• 13.07.2010

Heiße Reise im ICE

Heiß, heiß, Baby

Auch die Chefredakteurin der taz saß auf dem Weg zu einer Tagung in einem Hitzezug. Und überlegte, wie eine Notgeburt mit der Nagelschere zu bewerkstelligen sei.von Ines Pohl

  • 13.07.2010 12:24 Uhr

    von hitzefrei:

    Ich fahre März 2x die Woche im EC zwischen Dresden und Berlin hin und her. Was ich in dieser Zeit an kuriosen Pannen erlebt habe, spottet jeder Beschreibung.

    Nicht nur, dass dieser EC (der Abends immer aus Ungarn kommt) meistens pünktlich in Dresden ankommt und dann auf der Route nach Berlin regelmäßig Verspätungen zwischen 15 und 30min einfährt.

    Kürzlich war ein Stellwerk in Brandenburg kaputt. Da musste wohl jemand mit einem Bollerwagen ein Notstromaggregat aus seiner Scheune ranschaffen, wenn ich die Zugbegleiterin richtig verstanden habe ("Der Mitarbeiter setzt sich jetzt in Bewegung...").

    1-2 Wochen später dann der nächste Witz: die Lok war kaputt. Sie hatte also irgendeine Macke und durfte aus dem Grund nicht durch den Tunnel nach Berlin Südkreuz rein. Umleitung über Schönefeld.

    Die Situation runter nach DD in von Schülergruppen überfüllten Zügen, bei denen mehrfach reservierte Plätze doppelt vergeben bzw. nicht gekennzeichnet waren ist hier nur ne weitere Episode.

    Da hat die Bahn dann einen zusätzlichen Hänger angebaumelt, vorne dran. Offenbar werden die alten, verdreckten Interregio-Wagen dann gleich in Dresden verschrottet, oder an die Tschechen verschenkt - keine Ahnung, aus welchem Schuppen die Bahn die geholt hat.

    Der Klima-Anlagen Kollaps und - das ist der eigentliche Skandal - die Unfähigkeit der Zugbegleiter sind hier nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. Die Bahn ist ein Mords-Trumm von Unternehmen, mit langen Leitungen und einer ineffizienten Bürokratie. Es wird sich nichts ändern, da können sie noch so viele neue Bahnchefs einsetzen.

    Die Entschädigung können sie sich klemmen. Dann anstelle der ICE-3 Röhren (in denen man auch bei funktionierender Klima Beklemmungsgefühle bekommt) bitte lieber die alten, bequemen Reichsbahn-Waggons nehmen, mit denen wir damals in den Urlaub geschaukelt sind. Da konnte man wenigstens die Fenster öffnen...

    @ Ines Pohl: unsympathischer Artikel

  • 13.07.2010 11:32 Uhr

    von van daale:

    "die klimaanlage ist wegen der hohen temperaturen ausgefallen." - und mein toaster ist kaputt weil ich brot in ihn reingesteckt habe und mein rasierer verträgt keine barthaare.

  • 13.07.2010 10:23 Uhr

    von Dr. Nennen:

    Es ist in der Tat so, daß jeder Wagen eine eigene Klimaanlage hat, sollte eine ausfallen, bleibt durchaus die Möglichkeit, weiter zu wandern, - gut, da mag es dann voll sein. Seltsam, daß sich Fahrgäste auch dann stur an die Richtlinien halten und sich selbst dann noch als Beförderungsfall betrachten, wenn es richtig heiß wird. Das habe ich heute noch gesehen, als ich nach
    8 Stunden Bahnfahrt (4 plus 3) wegen des Unwetters einen solchen ICE-Wagen bestieg und natürlich sofort umgekehrt bin.
    Allerdings: Die Technik ist längst keine "deutsche Wertarbeit" mehr, der ICE ist billig, "kostengünstig" wie eine BP-Bohrstelle, die Technik ist unter Niveau. Das kann man aber auch den Ingenieure nicht zum Vorwurf machen, es ist eben alles eine Frage der "Unternehmenskultur".
    Wer ständig durch Sitzungen durch Verhandlungen über das Schicksal der eigenen Abteilung vom ernsthaften Arbeiten abgehalten wird, kriegt eben keine gute Technik mehr hin. Siehe BP,
    wer hatte das Sagen? Techniker ganz gewiß nicht, Ökonomen!
    Aber man möchte es eben so, weil ein Staatsunternehmen Bahn angeblich sehr viel schlechter wäre, die Preise höher, die Zugverspätungen ex orbitant, ja und erst die Klimaanlagen und die ungeprüften Radreifen! Wenn man bedenkt, wie teuer das alles erst gekommen wäre, wenn man alles beim Alten belassen haben würde! Man sollte die Neo-Liberalismus-Schwätzer haftbar machen für das, was sie im Lande angerichtet haben!
    Ich pädiere für eine Politik-Steuer, die würde alle Haushaltsdefizite kompensieren, dann würden endlich einmal diejenigen bezahlen, die sich immerzu in Angelegenheiten mischen, von denen sie keine Ahnung haben, Bahnreform, Rechtschreibreform, Studienreform.
    Aber der Wähler ist auch nur wie ein Fahrgast, auch der Wähler ist nur ein Beförderungsfall.
    Schade um die Kultur der Bahn, die mal was wirklich Gutes war, schade um die, die zu arbeiten versuchen, die gut zu arbeiten versuchen, die man aber nicht läßt, weil die nächste Kienbaum-Umstrukturierung ansteht. Das Leben wird zum Beförderungsfall, vor allem unter den Bedingungen der repräsentanten Demokratie.

  • 13.07.2010 10:08 Uhr

    von Foska:

    Ich hätte die Notbremse gezogen.

  • 13.07.2010 09:45 Uhr

    von Sunny:

    Hallo, Erde an Mars. Man kann nicht alles haben. Funktionierende Technik, zufriedene Passagiere, dicke Profite. Deswegen üben auch die Mars-Missionen Verzicht.

  • 13.07.2010 09:43 Uhr

    von gerd:

    Ich frage mich, warum niemand in dieser Situation die Notbremse betätigt hat?

  • 13.07.2010 07:52 Uhr

    von Hoast:

    Jetzt mal ehrlich! Wie belanglos!

  • 13.07.2010 07:36 Uhr

    von tystie:

    "Schon bei Temperaturen über 28°C beträgt der Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit bei der Arbeit im Freien bereits 25%. Bei 35°C kann man schon mit 50% Leistungsabfall rechnen. Beeinträchtigt sind bei diesen hohen Temperaturen vor allem die Reaktionsgeschwindigkeit, Denkvermögen und die Koordinationsfähigkeit." [http://www.vnr.de/b2b/personal/arbeitsschutz/arbeit-im-freien-hitze.html]
    Wozu, bitte schön, soll bei einer Frühgeburt eine Nagelschere dienen???

  • 13.07.2010 00:54 Uhr

    von Dr. Nennen:

    Es ist in der Tat so, daß jeder Wagen eine eigene Klimaanlage hat, sollte eine ausfallen, bleibt durchaus die Möglichkeit, weiter zu wandern, - gut, da mag es dann voll sein. Seltsam, daß sich Fahrgäste auch dann stur an die Richtlinien halten und sich selbst dann noch als Beförderungsfall betrachten, wenn es richtig heiß wird. Das habe ich heute noch gesehen, als ich nach
    8 Stunden Bahnfahrt (4 plus 3) wegen des Unwetters einen solchen ICE-Wagen bestieg und natürlich sofort umgekehrt bin.
    Allerdings: Die Technik ist längst keine "deutsche Wertarbeit" mehr, der ICE ist billig, "kostengünstig" wie eine BP-Bohrstelle, die Technik ist unter Niveau. Das kann man aber auch den Ingenieure nicht zum Vorwurf machen, es ist eben alles eine Frage der "Unternehmenskultur".
    Wer ständig durch Sitzungen durch Verhandlungen über das Schicksal der eigenen Abteilung vom ernsthaften Arbeiten abgehalten wird, kriegt eben keine gute Technik mehr hin. Siehe BP,
    wer hatte das Sagen? Techniker ganz gewiß nicht, Ökonomen!
    Aber man möchte es eben so, weil ein Staatsunternehmen Bahn angeblich sehr viel schlechter wäre, die Preise höher, die Zugverspätungen ex orbitant, ja und erst die Klimaanlagen und die ungeprüften Radreifen! Wenn man bedenkt, wie teuer das alles erst gekommen wäre, wenn man alles beim Alten belassen haben würde! Man sollte die Neo-Liberalismus-Schwätzer haftbar machen für das, was sie im Lande angerichtet haben!
    Ich pädiere für eine Politik-Steuer, die würde alle Haushaltsdefizite kompensieren, dann würden endlich einmal diejenigen bezahlen, die sich immerzu in Angelegenheiten mischen, von denen sie keine Ahnung haben, Bahnreform, Rechtschreibreform, Studienreform.
    Aber der Wähler ist auch nur wie ein Fahrgast, auch der Wähler ist nur ein Beförderungsfall.
    Schade um die Kultur der Bahn, die mal was wirklich Gutes war, schade um die, die zu arbeiten versuchen, die gut zu arbeiten versuchen, die man aber nicht läßt, weil die nächste Kienbaum-Umstrukturierung ansteht. Das Leben wird zum Beförderungsfall, vor allem unter den Bedingungen der repräsentanten Demokratie.

  • 12.07.2010 23:13 Uhr

    von mike:

    "Verwandert in einem Geröllfeld auf Korsika."

    Die Probleme der Wohlstandsgesellschaft. Auweia.

  • 12.07.2010 22:20 Uhr

    von Guido:

    Schade dass solche Desaster erst passiert sind, wenn sie in der Zeitung stehen...

  • 12.07.2010 20:40 Uhr

    von Simon:

    Solche Artikel lese ich immer sehr gerne. Nicht zwangsweise objektiv, ist mir aber auch ganz egal. Die Sache kommt authentisch rüber und man kann sich vorstellen, wie es wäre wenn man mit Frau Pohl und den anderen in dem Zug sitzen würde. Das ist sicher nicht ohne gewesen. Mir haut's ja derzeit schon den Vogel raus, wenn ich hier in meinem 1-Zimmer Studentenapartment bei 30°C sitze und auf meine Klausuren lernen muss. aber bei 40 oder gar 50? Ich würde tot umfallen!

  • 12.07.2010 20:25 Uhr

    von Bundesbahn:

    Das kommt alles von der Privatisierung! Stichwort Radreifen...
    Geld sparen, Leute ver...schen, zu spät kommen, Hauptsache Eigennutz der Kapitaleigner statt Bürgersinn. Die SPD muss sich auch hierfür entschuldigen.

  • 12.07.2010 20:23 Uhr

    von Peter Bitterli:

    Sonst keine Ahnung von der grossen und kleinen Politik; lebt von Scheuklappen und Ideologien statt Offenheit und Empathie für die andere Meinung. Und nun erlebt die Frau mal was! Schon doll!!

  • 12.07.2010 20:06 Uhr

    von NeuerBahnChef:

    Die Bahn ist ein Saftladen. Wenn man Abenteuer sucht, dann die Bahn. Schmeißt restlos alle Manager aus der Bahn und ersetzt sie durch Mitarbeiter, die noch Herz haben. Danach läuft der Laden wieder. Die Politik ist an diesem Zustand zu 99 Prozent schuldig. Ersetzt diese Politiker durch andere.

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