Mit Hilfe privater Vermittler sollen Menschen wieder in Jobs kommen. Doch für die Hälfte endet der Ausflug in die Arbeitswelt schon nach einem halben Jahr.von EVA VÖLPEL
Der Durchschnittsbetrag für eine erfolgreiche Vermittlung betrug 2007 1468 Euro Die BA rechnet dagegen mit einem Aufwand von mindestens 5268 Euro proVermittlung
346.091 x 1.468 = 508.061.588
346091 x 5268 = 1.823.207.388
Einsparung durch VGS =1.315.145.800 Euro jährlich
Noch Fragen?????
Wer als Privater Arbeitsvermittler ausschließlich auf Bewerber mit VGS setzt und meint damit langfristig seinen Leben bestreiten zu können, der sollte sich bewusst sein, dass er dazu mindestens 50 Vermittlungen im Jahr machen muss.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle VGS mit 2000,- abgerechnet werden sondern mit 1000,- (1. Rate)
Dazu kommt noch,dass einige durch BA / ARGEN nicht abgerechnet werden. Dazu kommt die Einkommens- Umsatz und Gewerbesteuer und natürlich die laufenden Kosten.
Beispielrechnung???
50 x 2000 = 100.000 da nicht alle mit 2000 gerechnet werden können zähle ich mal 20 davon nur mit 1000
bleiben 80.000
Steuerlast (alles zusammen 38 % = 30.400 bleiben noch49.600
davon die laufenden Kosten runter Miete, Tel, Personal Fahrkosten ich rechne da mal mit 60 %
bleiben noch 19.840
Das wäre quasi dann das Bruttoeinkommen also ca.
1.653 netto
nur damit jedem mal klar wird auf was er sich da eingelassen hat, wenn er das Hauptberuflich macht. 1.650 Netto !!!! Klasse !! aber dafür darf man sich ja auch Unternehmer nennen.
Wenn ich nur auf die VGS angewiesen wäre, wäre ich schon längst verhungert.
02.07.2011 08:41 Uhr
von Norbert Marconi:
Wer kennt es nicht? Da ist jemand im öffentlichen Dienst angestellt und soll nun erfolgsorientiert Menschen an Arbeitgeber vermitteln. Da sagt mir schon mein Bauch, dass das nicht (immer) so richtig gut klappen kann. Und wenn dann noch die Sanktionsmacht dieses Menschen dazukommt, die pprivate Vermittler nicht haben, dann sagt mir mein Bauch noch mehr...
Die von den Arbeitsagenturen und Jobcentern direkt vermittelten Menschen, die hier zum Vergleich herangezogen werden können, sind eher kürzer in Arbeit. Sicher ist: Durch den Vermittlungsgutschein werden diese früher in Arbeit vermittelt. Darüber hinaus heißt es hier ja nur, dass die Rate nach 6 Monaten nicht eingelöst wurde. Dabei gibt es im Gegensatz zur Auffassung der Arbeitsagentur (dem Konkurrenten!!!) einen großen Teil, die einfach gewechselt sind - in bessere oder andere Anstellung. Der Vermittler erhält keinen Cent dafür... Übrigens: Wenn der Job unter 6 Wochen dauert, erhält der private Vermittler überhaupt keine Vergütung... Und wenn man möchte, dass die Zeitarbeit nicht genutzt wird, dann kann man diese ja ausschließen oder gleich ganz verbieten. Besser ist hier wohl eher, dass der Mindestlohn auch in dieser Branche, am besten überall in Kraft tritt... Ich habe das Gefühl, dass den staatlichen Institutionen naiv vertraut wird. Dabei ist es hier eindeutig: - Ein Vermittlungsgutschein wird erst nach Wartezeit ausgestellt. Die staatlichen Vermittler haben also keinen Erfolg gehabt. - Eine Vermittlung über den Gutschein kostet netto höchstens 1700 Euro, im staatlichen Bereich ein Vielfaches davon (eher das 4-5fache...). - Eine Vermittlung durch den Gutschein basiert auf Freiwilligkeit, denn die beste Alternative wird der arbeitsuchende Mensch nutzen oder weiter arbeitslos bleiben. Aber das typisch deutsche Gefühl bleibt: Der Staat macht das schon (besser)... Ich fahr dann mal wieder S-Bahn, träume von der alten Telekom, Berliner Bankgesellschaft,...
01.07.2011 11:56 Uhr
von Juergen K.:
Vermittlungsgutschein ?
Das ist ein Renditefaktor, der eingerechnet wird wie Zinssatz oder Abschreibung.
01.07.2011 11:36 Uhr
von Oli:
Ursula von der Leyen will Arbeitslose nicht gezielter, sondern seltern, sprich kostengünstiger fördern. Auf lange Sicht wird sich das rächen, weil die Qualifikationsdefizite der Leute bestehen bleiben und vielerorts gar keine vernünftigen Angebote für Arbeitslose bereit stehen.
Der 1-EURO-Job und Trainings sind praktisch auf ganzer Linie gescheitert. Da ist nach IAB-Logik der private Vermittler wirklich nur eine Randnotiz, aber was für eine. Der Staat schafft eben die Vermittlung selber nicht, deswegen müssen private Vermittler die Zeit- und Leiharbeit gegen Honorar bestücken. Das ist in der Tat überflüssig und inhuman, zumal am Ende fast nie was Gutes dabei rauskommt.
01.07.2011 11:11 Uhr
von Mac-Lennox:
Wozu benötigt man ein Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung(IAB), wenn dieses tatsächlich so schnell arbeitet, dass man im Jahr 2011 mit Daten aus den Jahren 2003 bis 2005 argumentiert?
01.07.2011 10:30 Uhr
von tomasius:
Ach Frau Zimmermann, was soll diese populistische Propaganda über den Vermittlungsgutschein?! Die Eingliederungsquote von über 52 % ist doch Klasse! Gucken Sie sich doch mal die Quoten anderer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen an, Frau Zimmermann. Da kommen Sie auf einen Durchschnitt von SAGE UND SCHREIBE 27 %! Und alle diese Maßnahmen kosten mehr, denn nur der Vermittlungsgutschein wird auf Erfolgsbasis ausgezahlt. Als selbsternannte Retterin der Arbeiterklasse müßte eigentlich die PDS die Verbesserung des Instrumentes Vermittlungsgutschein fordern. Macht sie komischerweise nicht, sie nennt auch nicht die andere wichtige Zahl, nämlich dass über 55 % der Vermittlungen mit Vermittlungsgutschein Langzeitarbeitslose aus Hartz-4 geholt hat!!! *Daumen runter, Frau Zimmermann!*
01.07.2011 08:08 Uhr
von Uwe Real:
Das Arbeitsverhältniss eines Geringverdiener scheitert hauptsächlich an seiner geringen Entlohnung.Die Motivationsanreize sind naturgemäß gering. Dazu kommt, dass eine geringe Wertschätzung des Arbeitnehmers zu Spannungen und hohem Konfliktpotenzial führt, dass oft genug nur durch Kündigung gelößt werden kann.Die geringe Wertschätzung findet extrem im Leiharbeiterverhältniss statt, weil der Leiharbeiter immer für zu minderwertig zur Festanstellung im Betrieb gehalten wird. Das ist nicht abhängig von seiner Arbeitsleistung. Desweiteren stellt er für Festangestellte immer ein Arbeitsplatzrisiko dar. Es ist unglaublich, warum sich Kunden von Leiharbeitsfirmen nicht mehr selbst dem ordentlichen Personalmanagement stellen wollen und es diesen skrupellosen Sklavenhändlern überlassen.Da ist doch der befristete Arbeitsvertrag noch wenigstens ein Kompromiss, wenn auch ein schlechter. Sie tragen die Hauptschuld an der Entmenschlichung der Arbeitswelt. Die Leiharbeitsfirmen und die JOB-center sind dabei ihre Zuträger. Das Problem ist nur mit dem Mindestlohn über 10 €/h in den Griff zu kriegen. Bis dahin kann man da jedem raten, solchen Angeboten fern zu bleiben.
Das ist ein Aufruf zum Boykot !!!
01.07.2011 07:19 Uhr
von W. Wacker:
Kritisieren und Missstände aufzeigen ist leicht. Wo aber ist die Alternative?
Ist die staatliche Agentur für Arbeit besser oder schlechter in ihren Vermittlungsbemühungen? Ist sie "teurer" oder "preiswerter"? Vermittelt sie aus der gleichen Arbeitslosengruppe mehr oder weniger in bessere oder schlechtere, kürzere oder längere Jobs?
Zu diesen offensichtlichen Fragen leider kein Wort in dem Artikel. Daher ist er von äußerst begrenztem Informationsgehalt. Schade.
01.07.2011 05:33 Uhr
von che:
Richtig ist das nicht: der Vermittlsgutschein kostet nur im Erfolsfall etwas. Da aber viele privat vermittelte Arbeitsverhaeltnisse nicht lange genug halten, wird oft nicht mal die erste Tranche bezahlt. In Zeitarbeit zu vermitteln, macht ueber den VGS keinen Sinn, da diese Arbeitsverhaeltnisse meistens kuerzer als 6 Monate andauern.
01.07.2011 02:49 Uhr
von Andreas F.:
Die privaten Arbeitsvermittler sind augenscheinlich nur eine erneute Stufe eines parasitären Transformationsprozesses - erneut wird Kapital aus dem Arbeitsprozeß abgesaugt und privatisiert. Auf den ersten Blick sind die Beträge pro Vermittlungsschein ja auch gar nicht so hoch, in der Summe ergibt sich ein schöner Betrag (ich glaube 80 Millionen pro Jahr) die dann natürlich auch von den vermittelten Leiharbeitern mittles Steuern refinanziert werden. Für den in die Fänge der Ämter geratenen Arbeitnehmer existiert der "freie Markt" natürlich nicht, der muss nehmen was er kriegen kann, Dequalifizierung inklusive und auch beabsichtigt, weil damit das Lohnniveau weiter gesenkt werden kann.
Das ist der logische Teil einer Gesamtstrategie die unter dem Getrommel inhaltsleerer Floskeln ("nachhaltiges Wachstum", "Internationale Wettbewerbsfähigkeit, "Exportweltmeister", "Wachstum XXL" usw.) spätestens mittelfristig weite Teile der Bevölkerung in Arbeit zu grausamen Bedingungen zwingt, entweder über verplichtende gemeinnützige Arbeit (für die Erwerbslosen) bei gleichzeitiger Verächtlichungmachung durch die Kampagnenschreiber, oder aber zur Maloche zu einem auf das elementare Überleben eingedampften Mindestlohn. Gut möglich, dass es dann auch gar keine Arbeitsämter mehr geben wird und der vermittelte Jobber die "Leistung" selbst bezahlen muss (die Option besteht schon jetzt, wer nicht aufpasst, fällt darauf herein), z.B. in drei Raten der ersten Löhne. Arbeitsplätze müssen dann GEKAUFT werden.
Auch die Erpressung Griechenlands ist in diesem Zusammenhang zusehen, hier wird ein Exempel statuiert und als Vorbild inszeniert, dass auch den deutschen Arbeitnehmer in Bedrängnis bringen wird (sofern er es nicht schon ist), wenn 2020 keine neuen Schulden mehr aufgenommen werden dürfen.
http://kabelbrand.wordpress.com/
30.06.2011 20:28 Uhr
von Hans:
Natürlich will Ursula von der Leyen dieses Instrument behalten: Es drückt Löhne, zwingt Arbeitslose in miese Beschäftigung und drückt damit genau die Unkultur von Hartz-IV aus. Ob und wie Private Vermittler von vornherein kaum nachvollziehbare und nachprüfbare Zielsetzungen in der Vermittlung hatten, erfährt man hier ja auch nicht.
Letztlich ist es simpel: Die Jobcenter können kaum richtig vermitteln, da müssen eben irgendwelche Aufschneider Vermittlungen aus der Privatwirtschaft ran, ob sie nun Erfolg haben oder nicht. Im Kontrast zu den Jobcentern werden sie wenigstens erfolgsabhängig bezahlt. Und das bedeutet: Die zweite Rate kommt selten zum Privatvermittler.
30.06.2011 19:30 Uhr
von der norden :
esist vielleicht nicht erheblich, aber jobcenter = SGB II = hartz IV. die arbeitsagenturen heissen auch so und gewähren leistungen nach dem SGB III also Arbeitslosengeld. interessant dürften sein wie die ergebnisse in den einzelnen rechtskreisen ist. interessant ist aber auch das im artikel dieses quer durcheinander geht.
30.06.2011 19:00 Uhr
von Kurt L.:
Einem Arbeitsvermittler kann ein Arbeitssuchender eine Arbeit vermitteln, arbeiten muss er selber.
Wenn der Arbeitssuchende lieber von ALU 2 leben will oder psychische Probleme hat eine Arbeit durchzustehen, liegt die Schuld nicht beim Arbeitsvermittler.
30.06.2011 18:59 Uhr
von Katal:
So, so, sind die Leute, die zu privaten Vermittlern geschickt werden, tatsächlich arbeitslos. Stellt sich nur die Frage, weshalb diese Menschen nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen und dies auch die Medien bei der jeweils aktuellen Wasserstandsjubelmeldung der Arbeitsagentur vergessen zu erwähnen.
30.06.2011 18:45 Uhr
von Thomas Fluhr:
Vermittlungsgutscheine nutzen nur dem Vermittler, der verdient meist doppelt durch diese Vergütung und seinem Anteil am erarbeiteten Lohn, auf jeden Fall mehr als der Arbeitnehmer und nach sechs Monaten kann er wieder einen Gutschein bei den Deppen der Arge einlösen. Hauptsache die Statistik sieht schön aus. Warum nimmt eigentlich die Arbeitsagentur nicht ihre Aufgabe wahr und bezahlt andere dafür, wahrscheinlich dient die Arbeitsagentur selbst nur zur Statistikverschönerung mit ihren 90.000 Abm-Stellen.
30.06.2011 18:44 Uhr
von Galeere:
In Rom gabs auch "Private", die "Arbeitswillige" an Galeeren "vermittelt" haben.
Leserkommentare
03.07.2011 12:01 Uhr
von Pans Peter:
Der Durchschnittsbetrag für eine erfolgreiche Vermittlung betrug 2007 1468 Euro
Die BA rechnet dagegen mit einem Aufwand von mindestens 5268 Euro proVermittlung
346.091 x 1.468 = 508.061.588
346091 x 5268 = 1.823.207.388
Einsparung durch VGS =1.315.145.800 Euro jährlich
Noch Fragen?????
Wer als Privater Arbeitsvermittler ausschließlich auf Bewerber mit VGS setzt und meint damit langfristig seinen Leben bestreiten zu können, der sollte sich bewusst sein, dass er dazu mindestens 50 Vermittlungen im Jahr machen muss.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle VGS mit 2000,- abgerechnet werden sondern mit 1000,- (1. Rate)
Dazu kommt noch,dass einige durch BA / ARGEN nicht abgerechnet werden.
Dazu kommt die Einkommens- Umsatz und Gewerbesteuer und natürlich die laufenden Kosten.
Beispielrechnung???
50 x 2000 = 100.000
da nicht alle mit 2000 gerechnet werden können zähle ich mal 20 davon nur mit 1000
bleiben 80.000
Steuerlast (alles zusammen 38 % = 30.400
bleiben noch49.600
davon die laufenden Kosten runter
Miete, Tel, Personal Fahrkosten
ich rechne da mal mit 60 %
bleiben noch 19.840
Das wäre quasi dann das Bruttoeinkommen also ca.
1.653 netto
nur damit jedem mal klar wird auf was er sich da eingelassen hat, wenn er das Hauptberuflich macht.
1.650 Netto !!!! Klasse !! aber dafür darf man sich ja auch Unternehmer nennen.
Wenn ich nur auf die VGS angewiesen wäre, wäre ich schon längst verhungert.
02.07.2011 08:41 Uhr
von Norbert Marconi:
Wer kennt es nicht? Da ist jemand im öffentlichen Dienst angestellt und soll nun erfolgsorientiert Menschen an Arbeitgeber vermitteln.
Da sagt mir schon mein Bauch, dass das nicht (immer) so richtig gut klappen kann.
Und wenn dann noch die Sanktionsmacht dieses Menschen dazukommt, die pprivate Vermittler nicht haben, dann sagt mir mein Bauch noch mehr...
Die von den Arbeitsagenturen und Jobcentern direkt vermittelten Menschen, die hier zum Vergleich herangezogen werden können, sind eher kürzer in Arbeit.
Sicher ist: Durch den Vermittlungsgutschein werden diese früher in Arbeit vermittelt.
Darüber hinaus heißt es hier ja nur, dass die Rate nach 6 Monaten nicht eingelöst wurde. Dabei gibt es im Gegensatz zur Auffassung der Arbeitsagentur (dem Konkurrenten!!!) einen großen Teil, die einfach gewechselt sind - in bessere oder andere Anstellung. Der Vermittler erhält keinen Cent dafür...
Übrigens: Wenn der Job unter 6 Wochen dauert, erhält der private Vermittler überhaupt keine Vergütung...
Und wenn man möchte, dass die Zeitarbeit nicht genutzt wird, dann kann man diese ja ausschließen oder gleich ganz verbieten. Besser ist hier wohl eher, dass der Mindestlohn auch in dieser Branche, am besten überall in Kraft tritt...
Ich habe das Gefühl, dass den staatlichen Institutionen naiv vertraut wird. Dabei ist es hier eindeutig:
- Ein Vermittlungsgutschein wird erst nach Wartezeit ausgestellt. Die staatlichen Vermittler haben also keinen Erfolg gehabt.
- Eine Vermittlung über den Gutschein kostet netto höchstens 1700 Euro, im staatlichen Bereich ein Vielfaches davon (eher das 4-5fache...).
- Eine Vermittlung durch den Gutschein basiert auf Freiwilligkeit, denn die beste Alternative wird der arbeitsuchende Mensch nutzen oder weiter arbeitslos bleiben.
Aber das typisch deutsche Gefühl bleibt: Der Staat macht das schon (besser)... Ich fahr dann mal wieder S-Bahn, träume von der alten Telekom, Berliner Bankgesellschaft,...
01.07.2011 11:56 Uhr
von Juergen K.:
Vermittlungsgutschein ?
Das ist ein Renditefaktor,
der eingerechnet wird wie Zinssatz oder Abschreibung.
01.07.2011 11:36 Uhr
von Oli:
Ursula von der Leyen will Arbeitslose nicht gezielter, sondern seltern, sprich kostengünstiger fördern. Auf lange Sicht wird sich das rächen, weil die Qualifikationsdefizite der Leute bestehen bleiben und vielerorts gar keine vernünftigen Angebote für Arbeitslose bereit stehen.
Der 1-EURO-Job und Trainings sind praktisch auf ganzer Linie gescheitert. Da ist nach IAB-Logik der private Vermittler wirklich nur eine Randnotiz, aber was für eine. Der Staat schafft eben die Vermittlung selber nicht, deswegen müssen private Vermittler die Zeit- und Leiharbeit gegen Honorar bestücken. Das ist in der Tat überflüssig und inhuman, zumal am Ende fast nie was Gutes dabei rauskommt.
01.07.2011 11:11 Uhr
von Mac-Lennox:
Wozu benötigt man ein Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung(IAB), wenn dieses tatsächlich so schnell arbeitet, dass man im Jahr 2011 mit Daten aus den Jahren 2003 bis 2005 argumentiert?
01.07.2011 10:30 Uhr
von tomasius:
Ach Frau Zimmermann, was soll diese populistische Propaganda über den Vermittlungsgutschein?! Die Eingliederungsquote von über 52 % ist doch Klasse! Gucken Sie sich doch mal die Quoten anderer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen an, Frau Zimmermann. Da kommen Sie auf einen Durchschnitt von SAGE UND SCHREIBE 27 %! Und alle diese Maßnahmen kosten mehr, denn nur der Vermittlungsgutschein wird auf Erfolgsbasis ausgezahlt. Als selbsternannte Retterin der Arbeiterklasse müßte eigentlich die PDS die Verbesserung des Instrumentes Vermittlungsgutschein fordern. Macht sie komischerweise nicht, sie nennt auch nicht die andere wichtige Zahl, nämlich dass über 55 % der Vermittlungen mit Vermittlungsgutschein Langzeitarbeitslose aus Hartz-4 geholt hat!!! *Daumen runter, Frau Zimmermann!*
01.07.2011 08:08 Uhr
von Uwe Real:
Das Arbeitsverhältniss eines Geringverdiener scheitert hauptsächlich an seiner geringen Entlohnung.Die Motivationsanreize sind naturgemäß gering. Dazu kommt, dass eine geringe Wertschätzung des Arbeitnehmers zu Spannungen und hohem Konfliktpotenzial führt, dass oft genug nur durch Kündigung gelößt werden kann.Die geringe Wertschätzung findet extrem im Leiharbeiterverhältniss statt, weil der Leiharbeiter immer für zu minderwertig zur Festanstellung im Betrieb gehalten wird. Das ist nicht abhängig von seiner Arbeitsleistung. Desweiteren stellt er für Festangestellte immer ein Arbeitsplatzrisiko dar. Es ist unglaublich, warum sich Kunden von Leiharbeitsfirmen nicht mehr selbst dem ordentlichen Personalmanagement stellen wollen und es diesen skrupellosen Sklavenhändlern überlassen.Da ist doch der befristete Arbeitsvertrag noch wenigstens ein Kompromiss, wenn auch ein schlechter. Sie tragen die Hauptschuld an der Entmenschlichung der Arbeitswelt. Die Leiharbeitsfirmen und die JOB-center sind dabei ihre Zuträger. Das Problem ist nur mit dem Mindestlohn über 10 €/h in den Griff zu kriegen. Bis dahin kann man da jedem raten, solchen Angeboten fern zu bleiben.
Das ist ein Aufruf zum Boykot !!!
01.07.2011 07:19 Uhr
von W. Wacker:
Kritisieren und Missstände aufzeigen ist leicht. Wo aber ist die Alternative?
Ist die staatliche Agentur für Arbeit besser oder schlechter in ihren Vermittlungsbemühungen?
Ist sie "teurer" oder "preiswerter"? Vermittelt sie aus der gleichen Arbeitslosengruppe mehr oder weniger in bessere oder schlechtere, kürzere oder längere Jobs?
Zu diesen offensichtlichen Fragen leider kein Wort in dem Artikel. Daher ist er von äußerst begrenztem Informationsgehalt. Schade.
01.07.2011 05:33 Uhr
von che:
Richtig ist das nicht: der Vermittlsgutschein kostet nur im Erfolsfall etwas.
Da aber viele privat vermittelte Arbeitsverhaeltnisse nicht lange genug halten, wird oft nicht mal die erste Tranche bezahlt. In Zeitarbeit zu vermitteln, macht ueber den VGS keinen Sinn, da diese Arbeitsverhaeltnisse meistens kuerzer als 6 Monate andauern.
01.07.2011 02:49 Uhr
von Andreas F.:
Die privaten Arbeitsvermittler sind augenscheinlich nur eine erneute Stufe eines parasitären Transformationsprozesses - erneut wird Kapital aus dem Arbeitsprozeß abgesaugt und privatisiert. Auf den ersten Blick sind die Beträge pro Vermittlungsschein ja auch gar nicht so hoch, in der Summe ergibt sich ein schöner Betrag (ich glaube 80 Millionen pro Jahr) die dann natürlich auch von den vermittelten Leiharbeitern mittles Steuern refinanziert werden.
Für den in die Fänge der Ämter geratenen Arbeitnehmer existiert der "freie Markt" natürlich nicht, der muss nehmen was er kriegen kann, Dequalifizierung inklusive und auch beabsichtigt, weil damit das Lohnniveau weiter gesenkt werden kann.
Das ist der logische Teil einer Gesamtstrategie die unter dem Getrommel inhaltsleerer Floskeln ("nachhaltiges Wachstum", "Internationale Wettbewerbsfähigkeit, "Exportweltmeister", "Wachstum XXL" usw.) spätestens mittelfristig weite Teile der Bevölkerung in Arbeit zu grausamen Bedingungen zwingt, entweder über verplichtende gemeinnützige Arbeit (für die Erwerbslosen) bei gleichzeitiger Verächtlichungmachung durch die Kampagnenschreiber, oder aber zur Maloche zu einem auf das elementare Überleben eingedampften Mindestlohn. Gut möglich, dass es dann auch gar keine Arbeitsämter mehr geben wird und der vermittelte Jobber die "Leistung" selbst bezahlen muss (die Option besteht schon jetzt, wer nicht aufpasst, fällt darauf herein), z.B. in drei Raten der ersten Löhne. Arbeitsplätze müssen dann GEKAUFT werden.
Auch die Erpressung Griechenlands ist in diesem Zusammenhang zusehen, hier wird ein Exempel statuiert und als Vorbild inszeniert, dass auch den deutschen Arbeitnehmer in Bedrängnis bringen wird (sofern er es nicht schon ist), wenn 2020 keine neuen Schulden mehr aufgenommen werden dürfen.
http://kabelbrand.wordpress.com/
30.06.2011 20:28 Uhr
von Hans:
Natürlich will Ursula von der Leyen dieses Instrument behalten: Es drückt Löhne, zwingt Arbeitslose in miese Beschäftigung und drückt damit genau die Unkultur von Hartz-IV aus. Ob und wie Private Vermittler von vornherein kaum nachvollziehbare und nachprüfbare Zielsetzungen in der Vermittlung hatten, erfährt man hier ja auch nicht.
Letztlich ist es simpel: Die Jobcenter können kaum richtig vermitteln, da müssen eben irgendwelche Aufschneider Vermittlungen aus der Privatwirtschaft ran, ob sie nun Erfolg haben oder nicht. Im Kontrast zu den Jobcentern werden sie wenigstens erfolgsabhängig bezahlt. Und das bedeutet: Die zweite Rate kommt selten zum Privatvermittler.
30.06.2011 19:30 Uhr
von der norden :
esist vielleicht nicht erheblich, aber jobcenter = SGB II = hartz IV. die arbeitsagenturen heissen auch so und gewähren leistungen nach dem SGB III also Arbeitslosengeld. interessant dürften sein wie die ergebnisse in den einzelnen rechtskreisen ist. interessant ist aber auch das im artikel dieses quer durcheinander geht.
30.06.2011 19:00 Uhr
von Kurt L.:
Einem Arbeitsvermittler kann ein Arbeitssuchender eine Arbeit vermitteln, arbeiten muss er selber.
Wenn der Arbeitssuchende lieber von ALU 2 leben will oder psychische Probleme hat eine Arbeit durchzustehen, liegt die Schuld nicht beim Arbeitsvermittler.
30.06.2011 18:59 Uhr
von Katal:
So, so, sind die Leute, die zu privaten Vermittlern geschickt werden, tatsächlich arbeitslos. Stellt sich nur die Frage, weshalb diese Menschen nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen und dies auch die Medien bei der jeweils aktuellen Wasserstandsjubelmeldung der Arbeitsagentur vergessen zu erwähnen.
30.06.2011 18:45 Uhr
von Thomas Fluhr:
Vermittlungsgutscheine nutzen nur dem Vermittler, der verdient meist doppelt durch diese Vergütung und seinem Anteil am erarbeiteten Lohn, auf jeden Fall mehr als der Arbeitnehmer und nach sechs Monaten kann er wieder einen Gutschein bei den Deppen der Arge einlösen. Hauptsache die Statistik sieht schön aus. Warum nimmt eigentlich die Arbeitsagentur nicht ihre Aufgabe wahr und bezahlt andere dafür, wahrscheinlich dient die Arbeitsagentur selbst nur zur Statistikverschönerung mit ihren 90.000 Abm-Stellen.
30.06.2011 18:44 Uhr
von Galeere:
In Rom gabs auch "Private", die "Arbeitswillige" an Galeeren "vermittelt" haben.