Die Freien Wähler lassen durch das Nicht-Mitglied Hans-Olaf Henkel ihre Politik dominieren. Gewählt werden kann er nicht, denn noch ist sein Mitgliedsantrag nicht eingegangen. von Anja Maier

Macht Wahlkampf für die Freien Wähler: Sympathisant und Nicht-Mitglied Hans-Olaf Henkel. Bild: dpa
BERLIN taz | Nein, ein Mandat strebe er nicht an, sagt Hans-Olaf Henkel dem Journalisten der Stuttgarter Zeitung. Am Wochenende tourte der Ex-BDI-Chef durch Schleswig-Holstein, um für die Freien Wähler zu trommeln.
In Kiel, wo in knapp drei Monaten ein neuer Landtag gewählt wird, könnten die Freien Wähler mit seiner, Henkels, Ideologie vom neuen Euro-Konservativismus in einem in Arm und Reich geteilten "Europa der Vaterländer" am rechten Rand Stimmen fischen.
Herrn Henkel selbst werden die Schleswig-Holsteiner nicht wählen können. Denn der ist nicht einmal Mitglied der Freien Wähler, und "nur Mitglieder können gewählt werden", sagt Cordula Breitenfellner. Die Bundesgeschäftsführerin findet es nicht weiter verwunderlich, dass nun das berühmte "Fördermitglied" Henkel programmatisch den Ton vorgibt.
"Er bekennt sich und will uns bundesweit unterstützen", sagt sie. Dafür ist sie Henkel, 71, dankbar. Außerdem: "Er hat ja gesagt, er stellt einen Mitgliedsantrag".
Vor zwei Monaten, am 19. Dezember, war Hans-Olaf Henkel in dieser Sache schon mal konkreter. Da trat er mit dem Bundesvorsitzenden der Freien Wähler vor die Hauptstadtpresse und verkündete, tags zuvor seinen Mitgliedsantrag abgegeben zu haben.
Ob das Formular verloren gegangen ist oder nicht ausgefüllt war, bleibt im Dunkeln. Cordula Breitenfellner jedenfalls sagt, Herr Henkel "würde aufgenommen werden - aber das würde jeder". Vorausgesetzt, er oder sie stellt einen Antrag.
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Leserkommentare
15.02.2012 00:57 | Herbert L.
Was redet diese Frau Breitenfellner da?! ...