Ikea stoppt Verkauf von Fleischbällchen

„Köttbular“ ist erst einmal gestrichen

Auch in Deutschland stoppt Ikea den Verkauf von Hackbällchen. In 23 weiteren Ländern hat das Möbelhaus „Köttbullar“ bereits aus den Restaurants verbannt.

Auch die Werbung für die Hackbällchen verschwindet erst einmal.   Bild: dpa

STOCKHOLM/WIESBADEN dpa | Ikea zieht im Pferdefleischskandal auch in Deutschland die Notbremse. Am Dienstag hat die schwedische Möbelkette den Verkaufsstopp für seine populären Hackfleischklöße „Köttbullar“ auf Deutschland und insgesamt 23 weitere Länder ausgeweitet. Vorausgegangen war ein Bericht aus Tschechien über Spuren von Pferdefleisch in den Ikea-Klopsen.

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Die deutsche Ikea-Tochter versichert ihren Kunden im Internet weiter, dass die Klöße hier nach „aktuellen Analysen“ frei von Pferdefleisch seien.

Wie Unternehmenssprecherin Ylva Magnusson am Dienstag sagte, haben die deutschen Ikea-Häuser nicht dieselbe beanstandete Lieferung wie die tschechischen bekommen, in der sich Pferdefleisch fand. In Tschechien hatten die Behörden am Vortag nach entsprechenden Testergebnissen Alarm geschlagen. Grundsätzlich werden laut Magnusson die „Köttbullar“ aber auch für die deutschen Filialen vom selben Unternehmen im schwedischen Lidköping hergestellt.

In Südafrika gibt nun auch Hinweise auf falsch ausgewiesenes Rindfleisch. Nur handelt es sich bei dem beigemischten Produkt nicht um Pferd, sondern um Fleisch von Wasserbüffeln, Affen und Ziegen, wie aus Studie von Forschern der Universität Stellenbosch hervorgeht. Demnach wurde in 99 von 139 Proben Fleisch von Tieren gefunden, die nicht auf der Verpackung angegeben waren. Nicht ausgewiesen waren unter anderem auch Schweine- und Hühnchenfleisch. Vor allem Burger und Würstchen sind den Angaben zufolge betroffen. Pferdefleisch ist nicht gefunden worden. (ap)

Die deutsche Ikea-Sprecherin Sabine Nold sagte, es sei ein europaweiter Verkaufsstopp für die Hackfleischbällchen verhängt worden. Das gelte sowohl für die Ware, die im Shop verkauft wird, als auch für die Restaurants in den 46 deutschen Ikea-Häusern.

In Deutschland sei eine Charge Klöße untersucht worden. Darin hätten sich keine Spuren gefunden. Sie bestehen vornehmlich aus Schweine- und Rindfleisch. Unternehmenssprecherin Magnusson sagte dpa zur Einbeziehung Deutschlands in den Verkaufsstopp: „Die Maßnahme soll sicherstellen, dass kein Kunde sich Sorgen machen muss.“

Der schwedische Hersteller Dafgård erklärte, man wolle vor einer endgültigen Klärung keine Kommentare abgeben. Ikea hatte die sowohl in Restaurants als auch zur Mitnahme angebotenen „Köttbullar“ zunächst in 14 Ländern aus dem Verkehr gezogen.

In Europa nicht vom Stopp betroffen sind Norwegen, die Schweiz und Russland. Außerhalb Europas hat Ikea seine Klöße auch in Thailand, Hongkong sowie der Dominikanischen Republik aus dem Verkehr gezogen. Ikea will mit seinem Lieferanten Dafgård umfassende eigene Tests über einen möglichen Anteil von Pferdefleisch durchführen.

 

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