Ein Verdacht der Anti-Atombewegung findet Bestätigung: Der Ausbau des Endlagers Gorleben geht weit über das hinaus, was die Erkundung erfordert.von Nick Reimer
wieso berichtet niemand über die demo am freitag in gorleben? (*) immerhin sind da knapp 300 leute und 30 bauern bis an den schacht vorgedrungen!! hat die herrschende klasse angst, dass es heisse pfingsten werden?
(*) ich habe es zufällig auf NDR-Info gehört, nach lange, suchen bin ich auf tagesschau.de auf einen bericht gestossen, der aber nicht national, wahrscheinlich nur lokal gesendet wurde
29.05.2009 19:32 Uhr
von Bürger G.:
Man kann es nicht oft genug schreiben: Die menge Atommüll, die in Deutschland in 30 Jahren Kernenergienutzung für alle Kraftwerke endgelagert werden muss, entspricht der Menge, die in einem einzigen Jahr in Deutschland als Sondermüll in Untertagedeponien (auch in Süddeutschland) endgelagert wird und dessen Halbertszeit unendlich ist und deren Toxizität mit der von radioaktivität vergleichbar ist. Worüber diskutieren wir in Deutshcland eigentlich?
@taz:Darf die Propagandamaschine Reimer diese Artikel denn umsonst schreiben oder bezahlt ihr dem Oberhetzer auch noch geld?!
28.05.2009 21:36 Uhr
von Enno Müller:
@Udo Radert:
Ihren Optimusmus den Atommüll einfach inn die Sonne zu schubsen kann darf ich ja wohl nur satirisch auffasen oder?
Denn ein Atomkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1300 Megawatt produziert jährlich rund 30 Tonnen radiokriven Müll. Das sind nach 40 Jahren etwa 1200 Tonnen hochradioaktiven Abfall. Weltweit entstehen in den etwa 440 Atomkraftwerken schätzungsweise 8300 Tonnen hochradioaktiver Atommüll pro Jahr.
Ein "großer" Container wird da wohl kaum ausreichen.
Mit einer Saturn V, der stärksten Rakete die je die Erde verlassen hat lassen sich maximal 50 Tonnen "Nutzlast" auf Fluchtgeschwindigkeit zur Sonne transportieren. Es wären also für die solare jährliche Atommüllbeseitigung 166 Raketenstarts pro Jahr notwendig.
28.05.2009 19:33 Uhr
von nichtbesserverdienendergrünennichtwähler:
Mein Gott, wieso ist bloß vorher niemand auf die Idee gekommen, den Atommüll in die Sonne zu schießen? Könnte eventuell daran liegen, dass die größte Ariane-Trägerrakete heute eine Nutzlast von knapp 10t hat. Zum Vergleich, ein Castorbehälter wiegt im vollbeladenen Zustand über 100t, und darf, wenn man Wikipedia Glauben schenken mag, mit maximal 180 kg Schwermetall beladen werden. Bei einem Preis pro Raketenstart von mehr als 100 Mio Euro, überlasse ich ihnen jetzt mal die Wirtschaftlichkeit ihrer Idee zu beurteilen. Mal ganz davon abgesehen, dass es wahrscheinlich im Fall eines Absturzes keinen besseren Weg gibt, Radionuklide in der Atmosphäre zu verteilen.
28.05.2009 19:07 Uhr
von gullideckel:
Sehr guter Artikel. Weiter so taz. Die ganzen bezahlten Kommentare der Atomlobby einfach ignorieren. *hehe* Übrigens ich nicht grün oder SPD. Atomkraft war Müll ist Müll und wird immer Müll bleiben. Ein paar Tausend Jahre lang. ;-)
28.05.2009 16:01 Uhr
von Udo Radert:
Auf mittlere Sicht werden meiner Meinung nach vermutlich zwei Dinge geschehen, die die ganze Debatte
"Kernkraftwerke, ja oder nein?" und "Wohin mit dem (Atom-)Müll?" ein für allemal beenden werden.
1.)In absehbarer zeit wird man sicherlich in der Lage sein, den ganzen strahlenden Müll in einen großen Container auf der Erdumlaufbahn zu bringen und diesem dann einen kleinen Schubs in Richtung Sonne zu geben.
Die hat bekanntlich einen großen Magen und das bissel Müll ist für die, wie wenn man eine Handvoll Sand an den Strand wirft.
2.) Die Kernkraftwerke, die jetzt alle noch auf dem Prinzip der Kernspaltung basieren, werden auf mittlere Sicht durch Kraftwerke, die das Prinzip der Kernverschmelzung zugrunde legen, ersetzt.
Gut, natürlich muss dieses erst noch "erfunden" werden aber rein theoretisch ist man sich heute schon darüber klar, was dabei geschehen müßte, man weiß nur noch nicht *wie* man es machen soll.
Aber etwas Zeit (und Geld) werden auch hier Wunder wirken.
So gesehen, gibt es also
1.) sowieso keine wirklichen "Endlager" auf der Erde, und
2.) irgendwann auch keine Atomkraftwerke heutigen Typs (nämlich der Kernspaltung) mehr.
Das beste Mittel die ungeliebten Atomkraftwerke schnell loszuwerden ist also, in die Kern-Forschung zu investieren und nicht etwa irgendwelche Demos, die unterm Strich sowieso nichts bringen und bisweilen sogar kreuzgefährlich sind.
28.05.2009 15:46 Uhr
von Strahlemann:
Kein Bauwerk ist illegal - nirgendwo!
28.05.2009 14:02 Uhr
von Blümchen-Guerilla:
Die taz ist ein grünes Blatt? Das ist mir allerdings noch nicht aufgefallen. Vielmehr fühle ich (grün) mich hier ziemlich regelmäßig angegriffen und beleidigt ;)
28.05.2009 13:28 Uhr
von ökostrom:
Na da freu ich mich auf die nächsten castor-transporte.....die könnten noch deutlich interessanter ausfallen als die letzten, in den die anti-ak bewegung schon echt gut was vorgelegt hat.
Wenn atommüll in ein illegales, nicht genehmigtes endlager geliefert wird, ist das ein angriff auf auf unseren staat (da ein angriff auf den rechtstaat und die menschenrechte). Artikel 20 absatz 4, wenn das nicht jetzt erfüllt ist, wann dann?
28.05.2009 12:48 Uhr
von Robert:
Grüne, Grüner, Grün.....
Die taz ist für die Grünen das, was der FR immer in Bezug auf die SPD vorgeworfen wird. Sie ist Wahlkampforgan und Parteiblatt. Kein Wort darüber, dass ein Sozialdemokrat im Umweltministerium sitzt. Parteifreunde oder er selber scheinen der FR dieses Papier zugestellt zu haben um eine neue Debatte auszulösen. Die SPD hat sich darüber hinaus an den Atomkompromiss gehalten. Ob die Grünen das auch getan hätten? (Stichwort Kohlekraftwerk....)
Ich weiß es ist unheimlich uncool nicht auf der SPD herumzuhacken. Wenn diese Partei aber was richtig macht, dann sollte man das auch als "grünes" Blatt unterstützen!
Leserkommentare
30.05.2009 22:53 Uhr
von Torsten:
wieso berichtet niemand über die demo am freitag in gorleben? (*)
immerhin sind da knapp 300 leute und 30 bauern bis an den schacht vorgedrungen!!
hat die herrschende klasse angst, dass es heisse pfingsten werden?
(*) ich habe es zufällig auf NDR-Info gehört, nach lange, suchen bin ich auf tagesschau.de auf einen bericht gestossen, der aber nicht national, wahrscheinlich nur lokal gesendet wurde
29.05.2009 19:32 Uhr
von Bürger G.:
Man kann es nicht oft genug schreiben:
Die menge Atommüll, die in Deutschland in 30 Jahren Kernenergienutzung für alle Kraftwerke endgelagert werden muss, entspricht der Menge, die in einem einzigen Jahr in Deutschland als Sondermüll in Untertagedeponien (auch in Süddeutschland) endgelagert wird und dessen Halbertszeit unendlich ist und deren Toxizität mit der von radioaktivität vergleichbar ist. Worüber diskutieren wir in Deutshcland eigentlich?
@taz:Darf die Propagandamaschine Reimer diese Artikel denn umsonst schreiben oder bezahlt ihr dem Oberhetzer auch noch geld?!
28.05.2009 21:36 Uhr
von Enno Müller:
@Udo Radert:
Ihren Optimusmus den Atommüll einfach inn die Sonne zu schubsen kann darf ich ja wohl nur satirisch auffasen oder?
Denn ein Atomkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1300 Megawatt produziert jährlich rund 30 Tonnen radiokriven Müll.
Das sind nach 40 Jahren etwa 1200 Tonnen hochradioaktiven Abfall. Weltweit entstehen in den etwa 440 Atomkraftwerken schätzungsweise 8300 Tonnen hochradioaktiver Atommüll pro Jahr.
Ein "großer" Container wird da wohl kaum ausreichen.
Mit einer Saturn V, der stärksten Rakete die je die Erde verlassen hat lassen sich maximal
50 Tonnen "Nutzlast" auf Fluchtgeschwindigkeit zur Sonne transportieren.
Es wären also für die solare jährliche Atommüllbeseitigung 166 Raketenstarts pro Jahr notwendig.
28.05.2009 19:33 Uhr
von nichtbesserverdienendergrünennichtwähler:
Mein Gott, wieso ist bloß vorher niemand auf die Idee gekommen, den Atommüll in die Sonne zu schießen?
Könnte eventuell daran liegen, dass die größte Ariane-Trägerrakete heute eine Nutzlast von knapp 10t hat. Zum Vergleich, ein Castorbehälter wiegt im vollbeladenen Zustand über 100t, und darf, wenn man Wikipedia Glauben schenken mag, mit maximal 180 kg Schwermetall beladen werden. Bei einem Preis pro Raketenstart von mehr als 100 Mio Euro, überlasse ich ihnen jetzt mal die Wirtschaftlichkeit ihrer Idee zu beurteilen. Mal ganz davon abgesehen, dass es wahrscheinlich im Fall eines Absturzes keinen besseren Weg gibt, Radionuklide in der Atmosphäre zu verteilen.
28.05.2009 19:07 Uhr
von gullideckel:
Sehr guter Artikel. Weiter so taz. Die ganzen bezahlten Kommentare der Atomlobby einfach ignorieren. *hehe* Übrigens ich nicht grün oder SPD.
Atomkraft war Müll ist Müll und wird immer Müll bleiben. Ein paar Tausend Jahre lang. ;-)
28.05.2009 16:01 Uhr
von Udo Radert:
Auf mittlere Sicht werden meiner Meinung nach vermutlich zwei Dinge geschehen, die die ganze Debatte
"Kernkraftwerke, ja oder nein?" und "Wohin mit dem (Atom-)Müll?" ein für allemal beenden werden.
1.)In absehbarer zeit wird man sicherlich in der Lage sein, den ganzen strahlenden Müll in einen großen Container auf der Erdumlaufbahn zu bringen und diesem dann einen kleinen Schubs in Richtung Sonne zu geben.
Die hat bekanntlich einen großen Magen und das bissel Müll ist für die, wie wenn man eine Handvoll Sand an den Strand wirft.
2.) Die Kernkraftwerke, die jetzt alle noch auf dem Prinzip der Kernspaltung basieren, werden auf mittlere Sicht durch Kraftwerke, die das Prinzip der Kernverschmelzung zugrunde legen, ersetzt.
Gut, natürlich muss dieses erst noch "erfunden" werden aber rein theoretisch ist man sich heute schon darüber klar, was dabei geschehen müßte, man weiß nur noch nicht *wie* man es machen soll.
Aber etwas Zeit (und Geld) werden auch hier Wunder wirken.
So gesehen, gibt es also
1.) sowieso keine wirklichen "Endlager" auf der Erde, und
2.) irgendwann auch keine Atomkraftwerke heutigen Typs (nämlich der Kernspaltung) mehr.
Das beste Mittel die ungeliebten Atomkraftwerke schnell loszuwerden ist also, in die Kern-Forschung zu investieren und nicht etwa irgendwelche Demos, die unterm Strich sowieso nichts bringen und bisweilen sogar kreuzgefährlich sind.
28.05.2009 15:46 Uhr
von Strahlemann:
Kein Bauwerk ist illegal - nirgendwo!
28.05.2009 14:02 Uhr
von Blümchen-Guerilla:
Die taz ist ein grünes Blatt? Das ist mir allerdings noch nicht aufgefallen. Vielmehr fühle ich (grün) mich hier ziemlich regelmäßig angegriffen und beleidigt ;)
28.05.2009 13:28 Uhr
von ökostrom:
Na da freu ich mich auf die nächsten castor-transporte.....die könnten noch deutlich interessanter ausfallen als die letzten, in den die anti-ak bewegung schon echt gut was vorgelegt hat.
Wenn atommüll in ein illegales, nicht genehmigtes endlager geliefert wird, ist das ein angriff auf auf unseren staat (da ein angriff auf den rechtstaat und die menschenrechte).
Artikel 20 absatz 4, wenn das nicht jetzt erfüllt ist, wann dann?
28.05.2009 12:48 Uhr
von Robert:
Grüne, Grüner, Grün.....
Die taz ist für die Grünen das, was der FR immer in Bezug auf die SPD vorgeworfen wird. Sie ist Wahlkampforgan und Parteiblatt. Kein Wort darüber, dass ein Sozialdemokrat im Umweltministerium sitzt. Parteifreunde oder er selber scheinen der FR dieses Papier zugestellt zu haben um eine neue Debatte auszulösen.
Die SPD hat sich darüber hinaus an den Atomkompromiss gehalten. Ob die Grünen das auch getan hätten? (Stichwort Kohlekraftwerk....)
Ich weiß es ist unheimlich uncool nicht auf der SPD herumzuhacken. Wenn diese Partei aber was richtig macht, dann sollte man das auch als "grünes" Blatt unterstützen!