• 31.12.2008

Heinrich Pommerenke ist tot

Der Mörder, der niemals frei kam

Ende der 50er hat Heinrich Pommerenke mehrere Frauen vergewaltigt und ermordet. Fast 50 Jahre saß das "Ungeheuer vom Schwarzwald" in Haft. Dort ist er am Samstag gestorben.von Frauke Böger

  • 10.01.2009 21:32 Uhr

    von tut.nix.zur.sache.:

    Strafe dient zunächst nicht der Resozialisierung sondern dem erhalt der staatlichen Ordnung.
    Wenn das Ziel Resozialisierung wäre, würden die Gefängnisse nicht so aussehen und aufgebaut sein wie sie es sind. Vom Wegsperren verändert sich ja wohl nicht viel zum Guten.
    Deswegen ist das System GEfängnis zu kritisieren (der Glaube es diene der Resozialisierung ist ja leider weit verbreitet).
    Im Falle von Sexualstraftätern finde ich es am leichtesten zu sagen "die dürfen nicht mehr raus". Ich sehe auch die Notwendigkeit andere Menschen vor diesen zu schützen. Aber dass jemand 50 Jahre lang eingesperrt war ist, auch wenn wir zu schützen waren, irgendwo traurig.

  • 10.01.2009 08:42 Uhr

    von pandora:

    "Und ich frage mich auch ganz ehrlich ob in so einem Fall die Todesstrafe nicht menschlicher als ein so lange Haftstrafe aussieht."

    Warum sollte jemand wie er, der sich sogar an Leichen vergeht, noch "menschlicher" behandelt werden?

  • 02.01.2009 20:45 Uhr

    von skaninchen:

    50 Jahre lang im Knast. So eine lange Zeit kann ich mir gar nicht vorstellen. Was macht man so lange? Ich will damit nicht sagen dass ich es gut heisse wenn diese zu einer zweiten chance freigelassen werden noch dass sie 50 Jahre im Knast sind. Aber das was ich mich beim lesen gefragt habe: Ich wuerde glaube ich in der gleichen Position, also ohne Perspektive nochmal freie Luft zu schnappen, Selbstmord begehen. Und ich frage mich auch ganz ehrlich ob in so einem Fall die Todesstrafe nicht menschlicher als ein so lange Haftstrafe aussieht. Ich weiss nicht wie der Haftalttag aussieht, aber das stelle ich mir so zimlich das schlimmste vor was es gibt.

    Naja er hats hinter sich.

  • 01.01.2009 13:48 Uhr

    von Lukas:

    Kann mich meinem Vorredner nur anschliessen. Die Idee dass Bestrafung nur der resozialisierung dient, und jeder Täter eine 2. Chance verdient ist nicht für alle straffälligen anwendbar. Die Gemeinschaft muss sich vor bestimmten Tätern schützen, in dem diese unschädlich gemacht werden. Wer in einem so großen maße die Rechte anderer verletzt wie ein mehrfacher sexualstraftäter oder auch ein jugendlicher intensivtäter, der muss bis zum Ende seiner Tage eingesperrt werden

  • 31.12.2008 10:46 Uhr

    von spital8katz:

    Pommerenke war eben "nur" ein Sexualmörder, der seine Taten nicht "politisch" verbrämt hat.

    Und in seinem Alter sicher noch hoch gefährlich...

  • 30.12.2008 18:36 Uhr

    von Jengre:

    Der Arme, keine Chance gekriegt, sich zu bewähren oder eben noch einmal zu vergewaltigen, zu morden. Oder was ist gemeint? Ein Fünftel selbst der therapierten Vergewaltiger wird rückfällig, und wenn wir hundert Täter entlassen, dann werden zwanzig Frauen oder Kinder vergewaltigt werden. Nicht vielleicht, sondern definitiv. Die Gesellschaft akzeptiert Restrisiken, zum Beispiel im Straßen- oder Flugverkehr. Aber wer würde in ein Auto oder Flugzeug steigen, wenn die Wahrscheinlichkeit, nicht heil anzukommen, bei zwanzig Prozent liegt? Jede fünfte Fahrt, jeder fünfte Flug ein Unfall mit schwersten Folgen? (Dazu: wenn ein leichtsinniger junger Mann zu schnell in eine Kurve fährt, sind die Folgen, ob Tod oder Querschnittslähmung, oft irreversibel: es gibt Fehler, die keine zweite Chance zulassen.) Und wir wissen nicht einmal, wie aussagekräftig die Statistiken sind. Man kann nicht beweisen, daß ein Sexualstraftäter nicht rückfällig gewerden ist, man kann nur wissen, daß er nicht aktenkundig rückfällig geworden ist. Vielleicht hat er sich auch nur nicht noch einmal erwischen lassen.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder