um eine „Störung der Geschlechtsentwicklung” bei einem Jungen oder Mädchen. Das ist in letzter Zeit sehr beliebt. Die Entscheidung wäre genau so autoritär wie bisher, nur daß spätere Klagen noch schwieriger wären wie bisher schon, weil ja ein Gericht den Eingriff verordnet hat.
    Plett war irgendwie schon mal ein bisschen weiter...

    Eingriffe, über die der betroffene Mensch nicht selbst entscheiden kann, müssen mit einer klaren medizinischen Indikation begründet sein. Zum Beispiel bei Blasenektrophie wäre die medizinische Begründung, daß damit eine Inkontinenz behoben würde, bei Hyospadie gibt es diese Begründung nicht. Nur mal als Beispiel.
    Das kann auch aus der derzeitigen Gesetzeslage abgeleitet werden. Alle chiurgischen und hormonellen Eingriffe, die nicht der Gesunderhaltung, sondern anderen Zielen dienen, bedürfen einer Einwilligung nach umfassender Aufklärung über alle Alternativen und Wirkungen aller Alternativen.
    Am Beispiel „Neovagina” heißt das: Die Neovagina dient dem Zweck, mit einem männlichen Partner so zu verkehren, wie Mann und Frau das eben tun. Mehr nicht. Über die Möglichkeit muß im Puebertätsalter aufgeklärt werden, um das Gefühl, „unpassend” zu sein abbauen zu können. Alles weitere hat Zeit, bis eine Partnerschaft ansteht. Und das heißt, auch genug Zeit, das Für und Wider abzuwägen. Kindern, aber auch Jugendlichen eine Neovagina-OP aufzuzwingen, ist sinnlose Quälerei.

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    >>Und dennoch sortieren wir Menschen in Männer und Frauen, automatisch, unbewusst, schon als Kleinkinder, die, dazu gibt es Untersuchungen, nervös werden, wenn es ihnen nicht gelingt<<
    Das ist eine Schutzbehauprung. Damit soll belegt werden, daß es ein „Urbedürnis nach geschlechlicher Eindeutigkeit” geben müsse.
    Kindheit ist intensives Lernen. Man begegnet als Kind ständig Neuem, das man noch nicht einordnen kann. Daraus ein Bedürfnis nach einer Holzschnittwelt abzuleiten: Sowas kann wirklich nur Sexualpsychologen einfallen.
    Wenn ein kleines Kind bislang nur Katzen kennt und dann zum ersten Male einem Hund begegnet, dann reagiert es auch erst mal verunsichert. Das ist kein Grund Hunde abzuschaffen.


    >>ÄrztInnen alle "geschlechtsangleichenden" Operationen zu verbieten und Eltern zu ächten, die nach solchen verlangen.<<
    Der Knackpunkt ist die informierte Selbstentscheidung.
    Die Eltern wegen ihrer Verunsicherung zu ächten ist natürlich Mumpitz. Sie brauchen eher Unterstützung.
    Die Forderung, alle Behandlungen, die irgendenwie mit „Geschlecht” zu tun haben, pauschal zu verbieten, kommt aus der gleichen Ecke: Die selbstgefertigete Moralkeule zu schwingen.

    ---
    Wenn „Geschlecht” schon frühzeitig als etwas Medizinisches erlebt wird, sich untrennbar mit Arztpraxen, Krankenhaus usw. verbindet, dann kann unmöglich ein unbeschwertes Verhältnis zu „Geschlecht” und schon gar nicht eine unbeschwerte Sexualität entwickelt werden.
    Es wird oft versucht, das mit allerlei an den Haaren herbeigezogenen „Biologismen” oder Identitätstheorien zu verschleiern.

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    Falls jemand mehr wissen will:
    Es gibt ein Forum mit öffentlichem Teil, dort sind schon viele Diskussonen zum Thema gelaufen.
    http://zwitterforum.ath.cx/index.php/topic,1331.0.html

  • 21.04.2010 21:37 Uhr

    von Carla:

    Das erste Bild habe ich - Danke dafür - nicht sehen müssen.

    Schön, dass so über das Thema berichtet wurde. Das Schweigen über dieses Thema dauert leider schon viel zu lange.
    Die Menschenrechtsverletzungen wurden angesprochen. Leider gibt es außer teilweise in Hamburg noch keine Erfolge zur Beseitigung der Missstände. Es wäre ein Fortschritt, wenn Bremen jetzt mitziehen würde. Die Bundesrepublik ingesamt sollte sich auf den Weg machen, solche Verletzungen der Menschenrechte und Menschenwürde zu unterbinden.
    Auf dieser Ebene passiert leider gar nichts. siehe auch www.intersexuelle-menschen.net (s.u.a. Schattenbericht)

    Dass es nicht nur Männer oder Frauen gibt, haben Viele inzwischen schon mal gehört.

    Danke an die, die ins Rampenlicht traten und alle anderen, die das Thema aus der Tabuzone holen.

  • 21.04.2010 17:47 Uhr

    von SimonE Z.:

    Mit diesem neuen Titelbild (anstelle der Genitalplastik) ist der Artikel doch ganz gut :)))
    Danke!
    Es wäre schön, wenn Sie auch OII zu den Informationen hizufügen würden.
    http://www.intersexualite.org/
    SimonE Z., Mitglied OII Organisation Intersex International

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