• 10.08.2010

Hungerstreik vor israelischer Botschaft

Nahostkonflikt in Grunewald

Firas Maraghy ist seit zwei Wochen im Hunterstreik. Der Palästinenser will Aufenthaltspapiere für sich und seine Tochter in Jerusalem. Doch die israelische Botschaft in Berlin-Grundewald fühlt sich nicht zuständig.von KONRAD LITSCHKO

  • 30.07.2011 21:51 Uhr

    von Wilma:

    Presseerklärung der Israelischen Botschaft !

    Dear …
    I would like to inform you that in the framework of the continues efforts of the embassy to bring to a good end Mr. Firas Maraghy’s hunger strike , the Ambassador has succeeded to get Mr. Maragy an exceptional personal meeting in Jerusalem with Mr. Amos Arbel, Director of the Registration and Civil Status Department at the Ministry of Interior of Israel, who is the highest authority in Israel who deals with citizenship / inhabitant status.

    Following this important development, the Minister and the Vice-Consul of the embassy met today at 14:00 with Mr. Maraghy, and informed him of the expected meeting. They advised him to travel to Jerusalem to meet Mr. Arbel as soon as possible in order to resolve his issue.

    Regrettably, Mr. Maraghy rejected this offer, and clarified that he refuses to travel and meet with the high official. Furthermore, he also rejected the suggestion to issue his daughter a German passport (her mother is German), which would enable her to accompany him to Jerusalem.

    Mr. Maraghy clarified that he conducts an “ideological” struggle, and therefore he would continue with his hunger strike.

    The embassy regrets deeply that despite of all the solutions that were continuously offered to Mr. Maraghy to promptly resolve his situation,situation, he insists on maintaining his political demonstration in front of the embassy.
    FYI,
    Yinam Cohen
    Pressesprecher

  • 31.08.2010 23:08 Uhr

    von Carl-Wolfgang Holzapfel:

    Es wird ernst.Firas Maraghy hungert seit 36 Tagen für sein international garantiertes humanitäres Recht, jederzeit mit seiner Familie in seine Heimatstadt Jerusalem rückkehren zu können. Sein Leben ist ernsthaft bedroht. Ein Menschenleben droht an politischen Regularien zu zerbrechen - und eine Stadt schaut zu.
    Wir können die weltpolitischen Verknotungen im Nahen Osten sicherlich nicht unter einem Straßenbaum in Berlin lösen, das weiß Maraghy, das wissen seine Unterstützer. Aber wir dürfen die Einhaltung elementarer Menschenrechte einfordern, auch von Israel.
    Es ist enttäuschend, wenn ein Staat, dessen Existenz auf einen beispiellosen Völkermord und auf eine rassistisch begründte Verfolgung zurückgeht, wenn ein solcher Staat sich hinter wenig einleuchtenden bürokratischen Floskeln zurückzieht,
    statt sich an die erste Stelle in der Welt für die Realisierung von Menschenrechten einzusetzen.

  • 12.08.2010 09:59 Uhr

    von Neville:

    Ich verstehe die künstliche Aufregung hier nicht. Herr Maraghy will Papiere für sich und seine Tochter? Dann muss er nach Jerusalem, denn dort ist er ja offensichtlich gemeldet. Man muss zu dem Ort sich begeben, dessen Standesamt für einen zuständig ist.
    Dieses Verfahren ist überall auf der Welt üblich, aber wenn Israel dies von einem seiner Bürger verlangt, ist dies plötzlich "ethnische Säuberung".
    Es zeigt sich, dass dieser Fall nichts mit einem angeblichen - in diesem Fall nicht existierenden - Menschenrecht zu tun hat (er bekäme ja in Jerusalem seine Dokumente), sondern mit reinem Israel-Bashing und das ist nichts anderes als der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts.

  • 11.08.2010 14:30 Uhr

    von ugly in red:

    Liest man den Kommentar von "pretty in pink" versteht man die Welt nicht mehr: Es gibt Leute, die die Willkür der israelischen Regierung nicht wahrnehmen wollen: es geht doch nicht darum, ob das Kind ein Anrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft hat oder nicht - per Geburt ist das Kind Zweistaatler. Warum warnt "sie" vor einem Präzedenzfall, den die Israelis zurecht verhindern wollen, und empfiehlt die pragmatische Lösung der Einreise? Die israelischen Behörden verhalten sich völkerrechtswidrig und willkürlich gegenüber arabischen Israelis und arabischen Staatenlosen. Der Rückschluss liegt nahe, dass das Handeln zur aktuellen Politik der "ethnischen Säuberung" und "Judaisierung" Ostjerusalems passt. Ost-Jerusalem wurde völkerrechtswidrig - in einem Krieg! - annektiert. Eine Geburtenregistrierung ist das gute Recht des Kindes, im Ausland ist eine Botschaft grundsätzlich auch für Geburtenregistrierung zuständig, sie kann nicht verlangen, dass der Bürger jedes Mal einreist. Für einen jüdischen Israeli eine Selbstverständlichkeit. Es geht doch nicht um eine praktische Lösung - reisen Sie doch als Deutscher ein! -, sondern um die Verweigerung der Grundrechte für einen Palästinenser aus Jerusalem! Zusätzlich darf ein Staat, der sich gern als "einzige Demokratie im Nahen Osten" bezeichnet, nicht einfach einem Bewohner der Stadt Jerusalem sein "Aufenthaltsrecht" wegnehmen. Außerdem scheint "pretty in pink" wenig über die Einreiseverhinderungspolitik zu wissen: arabischstämmigen sprich geborenen Palästinensern, die die deutsche Staatsangehörigkeit oder andere Staatsangehörigkeiten angenommen haben, wurde immer wieder die Einreise nach Jerusalem, ins Westjordanland und nach Gaza verweigert.

  • 11.08.2010 12:53 Uhr

    von Chayal:

    An der Darstellung des Mannes stimmt Einiges nicht.

    1.) Wurden die Einwohner Ostjerusalems nach 67 gefragt, ob sie israelische Staatsbürger werden wollten, sie haben abgelehnt und den jordanischen Pass behalten, warum?

    2.) Ist Silvan kein ursprünglich arabischer Ort, der Name ist schon in der Bibel als Schiloach bekannt.

    3.) Er lehnt wahrscheinlich die deutsche Staatsbürgerschaft aus dem gleichen Grunde ab, wie er die israelische abgelehnt hat.

    Warum muss er seine Angelegenheiten hier in Deutschland austragen, das ist wieder einmal typische palarabische Propaganda, sorry, ist so.

  • 11.08.2010 12:31 Uhr

    von Helge Löw:

    Der Artikel ist sehr gut recherchiert und geschrieben.
    Mit er kleinen Berichtigung: Die Familie von Firas Maraghy lebt nicht seit Jahrzehnten sondern seit Jahrhunderten in Ostjerusalem.Es ist ihre angestammte Heimat. (Silwan liegt innerhalb der von der Israelischen Regierung festgelegten Stadtgrenze von Jerusalem.)
    Zu dem Einwand von Pretty in Pink: Es geht ja nicht darum, ob augenblicklich oder in der überschaubaren Zukunft Deutschen die Einreise verweigert wird, sondern darum daß ein Inhaber eines deutschen Passes kein Einheimischer ist und deshalb theoretisch auch zurückgewisen werden kann. Firas ist in Jerusalem zu Hause, und er fordert, daß dies in seinen Papieren sichtbar wird.

  • 11.08.2010 11:34 Uhr

    von back in black:

    der bericht gehört meiner meinung nach in die überregionale taz-ausgabe. maraghy ist einer von vielen palästinensern, die in israel als persona non grata in duldung drangsaliert werden.

    nähme er die deutsche staatsbürgerschaft an, kann er davon ausgehen in israel zuerst als staatenloser palästinenser behandelt zu werden. ansonsten: die chance mit einer außerisraelischen staatsbürgerschaft dauerhaft in israel leben zu können, sind für einen palästinenser gleich null.

    kein zweifel und völlig richtig:
    das ist ethnische säuberung light!

  • 11.08.2010 10:57 Uhr

    von end.the.occupation:

    Komisch, was man alles missverstehen kann:

    a. Infrage steht nicht die Einreise der Familie Maraghy, sondern die Frage der Niederlassung.
    Herr Maraghy ist gebürtig in Jerusalem, der isr. Staat verweigert ihm jedoch unter Verletzung der UN-Menschenrechtscharta, sich mit seiner Familie in seiner Heimatstadt niederzulassen.
    Der Präzedenzfall den Sie 'fürchten' entspricht dem - was man von einem Rechtsstaat erwarten darf.

    b. Die Staatenlosigkeit von ca. 200.000 Palästinensern ist nicht 'ein' Problem, sondern ein von Israel durch die illegale Annektion Ost-Jerusalems vorsätzlich geschaffenes Problem. Die Staatenlosigkeit ist dabei Teil der von Israel betriebenen legalistischen Form der Suberung. Israel will auch keinen Frieden - sondern das Land - ohne dessen nicht-jüdische Bewohner.

    c. Maraghy wird es in Jerusalem genausowenig wie in Berlin gelingen, für seine Familie Niederlassungspapiere zu erhalten, da die Vertreibung von Pal. - sorry wenn ich mich wiederhole - offizielle israelische Politik ist. In allen Städten Israels übrigens, in denen es nennenswerte pal. Gemeinden gibt - also z.B. auch in Akka. Ganz zu schweigen vom Negev.
    Das können Sie vielleicht nicht wissen, deswegen sollten Sie sich vielleicht einfach mal mit einm Palästinenser unterhalten.
    Oder - meinen Sie allen Ernstes Maraghy würde einen Hungerstreik vor der isr. Botschaft antreten, wenn er irgendeine Chance hätte, die Papiere in Jerusalem zu bekommen?

    Siehe auch:
    http://www.alsharq.de/2010/08/der-fall-firas-maraghy-hungerstreik-fur.html

  • 11.08.2010 09:31 Uhr

    von Pretty in Pink:

    "Mit einem deutschen Pass könne seiner Tochter jederzeit die Einreise nach Israel verweigert werden."

    -Na, das ist ganz offensichtlich unwahr. Jedes Jahr reisen tausende Deutsche nach Israel. Ich habe noch nie davon gehört, dass einem von ihnen die Einreise verweigert wurde, nur weil er Deutscher ist. Im Übrigen verstehe ich nicht, wie er allen Ernstes einen deutschen Pass für seine Tochter ablehnen kann und stattdessen einen quasi staatenlosen "Ausweis" für Ostjerusalem vorzieht.

    Grundsäzlich ist der ungeklärte Status der Bewohner Ostjerusalems natürlich ein Problem. Ich nehme an, das wird sich erst im Rahmen eines möglichen Friedensabkommens ändern, denn letztlich ist die Entscheidung eine politische. Daher wird sicherlich der Hungerstreik von Herrn Maraghy sinnlos sein, befürchte ich, denn es würde ein Präzendenfall geschaffen, wenn man seinen Forderungen nachgibt.

    Was ich nicht verstehe: Wenn er sowieso in Jerusalem leben möchte, kann er doch dahin zurückkehren. Seine Frau und Tochter können als Touristen ebenfalls erstmal einreisen. Dann kann er sie vor Ort doch auch eintragen lassen. Sowie ich verstanden habe, können sie eingetragen werden, wenn sie auch in Jerusalem mit ihm wohnen. Nur eben nicht, wenn sie im Ausland sind.

  • 11.08.2010 01:43 Uhr

    von Langweilig:

    Langweilig

  • 10.08.2010 19:40 Uhr

    von Gerhard Lange:


    In diesem Zusammenhang möchte ich auf folgende
    Petition hinweisen:

    Firas-Maraghy-Petition-Israeli-Ambassador

    http://www.ipetitions.com/petition/firas-maraghy-petition-israeli-ambassador/

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