Immigranten in Spanien
Verloren in der Stadt der Oliven
Viele Immigranten kamen mit einem Traum von Glück nach Spanien. Doch der ist ausgeträumt. Was bleibt, ist das Elend. Denn immer mehr Einheimische suchen Arbeit als Erntehelfer.von Veronica Frenzel
Leserkommentare
05.01.2010 11:22 Uhr
von hto:
@Watchdog
1. haben wir sie durch unsere "Entwicklungshilfe" für "freiheitlichen" Wettbewerb eingeladen.
2. wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen Menschen gehört, auf der Basis eines bedingungslosen MENSCHENRECHTS auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus MENSCHENWÜRDIG resultierenden Konsequenzen / Maßnahmen / Möglichkeiten, ist nicht nur der Blödsinn von Arbeit für alle kein Problem mehr.
Die Verantwortung von Unternehmen, Politiker und "Experten" dieses "freiheitlichen" Systems zu erwarten, entspricht natürlich dem westlichen Verständnis von bewußtseinsbetäubender Weiterleitung an die Institutionen der "Demokratie" durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck, und ist so stumpf-, blöd- und wahnsinnig wie die von mir schon zitierte Suppenkaspermentalität - eine ignorante wie zynische Arroganz, die wir im Sinne von wahrhaftiger Menschlichkeit seit dem Bewußtwerden des Klimawandels besser nicht mehr praktizieren!?
04.01.2010 22:53 Uhr
von Malkaye:
Wie wäre es, Europa schafft ein paar Agrar- oder zumindest Exportsubventionen ab?!
Die Oliven werden 30 Cent teurer, der Staat macht massig weniger Schulden, Verwaltungswahn kann eingespart werden, Bauern verdienen Leistungsabhängig, Afrikanische Bauern gehen nichtmehr pleite wegen europäischen Billigüberschüssen auf ihren Märkten und FLIEHEN NICHTMEHR vom Hunger getrieben nach Europa, wo daraufhin weniger Erntehelfer in Spanien/Italien zur verfügung stehen und die verbliebenen deshalb angemessener bezahlt werden. Bäm!
04.01.2010 17:34 Uhr
von Ernst:
@FRITZ
hast du schonmal Harz 4 bekommen? Arbeitscheu sagst du? Ich habe einen verwandten, der hat UEBER 20 JAHRE(!!!!!) in die Kasse gezahlt und findetn jetzt keine Job und er hat schon mehr als einen gemacht das Amt verrascht ihn auch noch...
Und du erzaehlst was von arbeitsscheue, HARZ 4 ist ein Geschenk an Unternehmen sonst nichst, Menschen werden gezwungen, ihre komplette Privatsphaere offen zu legen und haben zurechts angst davor. Sie muessen Jobs machen (kostenlos versteht sich) die dann als Praktikum bezeichnet werden, die arbeiten 9 Monate fuer nichts, (ausser ihrem Harz 4) will heissen, die Unternehmen zahlen ihnen keinen Cent Lohn und sparen es siche eine stelle besetzen und bezahlen zu muessen schau dir mal so einen Harz 4-Bogen an, bekomm mal "die dicke Kohle vom Amt", fuehl dich mal wie ein Kriminaeler fuer deine berechtigte Forderung dann komm nochmal her und verzapf so einen Mist...
(hat ja nichst mit dem Thema Migranten in Spanien zu tun, aber Millionen unter Generalverdacht zu stellen ist Populistisch und Unverschaemt)
04.01.2010 15:21 Uhr
von FRITZ:
Wer in Spanien gearbeitet hat und länger als 12 Monate arbeitslos ist, bekommt gar nichts mehr, es sei denn er ist wirklich (!) arbeitsunfähig. Hartz IV - Rundumversorgung (geheizte Wohnung mit Fernseher und Waschmaschine auf Kosten der anderen, Kindergeld in bar, 400 Tacken Taschengeld auf die Hand, etc. pp.) ist dort - zum Glück für Spanien - unvorstellbar...
Daher geht ein spanischer Fließenleger auch Oliven ernten, während ein deutscher Fließenleger auf dem Sofa sitzt und sich mit den dadurch erlittenen Rückenschäden oder aufgrund allgemeiner Arbeitsscheue vor der Spargelernte drückt.
Und 8,35 Euro wären in Spanien ein ganz guter Verdienst, v.a. weil man sie in der Regel schwarz verdienen würde (von 20% Arbeitslosen in der Statistik sind tatsächlich vielleicht die Hälfte arbeitslos im eigentlichen Sinne, die andere Hälfte arbeitet schwarz, nicht zuletzt, weil es wegen der aus deutscher Sicht harten Sozialversicherungsregeln keine Wahl gibt, als ggf. auch einen schwarzen Job anzunehmen, um was zu Essen auf dem Tisch zu haben, wenn die Familien nicht mehr hilft).
04.01.2010 14:29 Uhr
von denninger:
Migranten, noch dazu "illegale" Migranten sind immer die ersten Leidtragenden einer Wirtschaftskrise.
Ob nun der deutsche IT-Fachmann in Zürich, der spanische Arbeiter in Frankreich oder der senegalesische Erntehelfer in Spanien, die Fremden werden immer als erste auf die Strasse gesetzt.
Ein Gegenmittel gibt es nicht.
Nur wenn die Flucht vor wirtschaftlicher Not unnötig wird und im eigenen Land eine lebenswerte Zukunft möglich ist versiegt der Strom der Elenden.
Aber da ist nicht nur "der Westen" gefordert sondern zuerst die afrikanischen Staaten und deren Gesellschaftsordnungen.
04.01.2010 14:14 Uhr
von Watchdog:
@hto:
Was ist denn Ihre Lösung ? In der Tat hat niemand die Migranten eingeladen. Sie kommen in der zumeist falschen Hoffnung auf relativen Wohlstand und trauen sich nicht zurück, weil das bei Ihrer Heimkehr ohne Erfolg einen sehr großen Ansehensverlust erzeugen würde. Man kann die Motive verstehen, aber es gibt einfach nicht genug Arbeit für alle auf der Welt in Europa.
Meine Meinung: Unternehmen sollten bestimmte jährliche oder zweijährliche Kontingente beantragen können und Nicht-EUler für eine befristete Anstellung einsetzen. Danach gehen diese wieder zurück.
Außerdem sollte man die schon laufende Anti-Migrationskampagne in Afrika ausweiten. Der subventionierte Export von EU Gütern nach Afrika sollte man auch einstellen.
04.01.2010 13:59 Uhr
von PhilB:
Besonders traurig an der ganzen Sache ist, daß die einzigen Informationen, die die Menschen in Afrika bekommen, die Märchen vom Schlaraffenland Europa sind, die von denen stammen, die sich die Taschen mit diesem skrupellosem Menschenhandel voll machen. Es wäre eine wirklich effektive Entwicklungshilfe, mit diesen Lügengeschichten aufzuräumen und den Menschen dort klar zu machen, daß sie die 4000€ für die Überfahrt lieber lokal investieren sollten.
04.01.2010 13:04 Uhr
von Peter:
Offensichtlich ist das soziale Netz in Spanien nicht so feinmaschig wie in Deutschland. Wir haben im Frühjahr auf unserem Spargelhof Erntehelfer gesucht (bei einem Stundenlohn von 8,35 bei freier Kost und Logis).
Deutsche Erntehelfer: 0, polnische Erntehelfer: 38. Zwar wurden uns von der Arbeitsagentur und ARGE ein paar deutsche Helfer vorgestellt, diese meldeten sich aber gleich krank oder waren nicht interessiert. Ich warte auf arbeitswillige Migranten aus Afrika!
04.01.2010 10:51 Uhr
von hto:
Die Dummheit / der Faschismus der "freiheitlich"-westlichen Welt- und "Werteordnung", wird sich erst richtig zeigen / VERWIRKLICHEN, wenn der Golfstrom abklappt und das große Sterben auf der nördlichen Halbkugel beginnt - dann wird die "individualbewußt" / egozentrisch gebildete Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche mit ihrer Philosophie von "Arbeit macht frei" und "Wer soll das bezahlen?" ...!?