Die bekannteste Geisel der Welt, Ingrid Betancourt, ist frei. Nach sechs Jahren in der Gewalt der Farc wurde sie mit 14 weiteren Geiseln befreit.von Gerhard Dilger
I. Betancourt ist endlich frei, wirklich eine sehr gute Nachricht, hat aber auch einen bitteren Beigeschmack, denn teilweise geschah die Befreiung sicher auch, um das Image von Regierung und Militär zu verbessern. ('kennen wir ja z.B. auch von Reagan u. Familie Bush etc.: Sich als Befreier zu inszenieren ...).
- und sich als Rebellengruppe auszugeben (wie bei der Befreiung offenbar der Fall), damit haben rechte Paramilitärs schon Jahrzehnte lange Erfahrung in Lateinamerika. So manches Massaker wurde wahrscheinlich "linken Rebellen" in bewusst die Schuhe geschoben, um sie als besonders schlecht darzustellen - was sie in etlichen Fällen sowieso schon sind - v.a. erliegt so manche "Befreiungsbewegung" jeder Art schnell der Versuchung, zu denken, dass der Zweck die Mittel heilige.
Davon abgesehen gibt es rationale Gründe für die Annahme, dass die Entführung von damals ein Coup war, bei dem die FARC mit Kreisen, die der Regierung nahe stehen, kooperiert haben: '94 wurrde sie ins Parlament gewählt, '98 war sie Mitbegründerin der Partei "Verde Oxígeno" (Grüner Sauerstoff), errang später ein Mandat für den Senat, legte dies aber 2002 nieder, und bewarb sich als Kanditatin für das PräsidentInnenamt. Im selben Jahr erschien ihr Buch "Wut in meinem Herzen", in der sie extrem scharfe Kritik an herrschenden Kreisen formuliert ... und just im selben Jahr wurde sie entführt.
Leserkommentare
03.07.2008 17:10 Uhr
von Bark Wind:
I. Betancourt ist endlich frei, wirklich eine sehr gute Nachricht, hat aber auch einen bitteren Beigeschmack, denn teilweise geschah die Befreiung sicher auch, um das Image von Regierung und Militär zu verbessern. ('kennen wir ja z.B. auch von Reagan u. Familie Bush etc.: Sich als Befreier zu inszenieren ...).
- und sich als Rebellengruppe auszugeben (wie bei der Befreiung offenbar der Fall), damit haben rechte Paramilitärs schon Jahrzehnte lange Erfahrung in Lateinamerika. So manches Massaker wurde wahrscheinlich "linken Rebellen" in bewusst die Schuhe geschoben, um sie als besonders schlecht darzustellen - was sie in etlichen Fällen sowieso schon sind - v.a. erliegt so manche "Befreiungsbewegung" jeder Art schnell der Versuchung, zu denken, dass der Zweck die Mittel heilige.
Davon abgesehen gibt es rationale Gründe für die Annahme, dass die Entführung von damals ein Coup war, bei dem die FARC mit Kreisen, die der Regierung nahe stehen, kooperiert haben:
'94 wurrde sie ins Parlament gewählt, '98 war sie Mitbegründerin der Partei "Verde Oxígeno" (Grüner Sauerstoff), errang später ein Mandat für den Senat, legte dies aber 2002 nieder, und bewarb sich als Kanditatin für das PräsidentInnenamt. Im selben Jahr erschien ihr Buch "Wut in meinem Herzen", in der sie extrem scharfe Kritik an herrschenden Kreisen formuliert ... und just im selben Jahr wurde sie entführt.